SCHACHVEREIN WORMS: 2. Mannschaft erobert Platz 1 in der 1. Pfalzliga zurück
Starker Auftritt
Patrick Völbel startete sein Debut in der 2. Mannschaft des Wormser Schachvereines.
Im schönen Ratssaal des Bürgerhauses empfing die Mannschaft von Niedermohr-Hütschenhausen letzten Sonntag die 2. Mannschaft des Wormser Schachvereines. Hütschenhausen auf Platz 4 der 1. Pfalzliga, Worms II mit nur einem Punkt mehr auf Platz 2 - dies versprach von Anfang an eine spannende Begegnung zu werden.
Beide Mannschaften starteten verhalten, hatte man doch viel Respekt voreinander. Am Spitzenbrett kam bereits nach 45 Minuten ein Remisangebot von CM Müller an Steffen Schluchter. Nach Beratung mit dem Mannschaftsführer lehnte Schluchter das Angebot ab. Zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand, daß diese Partie zu einem wahren Krimi werden sollte. Nach fast sechseinhalb Stunden Spielzeit trennten sich die beiden Kontrahenten nach wechselvollem Spiel unentschieden. Aber der Reihe nach: Nach etwa einer Stunde spitzte sich erstmals das Geschehen an den Brettern zu. Tschilingiri an Brett 6 des WSV griff auf breiter Front am Königsflügel an. Gleichzeitig fand René Dausch an Brett 2 einen listenreichen Zug. Sein junger Gegner dachte über 35 Minuten nach, ehe er den Antwortzug lieferte. Der Hütschenhausener bot einen vergifteten Bauern an und drohte gleichzeitig in einer kleinen Kombination die Dame von Dausch zu fangen. Dies ließ sich nur durch einen Qualitätsverlust vermeiden und nachdem die Masse der Figuren getauscht war, blieb Dausch in einem verlorenen Endspiel zurück. 1:0 für den Gastgeber nach zweieinhalb Stunden Spielzeit.
Auf Remis geeinigt
Altmeister Gregor Werner hatte mittlerweile einen frühen Damentausch akzeptiert und sich in der folgenden Abwicklung positionelle Vorteile verschafft. Nach wenigen Zügen konnte der Hütschenhausener durch clevere Manöver die Stellung ausgleichen und man einigte sich auf Remis. Das gleiche Ergebnis erzielte Präsident Patrick Boos an Brett 4. Er gewann im Laufe seiner Partie bei ungleicher Rochade zwar die Qualität Turm gegen Leichtfigur, mußte dafür aber zwei Bauern geben. Zwischenstand nach dreieinhalb Stunden: 2:1. Leider übersah nun Waldemar Tschilingiri bei seinem Angriff eine Riposte seines Gegners, wurde zurückgedrängt und mußte schließlich ebenfalls aufgeben. 3:1 für den Gastgeber. So hatten sich die Wormser den Partieverlauf nicht vorgestellt. Glücklicherweise sah es an den verbliebenen Brettern besser aus für Worms. Patrick Völbel sicherte sich bei seinem Debut in der 2. Mannschaft von Beginn an das Läuferpaar, besetzte die einzige offene Linie mit seinen Schwerfiguren und konnte so seinen Gegner ständig beschäftigen. Der permanente Druck kostete den Hütschenhausener viel Zeit und so folgte bald der entscheidende Fehler, wonach Worms auf 3:2 verkürzte. Frank Schäfer, der gegen den Ex-Wormser Wolfgang Pfeiffer spielte, konnte in ein gewonnenes Bauernendspiel abwickeln, nachdem sein Gegner es versäumt hatte, eine Abtauschserie zu seinem Vorteil zu nutzen. Gleichstand 3:3.
Blatt gewendet
Mannschaftsführer Gernot Köhler hatte von Anfang an durch geschickten Abtausch seine verbliebenen Figuren zentralisiert und übte ständigen Druck auf seinen Gegner aus. Letzterer schaffte es schließlich, sich in ein – wie viele glaubten - unentschiedenes Springerendspiel zu flüchten. Köhler lehnte mehrfach remis ab, lavierte geschickt seinen Springer über das Brett, nutzte dabei seinen Raumvorteil, bis er endlich in die Stellung des Gegners einbrechen konnte. Nach fünfeinhalb Stunden hatte sich das Blatt gewendet und Worms führte mit 3:4. Jetzt kam alles auf das Ergebnis des Spitzenbrettes an. Steffen Schluchter kämpfte mit einem Minusbauern, der durch die wesentlich bessere Figurenkonstellation des Wormsers mehr als kompensiert wurde. Mit wachsender Spieldauer häuften sich Ungenauigkeiten und kleine Fehler bei den Kontrahenten, so daß die Partie mehrmals schwankte, ehe das Remis nach sechseinhalb Stunden äußerster Konzentration durch Dauerschach besiegelt wurde. Worms siegte schließlich verdient mit 4,5 zu 3,5 Punkten und verdrängt Mutterstadt, das gegen Niederkirchen den Kürzeren zog, von Platz 1 der ersten Pfalzliga. Es darf weiter vom Aufstieg geträumt werden.