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  • Fr., 13. Juli 2018, 12:34 Uhr
    NGG will faire Preise / In der Stadt 50 Jobs in der Fleischwirtschaft

    Supermärkte in Worms sollen Fleisch nicht verramschen

    Billig, billiger … noch billiger geht es nicht: Die Lebensmittel-Gewerkschaft NGG fordert faire Preise für gute Qualität – erst recht in den Fleischregalen der Discounter. Foto (alle Rechte frei): Tobias Seifert / NGG

    2,19 Euro für 600 Gramm Nackensteak? Mit Blick auf die Grillsaison in Worms warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor Ramschpreisen beim Fleisch.


    Rabattschlachten in den Supermärkten gefährdeten nicht nur die Qualitätsstandards bei Schwein, Rind und Geflügel. „Auch Jobs sind bedroht, wenn immer mehr und immer billiger produziert wird“, sagt Guido Noll von der NGG Darmstadt und Mainz. Nach Angaben der Arbeitsagentur sichert die Fleischverarbeitung rund 50 Arbeitsplätze in Worms. In Rheinland-Pfalz beschäftigt die Branche rund 7.800 Menschen.


    „Von der Aufzucht im Stall bis zur Zerlegung im Schlachtbetrieb – Fleisch ist in der Herstellung extrem aufwendig. Allein für ein Kilo Rindfleisch sind in der Produktion 15.000 Liter Wasser nötig“, macht Noll deutlich. Das müsse sich aber auch am Preis zeigen. Statt auf das Billig-Prinzip zu setzen, sollten Discounter mit gutem Beispiel vorangehen und sich gemeinsam zu fairen


    Mindestpreisen bekennen. „Und auch Verbraucher haben die Wahl. Die Packung Bratwürste sollte dem Käufer schon mehr wert sein als ein Bund Bananen“, so Noll. In anderen EU-Ländern gäben die Menschen – gemessen am Einkommen – viel mehr für Fleisch und Wurst aus.


    Mit Sorge beobachtet die NGG zugleich den Trend, dass Firmen in der Schlachtung und Fleischverarbeitung zu oft auf Niedriglöhne setzten. Auch dies habe direkt mit dem Preiskampf zu tun. „Häufig werden Subunternehmer aus dem Ausland engagiert, die ihren Beschäftigten teils


    sogar den Mindestlohn vorenthalten“, erklärt Noll. Regelmäßig decke der Zoll organisierte Schwarzarbeit auf. Die NGG Darmstadt und Mainz fordert deshalb verpflichtende Branchen-Standards: „Nur wer eine Ausbildung hinter sich hat, sollte schlachten und Fleisch zerlegen dürfen.


    Und diese anstrengenden Jobs müssen auch vernünftig bezahlt werden.“ Dabei ist der Hunger auf Fleisch auch außerhalb der Grillzeit ungebrochen groß. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aß jeder Deutsche zuletzt durchschnittlich gut 36 Kilogramm Schweinefleisch pro Jahr. Beim Geflügel waren es 12,5 und beim Rindfleisch 9,7 Kilo. Ein großer Teil des Fleischs stammt dabei aus heimischer Produktion.


    Allein in den rheinland-pfälzischen Mastbetrieben gibt es laut Statistischem Bundesamt 77.000 Schweine und 37.000 Millionen Hühner.



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