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  • Fr., 29. August 2025, 12:14 Uhr
    WORMS: Invasive Asiatische Hornisse an jedem Bienenstand in Worms gesichtet

    Steigende Ratlosigkeit unter den Imkern

    Noch nicht mal Imker in Schutzkleidung trauen sich an diese Nester. Da die Asiatische Hornisse vor Kurzem von „invasiv“ zu „etabliert“ eingestuft worden ist, entfallen die staatlichen Mittel für die Beseitigung.
    Foto: Bienenfreunde Wonnegau e.V.

    Bevor sie die Filetstücke verspeist, beißt sie ihrer Beute den Kopf ab. Jetzt wurde die asiatische Hornisse als „etabliert“ eingestuft. Imkerinnen und Imker können es nicht fassen.

    Die Asiatische Hornisse, lateinisch vespa velutina, ist etwa 3 cm lang, hat einen dunklen Körper und charakteristische gelbe Beine. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien. Bereits 2004 ist sie in Frankreich aufgetaucht und hat sich seither rasend über ganz Europa verbreitet. Es ist eine invasive Art, die zunehmend Bienenstöcke, aber auch andere bestäubende Insektenarten gefährdet. In Worms und Umgebung ist die asiatische Hornisse bereits an jedem Bienenstand gesichtet worden, so berichten die Mitglieder des Imkervereins Bienenfreunde Wonnegau e.V.
    Bis zu 50 Bienen pro Tag erbeutet die Hornisse, um ihre Brut zu füttern. Aber auch Süßes wie Weintrauben und Obst steht auf ihrem Speiseplan.

    Aus „invasiv“ wird „etabliert“

    Durch die extrem rasche Vermehrung und Verbreitung hat nun das Mainzer Umweltministerium die bis vor kurzem als invasive Art geltende Hornisse als „etabliert“ eingestuft. „Das macht sprachlos“, so Volker Deutsch, Vorsitzender des Imkervereins Bienenfreunde Wonnegau e.V., denn durch diese Umstufung von „invasiv“ auf „etabliert“ stellt die Landesnaturschutzverwaltung die Finanzierung mit Landesmitteln zur Beseitigung der Nester ein, das kann man auf der Internetseite des Umweltministeriums nachlesen. Jetzt, da die Asiatische Hornisse als etabliert gilt, entfällt nicht nur der Melde- und Nachweisprozess an die EU, sondern auch die Verpflichtung, zur Vermeidung einer Invasion die Nester in einem frühen Stadium zu beseitigen. Seit dem 1. August muss die Naturschutzverwaltung nicht mehr jedes gemeldete Nest beseitigen. Jetzt werden die Grundstückseigentümer zur Kasse gebeten, denn die müssen nun die Kosten für eine Nestentfernung selbst tragen – „was das bedeutet, kann man sich denken“, befürchtet der Vereinsvorsitzende.

    Keinesfalls selbst ein Nest entfernen

    Es ist aber wichtig, so warnen Volker Deutsch und seine Imkerkolleginnen und -kollegen ausdrücklich, keine eigenen Beseitigungsmaßnahmen zu ergreifen. „Nicht einmal wir als Imker mit Schutzanzug gehen an die Nester ran, denn die Hornissen sind in Nestnähe sehr aggressiv und angriffslustig. Da braucht es Spezialkleidung und Wissen, wie man dabei vorgehen muss“, das bestätigt auch der deutsche Imkerverband. Bei einem Stich der Asiatischen Hornisse können Schmerzen, Rötungen und Schwellungen auftreten. Für Menschen mit einer Allergie können die Stiche sogar lebensbedrohlich sein, weshalb ein Arztbesuch im Verdachtsfall wichtig ist. 

    Aus Sicht der Imkerinnen und Imker wird hier an der falschen Stelle gespart. „Wir wünschen uns, dass die Asiatische Hornisse weiterhin mit staatlichen Mitteln bekämpft wird und man in der Landesregierung reagiert, bevor die Artenvielfalt weiter schwindet, unsere Bienenstöcke weiter geplündert werden oder gar Menschen zu Schaden kommen“, so der Appell der Mitglieder des Imkervereins Bienenfreunde Wonnegau e.V. an das Mainzer Umweltministerium.

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