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  • Fr., 08. Dezember 2017, 13:13 Uhr
    Mit dem „Stillen Unterstützungsfonds“ soll in sozialen Brennpunkten schnell und unbürokratisch im konkreten Einzelfall geholfen werden

    Startschuss für kleinen Direkthilfe-Fonds

    Die Übergabe des Spendenschecks in Höhe von 15.000 Euro. Von links: Dr. Hartmut Unger (BASF), Karl-Heinz Deichelmann, Oberbürgermeister Michael Kissel, Waldemar Herder, Nicolai Köhler, Dr. Angelika Scheugenpflug (beide Kiwanis) und Benjamin Helbig vom Mittelständler Helbig & Lang aus Pfeddersheim. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Am Freitagmorgen fiel der Startschuss für den „Stillen Unterstützungsfonds“ für soziale Brennpunkte in der Nibelungenstadt. Im Rathaus fanden sich die Ideengeber sowie Vertreter der ersten vier Firmen bzw. Organisationen ein, die den Betrag von insgesamt 15.000 Euro spendeten. Dies waren Dr. Hartmut Unger für die BASF, Karl-Heinz Deichelmann für Wormser Kulturschaffende, Dr. Angelika Scheugenpflug für den Kiwanis Club Worms und Benjamin Helbig vom Mittelständler Helbig & Lang aus Pfeddersheim.

    In Einzelfällen rasch helfen

    Der Wormser Kulturdezernent Waldemar Herder berichtete, dass er Anfang 2017 die Idee zu dem „Stillen Unterstützungsfonds“ hatte. Die Stadtverwaltung habe den Fonds nun mit dem Ziel gegründet, in den sozialen Brennpunkten der Stadt, etwa Neuhausen oder dem Nordend, in konkreten Einzelfällen rasch und unbürokratisch helfen zu können. Es gehe dabei um jene Sorgen und Nöte, wo kein Gesetz und keine offiziellen Fördertöpfe greifen, aber eine Unterstützung gleichwohl sinnvoll sei. Als Beispiel nannte er ein kleines Mädchen, deren Eltern auf Transferleistungen angewiesen seien, der Tochter aber kein Geld für ein Mittagessen zur Verfügung stellten. Daher habe das Mädchen in der Schulmensa die Teller abzuräumen und dafür ein warmes Mittagessen erhalten. Dies dürfe es in einem reichen Land nicht geben. In solchen Problemlagen solle der Fonds einspringen und der Schülerin das Mittagessen bezahlen. Ein anderer Fall sei ein kleiner Junge, dessen Hose durchgescheuert oder kaputt sei, die entsprechenden Zuweisungen durch das Amt aber schon aufgebracht seien. Eine weitere Notlage bestehe bei der Hausaufgabenhilfe in den Stadtteilbüros, in denen Studenten des Vereins InBiWo arbeiteten, die aber im kommenden Jahr nicht mehr in ausreichendem Maße bezahlt werden könnten, da dem Verein die Spender fehlten.

    Transparenz und Kontrollgremium

    Waldemar Herder erläuterte, dass der Fonds unter größtmöglicher Transparenz verwaltet und die Mittel vergeben werden sollen. Daher gebe es einen Fondsbeirat aus fachlich kompetenten Personen, die einen Bezug zur Mittelvergabe haben. Jede Ausgabe werde dokumentiert und sowohl gegenüber den Spendern wie auch dem Jugendhilfeausschuss offengelegt. Die einzelne Unterstützung für ein Kind solle die Grenze von 50 Euro nicht überschreiten.
    Für die jährliche Deckung aller notwendigen Ausgaben benötigt der Fonds die Summe von jährlich 35.000 Euro. Waldemar Herder betonte hier, dass es sich nicht um eine Stiftung handele, bei der die Zinsen ausgeschüttet werden, sondern der Fonds die Spenden direkt wieder ausschütte. Den städtischen Sozialarbeitern komme dabei die Funktion zu, die Notlage zu erkennen und den Kindern und Jugendlichen rasch zu helfen. Wobei die Zuwendungen alle protokolliert würden. Auch ein gesundes Frühstück in einer Kita, Bücher oder Spielmaterialen könnten solche Dinge sein. Über weitere Spender würde sich Waldemar Herder freuen. Eine Kontaktaufnahme ist möglich unter: Dezernat für Bildung und Soziales, Tel.: 06241 / 853 1030

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