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  • Sa., 10. Mai 2014, 22:50 Uhr
    Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Dr. Anton Hofreiter, stellte sich am Freitag auf dem Obermarkt den Fragen der Bürger

    „Stadträte haben noch nie im Bus gesessen!“

    Interessanter Dialog auf dem Obermarkt. von links: Richard Grünewald und Dr. Anton Hofreiter. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Keine Frage, der Mann kann reden, streiten und und überzeugt durch zahlreiche Detailkenntnisse, besitzt aber auch den sympathischen Mut zur Lücke. Gemeint Dr. Anton Hofreiter, der zusammen mit Katrin Göring-Eckardt seit Oktober 2013 die Doppelspitze der Grünen-Fraktion im Bundestag bildet.

    Am Freitagnachmittag war Dr. Anton Hofreiter für ca. zwei Stunden auf dem Wormser Obermarkt und stellte sich den Fragen der Zuhörer. Die Veranstaltung war interessant aufgezogen, denn die Grünen wollten keine klassische Kundgebung, bei der ein Prominenter kommt, eine Stunde redet und dann wieder verschwindet. Vielmehr war das Ganze in Dialogform aufgebaut. Die Zuhörer schrieben ihre Fragen auf einen Zettel und der Stadtratkandidat Richard Grünewald fungierte als Moderator, las die Fragen vor und „übersetzte“ die teilweise sehr lokale formulierten Fragestellungen für den Gast  aus Berlin bzw. München. Für die Beantwortung standen jeweils ungefähr fünf Minuten zur Verfügung. Und war eine Frage dann doch zu spezifisch, bekannte Dr. Anton Hofreiter ganz offen, dass er dazu jetzt nichts sagen könne. Als kleine Auflockerung gab es zwischendrin noch jede Menge Live-Musik.

    Schlagfertig beim Thema Bahn
    Während Hofreiter in zahlreichen Comedy-Sendungen parodiert und sich dabei über seine angeblich hölzerne Art lustig gemacht wird, bewies er in Worms das Gegenteil. Er zeigte sich als Schlagfertigkeit, offenbarte Humor und schaffte es bei seiner Argumentation auf dem Punkt zu kommen. So prangerte er beim Thema Öffentlicher Personennahverkehr die Bahn AG an und kritisierte deren weltweites Gebaren als „Globel Player“ der Logistik-Branche, während in Deutschland das Schienennetz verkommt. Beim Thema Busverkehr sagte Dr. Anton Hofreiter, dass Stadträte über den ÖPNV entscheiden würden, von denen die meisten noch nie in einem Bus gesessen hätten.

    Richard Grünewald ergänzte hier, dass es in Worms falsch war etwa auf den S-Bahn-Haltepunkte Worms-Süd zu verzichten, der 1,5 Millionen Euro gekostet hätte, jetzt aber bereit sei, Parkhäuser für rund zehn Millionen Euro zu sanieren.

    „Haus am Dom“ eine seltsame Idee
    Vehement setzte sich Dr. Anton Hofreiter für mehr Transparenz in der Politik und Bürgerbeteiligung ein, gerade auf lokaler Ebene habe man etwa mit Bürgerentscheiden gute Erfahrungen gemacht. Bei der Frage nach dem „Haus am Dom“, antwortete er, dass er vor der Veranstaltung extra zum Dom gegangen sei und sich angeschaut hab, was da geplant sei. Und dort ein „Haus am Dom“ errichten zu wollen, sei eine sehr seltsame und merkwürdige Idee. Doch um dies zu erkennen, sei eigentlich kein Bürgerentscheid notwendig.

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