
Am 5. Oktober dieses Jahres wäre Walter Kraft 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund gedachte Oberbürgermeister Michael Kissel dem ehemaligen Ortsvorsteher Horchheims und Stadtratsmitglied an dessen Grab auf dem Horchheimer Friedhof.
Im Jahre 1988 verlieh Oberbürgermeister a.D. Gernot Fischer Walter Kraft den Ehrenring der Stadt Worms. „Wer den Wormser Stadtteil Horchheim nennt, kann dies nicht tun, ohne damit den Namen von Walter Kraft in Verbindung zu bringen“, hieß es damals in der Begründung. Und genau so ist er auch seinen Weggefährten in Erinnerung geblieben.
„Walter Kraft zeichnete sich durch sein großes Temperament aus, das nicht nur auf dem Fußballplatz sichtbar wurde. Er konnte sich sehr energisch für seine Überzeugungen einsetzen, insbesondere, wenn es um seinen Stadtteil Horchheim ging“, beschrieb OB Kissel den engagierten Politiker. Von 1979 bis 1993 bekleidete er das Amt des Ortsvorstehers in Horchheim, darüber hinaus war er viele Legislaturperioden Mitglied des Wormser Stadtrats. Untrennbar mit seinem Namen ist in Horchheim die Umwidmung des alten Schulgebäudes zum Bürgerhaus verbunden, ein Projekt, das er selbst angestoßen hatte. Noch immer sei sein Geist dort spürbar, betonte der amtierende Ortsvorsteher Volker Janson.
Doch nicht nur politisch galt Walter Kraft als Vorbild, auch aus dem Vereinsleben war er etliche Jahre nicht wegzudenken. Seit 1935 gehörte er dem SV Horchheim an, spielte über Jahrzehnte in der ersten Mannschaft und später auch in der AH. Für Walter Kraft war es keine Frage, sich nach seiner aktiven Zeit als Trainer und später als Vereinsvorsitzender einzubringen. 20 Jahre lang leitete er den Verein – im Jahre 1990 benannten die Horchheimer schließlich ihr SV-Stadion nach ihm. Jeder seiner Weggefährten kann noch heute Anekdoten und Erlebnisse mit ihm schildern.
„Seine schrecklichen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg als Soldat in Afrika haben sein Leben und seine politische Einstellung geprägt“, machte der Oberbürgermeister in seiner Ansprache deutlich. Besonders der Kampf gegen rechtsextremistische Strömungen habe ihm sehr am Herzen gelegen.
Unter dem Tod seiner Frau Selma im Jahre 2004 habe er sehr gelitten. Nur knapp ein Jahr später verstarb er selbst. „Walter Kraft war ein sehr stolzer Mann mit einer sehr starken Emotionalität, aber auch mit klugen Überlegungen und festen Prinzipien. Er war eine prägende Persönlichkeit, weit über die Grenzen Horchheims hinaus. Wir wollen uns an ihn erinnern und das, was ihm wichtig war, fortsetzen“, so der Stadtchef.
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