
Von Floriam Helfert › „Worms befindet sich durch seine geographische Lage im Oberrheingraben in einer der wärmsten und trockensten Gebiete in Deutschland. Gleichzeitig zählt Rheinland-Pfalz zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen“, informiert die Stadt Worms auf ihrer Internetseite. Entsprechend kostbar ist Wasser – speziell Trinkwasser in sauberer, keimfreier Qualität für den täglichen Gebrauch.
Erst Mitte Juni mussten beispielsweise die Mainzer Stadtwerke mitteilen, dass aufgrund der bereits lang andauernden Niedrigwasserphase erste Brunnen des Wasserwerks Petersaue auf der Rheininsel trocken liefen und deshalb nur noch zeitweise betrieben werden konnten. Auch wenn die Fördermengen der drei Wasserwerke in Eich, Hof Schönau und auf der Petersaue ausreichten, den Verbrauch zu decken, appellierte die Mainzer Netze GmbH, „sparsam und bewusst mit der kostbaren Ressource Trinkwasser umzugehen“.
Wasserwerke nutzen unterschiedliche Gewinnungsarten. Das Wasserwerk Petersaue nutzt Uferfiltrat aus dem Rhein. Als Uferfiltrat wird jenes Wasser bezeichnet, das aus oberirdischen Gewässern in das Grundwasser eindringt und nach einer Untergrundpassage entnommen wird. Insbesondere bei der Uferfiltration führen rückläufige Rheinwasserstände dazu, dass die Konzentration an Schadstoffen zunimmt, sich das Wasserdargebot verringert und sich dadurch die verfügbaren Fördermengen reduzieren.
Alternativen sind Tief- oder auch Flachbrunnen. So wurden zum Beispiel beim Wasserwerk Bürstadt, welches einen Großteil der Stadt Worms sowie Bürstadt und Lampertheim mit Trinkwasser versorgt, die anfänglichen Flachbrunnen aufgrund nachlassender Ergiebigkeit nach EWR-Angaben Anfang der achtziger Jahre durch acht Tiefbrunnen ersetzt.
Da Wasser keine Grenzen kennt, lohnt aktuell ein Blick auf das Präsidium der internationalen Oberrheinkonferenz, welches Anfang Juli in Straßburg tagte. Laut Pressemitteilung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) sprach sich dort das Präsidium für stärkere Maßnahmen zur Begrenzung des Eintrags von Schadstoffen in Böden und Gewässer aus. Zudem befürwortet das Präsidium die Umsetzung von quellenorientierten Vermeidungsstrategien für den Stoffeintrag verbunden mit der Einführung einer vierten Reinigungsstufe bei für den Stoffeintrag relevanten Kläranlagen und ein langfristiges Grundwasser-Monitoring im Oberrheingraben.
Anlass ist der Bericht zu dem kürzlich abgeschlossenen Interreg Oberrhein Projekt ERMES-ii-Rhein. Das Projekt hat die seit 1991 regelmäßig durchgeführten grenzüberschreitenden Wasseruntersuchungen ergänzt um Analysen nach neuartigen Spurenstoffen, wie PFAS, Metabolite von Pflanzenschutzmitteln, Arzneimittelrückstände und Weichmacher.
Wer sich für die Güte des Rheinwassers interessiert, wird bei der Rheingütestation Worms unter www.rheinguetestation.de mit allerlei Messdaten fündig. Zusammengefasst lässt sich einerseits sagen, dass sich die Wasserqualität des Rheins seit den 90er Jahren enorm verbessert hat. Fische, die nur in hochwertigen Gewässern überleben können, haben gemäß der Station wieder eine Heimat im Rhein gefunden.
Andererseits verweist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) auf eine Armada an Mikroschadstoffen bestehend aus Arzneimitteln, Kosmetika, Pestiziden und sonstige Chemikalien. Entsprechend fordern die Umweltschützer Reduktionsmaßnahmen für hunderte von Schadstoffen und staatliche Vorschriften dafür.
Ungeachtet all dessen sorgt die Rheingütestation auch bereits mit ihrer heutigen Kontrollfunktion weiter dafür, dass die verbesserte Wasserqualität bestehen bleibt – nach dem Willen des Präsidiums der Oberrheinkonferenz dann künftig hoffentlich mit noch besseren Werten.
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