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  • Mo., 17. August 2015, 17:31 Uhr
    Prägnant, pointiert und unterhaltsam gestaltete C. Bernd Sucher mit Marion Breckwoldt und Max Urlacher sein Resümee der Nibelungensage

    Suchers Leidenschaften: Das Nibelungenlied!

    Max Urlacher, Marion Breckwoldt, C. Bernd Sucher und Kurator Albert Ostermaier machen sich bereit um das Nibelungenlied von allen Seiten zu beleuchten. Foto: Karolina Krüger


    VON KAROLINE KRÜGER Im Försterbau des Château Schembs konnte man sich am Sonntag zur Mittagszeit gemeinsam mit C. Bernd Sucher, Autor und Theaterkenner mit eigener Fernseh-Literatur-Show, und den Schauspielern Marion Breckwoldt, Kriemhilds Zofe und Max Urlacher, Hagen, auf Spurensuche im Nibelungenlied machen. In eine, von tiefer Verbundenheit zu Stoff und Werk des Nibelungenliedes geprägten, Rezession Suchers flossen von den Schauspielern beispielhaft vorgetragene Textpassagen ein, die das Epos lebendig werden ließen und Anlass für den ein oder anderen Lacher waren.

    Es war schon eine besondere Leistung von C. Bernd Sucher die 29 Aventuren des Liedes, das im Mittelalter nach Jahrhunderte langer mündlicher Überlieferung in den verschiedenen Handschriften  ungefähr zwischen 1190 und 1219 niedergeschrieben worden war, in nur 45 Minuten darzulegen. Es gelang nicht nur einen Abriss des Inhaltes, sondern auch auf die Entstehungsgeschichte des seit 2003 zum UNESCO Weltdokumentenerbe gehörende Legende einzugehen. Das Monsterepos, wie er es liebevoll nennt enthält alle menschlichen Leidenschaften und Vergehen, es zeigt neben seinem moralischem Überbau insbesondere das Geschlechterbild des Mittelalters in den Charakteren Brünhilds und Kriemhilds auf, während es sich im Hauptthema dem Tod und der Tatsache widmet, dass alle Agierenden Täter und Opfer zugleich sind.

    Während Brünhild ihre magischen Kräfte, die sie zur Auflehnung gegen die von Männermacht dominierte Welt einsetzt, durch die Entjungferung verliert und fortan die unterwürfige Frauenrolle akzeptiert, entwickelt sich die Frauenrolle Kriemhilds konträr. Von der, in die Geschlechterrolle der unterwürfigen Frau, ergebenen Königstochter, aus der dienenden Opferrolle wandelt sie sich in die machtvolle nach Rache lechzenden Partisane, die Hagen erschlägt um dann selbst aus Strafe für diese Übertretung aller gesellschaftlichen Regeln von Hildebrand getötet zu werden. Kriemhild stellt durch Hagens  Tod durch Frauenhand, eine ungeheuerlichen Tat, dessen Ansehen und Nachruhm nach mittelalterlichen Wertvorstellungen nachhaltig in Frage.

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