Fr., 28. Juni 2024, 10:27 Uhr
Die schwächelnde Konjunktur hat im Juni auch Spuren auf dem Wormser Arbeitsmarkt hinterlassen. Entgegen dem sonst üblichen Verlauf der vergangenen Jahre, wo in diesem Monat üblicherweise Rückgänge zu verzeichnen waren, stagnierte die Arbeitslosigkeit.
„Zwar haben sogar etwas weniger Menschen ihren Job verloren als im Vormonat“, erklärt Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur, „auf der anderen Seite wird es aber zunehmend schwieriger, einen neuen Job zu finden, wenn die Arbeitslosigkeit erst einmal eingetreten ist.“ Grund dafür sei eine wachsende Zurückhaltung der Unternehmen bei der Einstellung von neuen Mitarbeitenden. „Auftragsmangel und die allgemeinen weltwirtschaftlichen Unsicherheiten halten derzeit viele Betriebe davon ab, Personal aufzubauen.“
So wurden der Arbeitsagentur im Juni deutlich weniger offene Stellen gemeldet als noch im Mai. Damit unterscheidet sich die aktuelle Entwicklung spürbar von den Verläufen der letzten Jahre, wo im Juni entweder Anstiege oder moderatere Rückgänge zu verzeichnen waren. Vor allem aus der Zeitarbeit kamen weniger Stellenangebote als im Vormonat. Für die Agenturleitern ein Indiz für eine vergleichsweise niedrige Auftragslage in den Betrieben. Stellenrückgänge gab es auch im Verarbeitenden Gewerbe im Gesundheitswesen und im Baubereich.
Gute Nachrichten gibt es für diejenigen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen. Es warten noch über 1600 offene Ausbildungsstellen auf eine passende Besetzung. Wer also in diesem Jahr die Schule beendet und noch immer keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche hat, kann noch hoffen. „Manch einer hat vielleicht bisher nur bis zu den Abschlussprüfungen gedacht und noch gar keinen Plan wie es weitergeht“, so Decker.
Aktuell werde in fast allen Branchen noch nach Nachwuchskräften für 2024 gesucht. Allerdings sollte man keine Zeit mehr verlieren und sich schnellstmöglich beraten lassen. Termine für die Berufsberatung außerhalb der offenen Sprechstunden erhält man über die Online-Terminvereinbarung oder unter Telefon 0800/4555500.
Arbeitsmarkt in Zahlen
Im Juni waren in Worms insgesamt 4.776 Männer und Frauen als unterbeschäftigt registriert. Das waren sechs mehr als im Mai, aber elf weniger als vor einem Jahr. Darunter standen 3.845 Personen dem Arbeitsmarkt sofort zur Verfügung und galten damit als arbeitslos. Das waren 3 weniger als im Mai, aber 172 oder 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb bei 8,1 Prozent stabil. Ein Jahr zuvor lag sie bei 7,8 Prozent.
Von den 3.845 Arbeitslosen wurden 1.188 von der Arbeitsagentur und 1.226 vom Jobcenter Worms betreut. Während es im Bereich der Arbeitsagentur zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit kam, gingen die Zahlen im Bereich des Jobcenters leicht zurück.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt ließ im Juni deutlich nach. Gemeldet wurden 112 Stellen, das waren 60 weniger als im Mai. Damit lag die Nachfrage um 40 Prozent niedriger als im Vorjahr. Im Bestand waren 808 offene Stellen, 308 weniger als ein Jahr zuvor.
Auf den regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens änderten sich die Arbeitslosenquoten wie folgt: Gesamtbezirk von 5,3 auf 5,4 Prozent, Stadt Mainz von 5,2 auf 5,3 Pro- zent und Landkreis Alzey-Worms von 4,2 auf 4,3 Prozent. In der Stadt Worms und im Landkreis Mainz-Bingen blieben die Quoten stabil bei 8,1 bzw. 5,0 Prozent.