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  • Do., 02. Mai 2019, 10:42 Uhr
    Talente im Nibelungenland: Einrad-Sechser Schülerinnen des VfH Worms strebt Medaille bei den Deutschen Meisterschaften 2019 an

    Sterne zum Greifen nah

    Sport ist so vielfältig. Von Aerobic über Fußball, Handball, Tanzen, Tennis, Tischtennis, Turnen bis hin zum Wassersport bieten alleine in der Nibelungenstadt Worms über 100 Sportvereine mit insgesamt etwa 31.000 Mitgliedern nahezu jede Sportart an. Zahlreiche junge Menschen eifern olympischen Helden der Leichtathletik oder im Schwimmbecken nach. Ja, es gibt sie auch in großer Anzahl im Nibelungenland: Talente, die das Zeug dazu haben auch über die Region hinaus Aufmerksamkeit auf ihren Sport zu lenken. Wir stellen sie über alle Sportarten hinweg nach und nach vor – in der Serie „Talente im Nibelungenland“.

    Haben in den vergangenen Jahren eine stetige Steigerung ihres Könnens auf dem Einrad genommen: Die DM-Bronzemedaillen-Gewinner von 2018 Colleen Strenge, Lara Günther, Trainer Stefan Born, Romy Wetzel, Mia Küppers, Co-Trainerin Lena Seibel, Lena Schmidt und Johanna Reis. Foto: Felix Diehl.


    VON JÜRGEN JAAP | Die Armhaltung ist perfekt. Sie strahlt Ästhetik aus. Ein paar kleine Ecken und Kanten gibt es noch. „Aber das ist völlig normal, wenn man eine neue Übung einstudiert“, sagt Stefan Born. Der Trainer des Einrad-Sechsers der Schülerinnen des VfH Worms schaut ganz genau hin. Den Außen- und Innenstern setzen seine sechs Schützlinge im Alter von zwölf und dreizehn Jahren richtig ordentlich auf den Parkettboden der Karmeliter-Grundschule. „Wenn der Außen- und Innenstern klappt, dann greifen wir nach den Sternen“, sagen die sechs Mädels nachher im Gleichklang. Dann könnte es was werden mit der angestrebten Medaille bei den Deutschen Meisterschaften 2019. Dafür trainieren Lara Günther, Mia Küppers, Johanna Reis, Lena Schmidt, Colleen Strenge und Romy Wetzel intensiv unter den (mitunter) strengen Augen von Stefan Born und Co-Trainerin Lena Seibel mehrmals die Woche.

    Ein Kreis soll sich für den Einrad-Sechser des VfH Worms bei den Deutschen Meisterschaften 2019 schließen. Im letzten Schülerjahr wollen die Mädels das Kunststück wiederholen, das ihnen 2018 bei der Heim-DM gelang: Eine Medaille soll her. Foto: Felix Diehl.


    „So Mädels, schaltet den Kopf ein. Das Kampfgericht ist bereit!“, sagt Stefan Born. Ein kurzes „Start!“ von Romy Wetzel setzt das Sextett in Bewegung. Fünf Minuten höchste Konzentration, 20 bis 25 Übungen, stets die Arme dabei parallel auf Schulterhöhe. Irgendwie scheint das Einrad eine Symbiose mit den Körpern einzugehen. Selbstverständlich und leicht sieht die Kür aus. Bis zur Torfahrt und dem Torring: „Ihr seid Schlangenlinie gefahren“, kritisiert Stefan Born hinterher. Und: „Wir haben keine Zeit, die erste Minute zu vertrödeln. Da war viel Licht und Schatten dabei.“ Lena Schmidt und Colleen Strenge, die zwei Teamchefinnen, bestätigen den ersten Eindruck: „Stefan kann manchmal ganz böse gucken.“ Aber: „Er ist immer mit vollem Herzen dabei.“

    Fünf Minuten Perfektion benötigen tausende Stunden Übung

    Fürs Lob ist an diesem Trainingsabend Lena Seibel zuständig. Seit dem Sommer 2018 unterstützt die 18-jährige Abiturientin Stefan Born bei der Trainingsarbeit. Während der Meisterschafts-Kür sagte sie zuvor leise die Zeit an: „Zwei, vier (Minuten), noch 16 (Sekunden).“ Jetzt gibt es Streicheleinheiten: „Das war prima, ihr habt alle Übungen gezeigt.“ Genau das ist nämlich eine der großen Schwierigkeiten, 25 Übungen in fünf Minuten zu absolvieren, bei der Flügelmühle, der Schlange, vor der, das räumt Johanna Reis ein, „ich mächtig Bammel habe“. Was da hilft? Stunden über Stunden an Training. „Da kommen sehr viele zusammen“, verrät Lena Seibel.

    Bammel müssen die sechs Mädels aus Biblis, Osthofen und Worms, die in Lampertheim, im Gauß-Gymnasium und der IGS Osthofen zur Schule gehen, aber eigentlich keinen haben. „Eher unser Trainer“, lassen Lara Günther und Romy Wetzel unisono wissen, denn: „Stefan ist vor einem Wettkampf ja immer so nervös und angespannt.“ Gut, natürlich macht sich der Coach Gedanken darüber, ob Mia Küppers nach einem Sturz nebst Verletzung am Steißbein und der Hand wieder schnell auf hundert Prozent kommt. Für Entspannung aber sorgt ein Ritual bei den Mädels: „Vor jedem Wettkampf werden wir von Mama in den Armen genommen.“ Das beruhigt. Und das brachte 2018 vor heimischer Kulisse in den Sporthallen des BIZ eine Bronzemedaille ein.

    Ein Highlight beim Wormser Kunstradsport Cup

    So manche Meriten „und viele Pokale in der Vitrine zu Hause“, wie Romy Wetzel bestätigt, haben die sechs kleinen Talente im Einrad- und Kunstradfahren schon eingeheimst. Da wundert es kaum, dass das Sextett sicher einer der Höhepunkte beim inzwischen bereits in der 42. Auflage befindlichen Wormser Kunstradsport Cup des VfH Worms am Samstagabend ab 19 Uhr sein dürfte. „Logisch sind wir da ein bisschen nervös“, sagt Mia Küppers. Immerhin sind Sportler aus neun Nationen am Start. Wobei: Auch diesbezüglich kann der junge VfH-Einrad-Sechser bereits auf internationale Einsätze in Baj (Ungarn), Prag (Tschechien) oder Straßburg (Frankreich) verweisen. Und wenn die Nervosität gar zu groß wird, dann hilft ja immer noch eine aufmunternde Umarmung von Mama, Papa, Oma oder Opa.

    Termine im Kunstradsport:

    Die Saison im Kunstradfahren geht im Frühjahr in die heiße Phase. Hier die wichtigsten Termine im Mai, stets mit Beteiligung des VfH Worms:
    04./05. Mai: Wormser Kunstradsport Cup (BIZ Worms)
    18./19. Mai: Junioren DM in Köln
    26. Mai: Schüler Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Worms
    31. Mai: Elite Rheinland-Pfalz-Meisterschaften bei den Weltmeistern in Klein-Winternheim

     
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