Sa., 13.06.2026
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  • Do., 04. Juni 2026, 08:46 Uhr
    Wormser Fußballgeschehen: Neuhausen, Horchheim und Pfeddersheim II mit neuen Coaches

    Stühlerücken auf der Trainerbank

    Immer mit sehr viel Emotionen war Franz Graber dabei. Als Typ und als Trainer wird er dem Wormser Fußball fehlen.
    Archivfoto: Felix Diehl

    Vom Marcus Diehl › Diese Nachricht kam etwas unerwartet. Eigentlich war der Plan, dass Franz Graber auch in der nächsten Saison auf dem Trainerstuhl beim TuS Neuhausen Platz nehmen wird. Doch eine der schillerndsten Trainerikonen der letzten Jahrzehnte im Wormser Fußball hat für sich anders entschieden. 

    So Franz Graber dazu: „Der Akku ist leer.“ Diese Worte überraschen auf den ersten Blick. Im weiteren Gespräch ist diese Entscheidung nachvollziehbar. Sie ist Endpunkt eines Prozesses, der einige Monate gedauert hatte. „Es mir selbst einzugestehen, war nicht einfach. Ich stehe seit Jahrzehnten an mehreren Tagen in der Woche auf dem Sportplatz. Das Feuer ist nicht mehr vorhanden“. 

    Emotionen mit im Spiel

    Wer Franz kennt und beobachtet, merkt schnell, dass viele Emotionen bei ihm mit im Spiel sind. Wenn diese nicht mehr greifbar sind, wird es schwer, dies einer Mannschaft zu übermitteln. Eines seiner Erfolgsrezepte war es, auf Kameradschaft zu setzen. Dadurch konnte er immer einige Prozente mehr aus seinen Schützlingen herauskitzeln. In all seinen Stationen hatte er damit Erfolg. Mehrere Meisterschaften durften gefeiert werden. Eine Fußballsaison ohne Trainer Franz Graber – kaum vorstellbar. Mit dem TuS ist er im Reinen. „Es war eine schöne und interessante Zeit“. 

    Das neue Trainerduo wird mit Marco Stark und Benjamin Himmel besetzt. Die freie Zeit wird er in Zukunft mit den Enkeln verbringen. Dass er irgendwann auf den Platz zurückkehrt, kann er sich momentan nicht vorstellen. Er freut sich auf ungezwungene Besuche auf verschiedenen Sportplätzen in Worms – ohne Zwang, ganz leger. 

    Das hat er gemeinsam mit zwei weiteren Trainern, die ihre Arbeit niedergelegt haben. Schon vor Wochen haben Björn Miehe, TSG Pfeddersheim II, und Sascha Löcher, SV Horchheim, ihr Ende als Trainer angekündigt. Beide haben frühzeitig Nägel mit Köpfen gemacht. Realisiert haben sie es kurz nach der Saison noch nicht. 

    Wie eine Sommerpause …

    Für Sascha Löcher fühlt es sich noch wie eine Sommerpause an. Bei Björn Miehe ist der Ruhestand noch etwas entfernt. Er kann die freie Zeit noch nicht richtig genießen. Er hilft der TSG im Orga-Team beim Höhepunkt des Jahres – dem Spiel gegen Mainz 05. Außer zwei Jahren bei Germania Eich verbrachte er sein bisheriges Trainerleben bei der TSG. Als Cheftrainer bei der zweiten und als Aushilfscoach bei der ersten. Wenn er gebraucht wurde, war Björn zur Stelle. Er strebt eine Auszeit an. 

    Ob ihm irgendwann der Fußball fehlen wird, weiß er noch nicht, denn damit hat er keine Erfahrung. Der Sport war immer ein großer Teil in seinem Leben – entweder stand er selbst auf dem Platz oder daneben. Zwei Mal erreichte er mit der TSG II, den Aufstieg in die Bezirksliga. Dieses Jahr hat es am Ende nicht gereicht. Seine Nachfolge werden Philipp Neumann und Philipp Hamm antreten. Björn Miehe: „Die beiden müssen ihren Weg gehen, sie haben aber das Rüstzeug dafür.“ 

    Abschied nach vier Jahren

    Vier Jahre stand Sascha Löcher beim SV Horchheim in der Verantwortung. In dieser Zeit kämpften die Horchheimer in allen Spielzeiten um den Aufstieg. Am Ende fehlten immer kleine Nuancen für den großen Wurf. Die Belohnung blieb aus. Sascha Löcher resümierte: „Das nagt etwas an einem, das wir nichts Zählbares erreicht haben. Schade für den Verein und das Team.“ 

    Trotz der zahlreichen Abgänge vor der Saison und durch die vielen Ausfälle wurde am Ende der vierte Platz erreicht. Das Team wollte ihrem Coach den bestmöglichen Ausstieg bereiten. Beim Saisonabschluss wurde es noch einmal sehr emotional. Seine Mannschaft machte den Abschied nicht leicht. 

    „Der SVH ist mein Heimatverein, es gibt eine ganz besondere Beziehung. Für die Alten Herren werde ich nun die Fußballschuhe schnüren. Wir werden immer miteinander verbunden sein.“ Jetzt wird neue Kraft getankt, eine Pause eingelegt und wer weiß, was ab Herbst passieren wird. Sascha Löcher lässt sich alles noch offen. 

    Neuer Coach wird Sebastian Schulz, momentan noch Spieler beim SV Gimbsheim. Wieder einer, mit Horchheimer Stallgeruch, denn in der Jugend spielte er lange Zeit beim SV Horchheim.  

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