Worms: Bürgermeister Kosubek und Baudezernent Franz offiziell verabschiedet
Stehender Applaus
Von links: Christian Baldauf, Vorsitzender CDU-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz, Hans-Joachim Kosubek, OB Adolf Kessel, Uwe Franz und Michael Kissel freuten sich über die gute Resonanz der Feierstunde im Mozartsaal. Foto: Florian Helfert
VON FLORIAN HELFERT | Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek sowie Bau- und Sportdezernent Uwe Franz sind Geschichte. Offiziell aus ihren Ämtern von Oberbürgermeister Adolf Kessel am Freitagvormittag im Mozartsaal verabschiedet, ernteten sie für für ihre Verdienste um die Stadt Worms jeweils stehenden Applaus. Die Arbeit im Rathaus besteht nicht nur aus Höhepunkten. „Sie wird kritisch beobachtet und nicht selten auch kritisch bewertet und kommentiert“, stellte das Stadtoberhaupt fest. Planen und Bauen sei dabei besonders herausfordernd. Diese Arbeit sei die sichtbarste und werde somit schnell kritisch bewertet. Darüber hinaus sei sie auch noch anfällig für allerlei Ärgernisse außerhalb des eigenen Einflusses, wie etwa Insolvenzen von Baufirmen, sprunghaft steigende Materialkosten oder mangelhaft ausgeführte Arbeiten.
„Es heißt, Amtsträger werden nur ganz selten gelobt“, so Kessel weiter, um sodann kurz auf die scheidenden Mitglieder des Stadtvorstandes einzugehen: Dem ehemaligen Oberliga-Torwart Uwe Franz dankte er insbesondere für dessen Engagement rund um die Wormser Bäder und den Tiergarten. Als frischvermähltem Ehegatten wünschte Adolf Kessel ihm zudem viele glückliche Jahre mit seiner Frau Beate.
Klimabürgermeister Kosubek
Hans-Joachim Kosubek habe in den 22 Jahren als Beigeordneter und Bürgermeister „viele dicke Bretter gebohrt“, bilanzierte Kessel. „Da ist, gerade weil es so aktuell ist und bleibt, das Thema Klimaschutz zu nennen“. Im Klimabündnis der Kommunen nehme Worms auch dank des Engagements seines Parteifreundes eine führende Rolle ein, welche Michael Kissel im späteren Verlauf mit „Hans-Joachim Kosubek ist der Klimabürgermeister von Worms“ goutierte. Adolf Kessel verwies im Jahr der Lutherausstellung zudem auf die Rolle des überzeugten Christdemokraten für den Umbau des städtischen Museums Andreasstift. Auch an den Spagat zwischen Sicherheit und Ordnung und dem Backfischfest in Zeiten der Corona-Pandemie erinnerte er. „Wenn Hans-Joachim-Kosubek den Hörer in die Hand nimmt, dann brennts - und meistens kommt auch was raus“, bestätigte Christian Baldauf als Vorsitzender der CDU-Fraktion Rheinland-Pfalz in seiner Laudatio über den Einsatz des vormaligen Lehrers für Worms.
Regeln des Respekts vermisst
„Aus der Kirche tritt man nicht wegen des Pfarrers aus“, eröffnete Michael Kissel als Freund und ehemaliger Kollege seine Laudatio überraschend. Er hoffe, dass Uwe Franz den Weg zur SPD zurückfinde. Dass kaum ein politisches Amt so anspruchsvoll und vielfältig sei sowie im öffentlichen Fokus stehe wie das Baudezernat, skizzierte auch Kissel. Die Expertise kompetenter und engagierter Mitarbeiter der Bauverwaltung verdiene Anerkennung und Respekt - zumal angesichts knapper personeller und finanzieller Ressourcen sowie der Komplikationen auf fast jeder Baustelle. „Regeln des Anstands und des Respekts spielen in den sozialen Medien immer weniger eine Rolle“, bedauerte der langjährige Verwaltungschef. Uwe Franz stehe für einen wertschätzenden Dialog mit Mitarbeitern und genieße unter ihnen Respekt, sogar Zuneigung. „Schmähungen haben Uwe Franz mehr zugesetzt als seiner Gesundheit zuträglich“, kritisierte Kissel den Umgang selbsternannter Fachleute und Besserwisser mit Franz. Dieser habe sich dennoch immer leidenschaftlich für Worms eingebracht.
Unisono Dank für Mitarbeiter
Wie Hans-Joachim Kosubek berichtete, sei ihm das Ende seiner Tätigkeit erst bei der Abgabe seiner Schlüssel für das Rathaus bewusst geworden. Ebenso wie Uwe Franz bedankte er sich bei allen Mitarbeitern im Rathaus. Seiner Nachfolgerin Stephanie Lohr wünschte er viel Gesundheit, denn als Bürgermeister nehme man auch angeschlagen Termine wahr. Als Beigeordneter Abschied zu nehmen, so Uwe Franz, fühle sich eigenartig an. Mit Leidenschaft, Augenmaß und einem offenen Dialog habe er die wunderbare Chance ergriffen, Worms gemeinsam weiterentwickeln zu können. „Das Parkhaus am Dom wird mich mein Leben begleiten“, bekannte Franz. Kritik und Tonfall bezeichnete er als mitunter deutlich unter der Gürtellinie. Dafür freue er sich, die beeindruckende Leistung aller Sportvereine im Beirat des Stadtsportverbandes fortan begleiten zu dürfen.
An der Violine rundeten Benjamin Shofman und Samuel Langlitz von der Lucie-Kölsch-Musikschule der Stadt Worms die Feierstunde ebenso wie Imbiss und Umtrunk ab.