
VON FLORIAN HELFERT Ungewohnt präsentierte sich Wiesoppenheims Neujahrsempfang nach beinahe drei Jahrzehnten unter Karlheinz Henkes nun erstmals mit einem neuen Ortsvorsteher. In seiner Rolle als Nachfolger des langjährigen Ortsvorstehers begrüßte Peter Rißberger in den Räumen der TUS Wiesoppenheim zahlreiche Gäste, wobei sein Vorgänger quasi dennoch gemeinsam mit dem gemischten Chor des MGV Liederkranz Wiesoppenheim den Jahresempfang – zumindest musikalisch – eröffnete.
Im Treffpunkt der Generationen des TUS Wiesoppenheim betonte Peter Rißberger zunächst den Wert des Ehrenamtes. „Um rund 120 Jugendliche zu betreuen, braucht es viele engagierte Jugendtrainer sowie Helferinnen und Helfer“, so Rißberger. Darüber hinaus unterstrich er ebenfalls die Leistungen der Theatergruppe sowie der Akteure rund um die Kerwe als wiederkehrenden „Höhepunkt des kulturellen Lebens im Eisbachtal“, wobei sich im laufenden Jubiläumsjahr „1.225 Jahre Wiesoppenheim“ alle Vereine ergänzend engagieren werden.
Kampf gegen Autolärm geht weiter
An der Eisbach gelegen biete Wiesoppenheim zudem eigentlich eine tolle Wohnqualität – wenn nur nicht der Autolärm der A 61 stören würde. „Es ist mehr als unverständlich, dass es nach der Lärmschutzmaßnahme schlechter geworden ist“, zeigte sich Rißberger verwundert. Den Begriff des „subjektiven Lärmempfindens“ bezeichnete er als Unwort des Jahres und kündigte an, sich zusammen mit der gegründeten Bürgerinitiative „Ruhiges Wiesoppenheim“ des Themas sachlich und zielorientiert anzunehmen. Auch Oberbürgermeister Michael Kissel sah hier in seinem späteren Grußwort Nachholbedarf zugunsten der Lebens- und Wohnqualität.
Lebens- und Wohnqualität erhalten
„Dank Karlheinz Henkes stehen unsere Kita und Grundschule sehr gut da“, so Rißberger, „auch wenn unsere Kita inzwischen ihre Kapazitätsgrenze überschritten hat“. Entsprechende Gespräche finden nach Angaben des neuen Ortsvorstehers zwischen der Kirchengemeinde und der Stadtverwaltung bereits statt. Bezüglich des angestrebten neuen Baugebietes werde aktuell noch geprüft, welches Gebiet am besten geeignet sei. Danach äußerte Peter Rißberger den Wunsch, alle vier Wormser Eisbachtalgemeinden an einen Tisch zu bringen, um das Projekt des Ärztehauses gemeinsam planen und verwirklichen zu können.
In seinem Grußwort verwies Oberbürgermeister Michael Kissel darauf, dass die angesprochenen Themen mit der Stadt übereinstimmen würden: „So wie in das altehrwürdige Schulgebäude und auch in den Schulhof in Wiesoppenheim investiert worden ist, investieren wir auch andernorts weiterhin in unsere Wormser Schulen“, versprach das Stadtoberhaupt. Anschließend widmete er sich dem aktuellen Wachstum der Nibelungenstadt und erklärte, dass die Einwohnerzahlen ebenso wie die Gewerbesteuereinnahmen gestiegen seien. Des Weiteren habe es in Worms noch nie so viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze wie heute gegeben. Die ungewisse Zukunft der Wormser Standorte von Evonik und Kinnarps bedauerte Kissel.
Karlheinz Henkes für sein Lebenswerk gewürdigt
Abschließend würdigte Peter Rißberger das Lebenswerk seines Vorgängers Karlheinz Henkes und erinnerte daran, dass Karlheinz Henkes sich stets mit Freude und Elan zum Wohle Wiesoppenheims aufopferungsvoll eingesetzt habe. Deshalb sei Karlheinz Henkes auch über die SPD hinweg hoch angesehen und habe bei Wahlen für seinen Dienst am Bürger bis hin zu 70 Prozent der Wählersstimmen erhalten. „Außer bei der CDU und den Grünen bist Du wohl überall im Wiesoppenheimer Vereinsleben aktiv gewesen“, scherzte Peter Rißberger gegen Ende seiner Laudatio und dankte Karlheinz Henkes herzlich für sein Engagement.
Abgerundet wurde der Jahresempfang bei einem ausklingenden Imbiss mit dem Shanty-Chor der Seebären des Männergesangsvereines sowie dem Trio „Voice of Sound“, ebenfalls aus den Reihen des MGV Liederkranz Wiesoppenheim.
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