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  • Mo., 21. November 2016, 10:02 Uhr
    AG für Kind und Familie spendet 5.000 Euro an Warbede Frauenzentrum / Fahnenhissung und Brötchentütenaktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

    "Superheldinnen" unterstützt

    Von links: Regina Mayer, Sibylle Weber, Dr. Marcus Walden, Annette Hölter und Alexander Blüm bei der Scheckübergabe in den Räumen des Warbede Frauenzentrums. Foto: Vera Beiersdörfer

    Von Vera Beiersdörfer| Einen kontinuierlichen Unterstützer zu haben, ist ein großes Glück und ein Segen, weiß Diplom-Psychologin Regina Mayer von der Notruf- und Beratungsstelle für Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt und sexualisierter Gewalt geworden sind. Es ist eine große Aufgabe, die die Mitarbeiterinnen des Warbede Frauenzentrums tagtäglich stemmen. So bietet die Fachstelle beispielsweise Fortbildungen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt an. Auch für die Reform des § 177 StGB  (sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) machten sich die Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs Worms stark und forderten erfolgreich Schutzlücken im Sexualstrafrecht zu schließen. Eine Informationskampagne zur Aufklärung über K.o.-Tropfen hat bereits vor Jahren ihren Anfang genommen und auch das Frauencafé im Lutherring zählt zu den Aktivitäten der Fachstelle.


    Lob für persönlichen Einsatz
    Um all diese Aktionen und Angebote aufrecht erhalten zu können, sind Regina Mayer und ihre Kolleginnen auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Groß war daher die Freude, als in der vergangenen Woche Alexander Blüm, Geschäftsstellenleiter der Aktiengesellschaft für Kind und Familie, einen Spendenscheck in Höhe von 5.000 Euro an die Einrichtung überreichte. „In all der Zeit, in der wir das Warbede Frauenzentrum unterstützen, war ich immer voll der Bewunderung für die hier geleistete und leider notwendige Arbeit.


    Das Engagement der Mitarbeiterinnen überwiegt die bisher zusammengekommene Spendensumme von 25.000 Euro um ein Vielfaches“, erläuterte Blüm im Beisein von Dr. Marcus Walden und Steffen Burdack, beide Sparkasse Worms-Alzey-Ried. In seiner Funktion als Aufsichtsrat bei der AG für Familie und Kind war Dr. Marcus Walden ebenfalls voll des Lobes für den Einsatz von Regina Mayer und ihrem Team.


     


    Neue Kampagne startet
    Mit der neuerlichen Spende wird das Warbede Frauenzentrum  die jüngste Informationskampagne des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, die am internationalen Tag gegen Gewalt (25. November) startet, unterstützen. Kernstück der Kampagne ist ein Film, der  in verschiedenen Sprachen, auch in Gebärdensprache, erklärt, was Gewalt ist, welche niedrigschwellige Hilfe es für Frauen und Mädchen gibt und wo sie sich hinwenden können. „Die Kampagne richtet sich besonders an Mädchen und Frauen mit Migrationsgeschichte, Fluchterfahrungen oder Behinderung“, so Sibylle Weber vom Frauennotruf. „Denn noch immer wissen viele nicht, welche Angebote die Fachberatungsstellen machen. Manche Frauen haben auch das Gefühl, dass ihr Problem nicht ‚schlimm genug‘ ist, um sich an eine professionelle Stelle zu wenden.“


    Ambulante Beratung hilft. Das belegen wissenschaftliche Studien. „Dennoch ist es für manche Mädchen und Frauen schwer, Hilfe zu finden. Etwa, wenn sie nicht deutsch sprechen oder ihnen Informationen fehlen, wo sie sich hinwenden können. Da setzt die Kampagne „Superheldin gegen Gewalt“ an“, ergänzt Regina Mayer.


    „Wir wollen viele Frauen und Mädchen über ganz unterschiedliche Wege erreichen. Zur Verbreitung des Films werden daher auch öffentlichkeitswirksame Materialien wie Aufkleber oder Display-Cleaner für Smartphones verteilt. Der Film wird des Weiteren acht Wochen lang im Wartezimmer von sieben gynäkologischen Praxen gezeigt. „Am meisten hoffen wir aber, dass Mädchen und Frauen sich über Social Media gegenseitig über die Möglichkeit der Unterstützung informieren und finden – sie alle sind Superheldinnen“, wünscht sich Sibylle Weber. 


    Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache!
    Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor eine der häufigsten Menschen­rechts­­verletzungen weltweit. Jährlich wird am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, auf diesen Zustand aufmerksam gemacht. „In Worms wird es in diesem Jahr zwei Aktionen zum Gedenktag geben “, informiert Gleichstellungsbeauftragte Jasmine Olbort. Mehrere Wormser Bäckereien beteiligen sich erneut an der Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Sie verkaufen ihre Brötchen in speziell bedruckten Anti-Gewalt-Tüten. Mit dabei sind die Bäckereien Theurer, Hess, Schmerker, Blaser, Hofmeister und Schall. Als zweite Aktion wird OB Michael Kissel gemeinsam mit dem Wormser Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen am Freitag, dem 25. November, um 10 Uhr vor dem Wormser Rathaus die Aktionsfahne „Frei leben ohne Gewalt“ hissen und damit ein deutliches Zeichen der Solidarität mit betroffenen Frauen setzen. Zur Fahnenhissung, bei der auch die neue Kampagne „Superheldin gegen Gewalt“ des Frauennotrufs Worms vorgestellt werden wird, sind alle Bürger herzlich eingeladen.


    Ausführliche Informationen
    Weitere Informationen zum Thema und zur Veranstaltung erhalten Interessierte bei der Gleichstellungsbeauftragten Jasmine Olbort, Telefon 06241/8537400 oder per E-Mail an  gleichstellungsstelle@worms.de. Der Kurzfilm und weitere Informationen zur Kampagne „Superheldin gegen Gewalt“ sind ab Freitag, dem 25. November, auf www.frauenzentrumworms.de oder www.superheldin-gegen-gewalt.de zu finden.

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