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  • So., 12. Februar 2023, 18:08 Uhr
    FUSSBALL: Stand in der Bezirksliga Rheinhessen

    SVH kämpft um den Titel

    Wer soll Lars Freese im Sturmzentrum ersetzen? Mit Nils Höflich(re) hat der SVH einen Akteur im Kader, der diese Lücke schließen kann. Zuzutrauen ist es ihm allemal. Foto: Felix Diehl


    Von Marcus Diehl › In der Bezirksliga Rheinhessen ist für die Vereine aus dem Raum Worms noch alles möglich. Voll im Titelkampf steht der SV Horchheim, dagegen kämpft der TuS Neuhausen gegen den Abstieg. Im Mittelfeld der Tabelle befinden sich der VFL Gundersheim und der SV Guntersblum. Für die Gundersheimer aber keine wohlhabende Situation. Bei schlechtem Verlauf kann es bis zu fünf Absteiger geben.

    Meisterschaft:

    Im Rennen um die Meisterschaft ist der SV Horchheim dabei. Auf dem dritten Tabellenplatz liegend und hat ein Spiel weniger bisher ausgetragen als der Tabellenführer Spvgg Ingelheim. Zwei Saisonniederlagen hat der SCH ausgerechnet gegen die zwei Teams kassiert, die in der Tabelle auf Platz eins und zwei stehen. Für Trainer Sascha Löcher sind die weiteren Punktverluste viel relevanter: „Eigentlich sind die vier Unentschieden noch viel ärgerlicher. Bei der Niederlage gegen Mombach hatten wir einfach keinen guten Tag und für unsere Spielidee schwierige Platzverhältnisse. In Ingelheim wurden wir zu deutlich und unter Wert geschlagen. Wir müssen mehrmals in Führung gehen, stattdessen gehen in die Ingelheimer in Front, spielen sich in einen Rausch und bei uns gelingt gar nichts mehr, war eine reine Kopfsache.“ Damit spricht Trainer Sascha Löcher das einzig negative in dieser Saison indirekt schon an. Sie stellen zwar die beste Offensivreihe, aber in einzelnen Spielen war die Chancenverwertung verbesserungswürdig.

    Ansonsten hat er nur Positives über sein Team zu berichten. „Der Zusammenhalt im Team, die Entwicklung der Mannschaft und vieler einzelner Spieler, die Art und Weise wie wir gespielt haben und viele Spiele noch drehen konnten.“ Von seinem Team erwartet er den nächsten Entwicklungsschritt und dass aus den Rückschlägen etwas gelernt wurde. „Wir müssen die engen Spiele auf unsere Seite ziehen und öfter zu ‚Null‘ spielen. Das ein 1:0 Vorsprung über die Zeit gebracht wird und zum Sieg reicht. Wir müssen konzentriert bleiben, den Fokus immer voll und ganz auf das jeweils nächste Spiel richten und nicht von der Zukunft träumen.“ Einen Dreikampf um den Titel mit Ingelheim, trotz überraschenden Trainerwechsel, Mombach und uns, erwartet Trainer Sascha Löcher: „Ich hoffe, dass wir bis zum Schluss im Rennen bleiben und im Idealfall am letzten Spieltag gegen Ingelheim ein Endspiel um die Meisterschaft haben. Unser Motto lautet: Alles kann, nichts muss. Vielleicht können wir uns dadurch die nötige Lockerheit beibehalten, um nicht zu verkrampfen. Das kann am Ende ein Vorteil gegenüber den beiden anderen Teams sein, die schon vor Saisonbeginn zu den Titelfavoriten zählten.“

    Mittelfeld:

    Der SV Guntersblum steht nach einem sehr guten Start im gesicherten Mittelfeld in der Tabelle. Der VFL Gundersheim hingegen wird bei fünf möglichen Absteiger noch ein paar Punkte erzielen müssen. Trainer Kevin Boos: „Der Klassenerhalt ist noch nicht sicher. Ich bin aber überzeugt, wenn wir so weiter machen, schaffen wir das.“ Der VFL fand schwer in die Saison hinein, mit teils deftigen Niederlagen. „Wir müssen uns bewusst sein, dass es in jedem Spiel um die pure Einstellung geht und dass wir mit der nötigen Konsequenz die Aktionen ausüben. Daraus wird automatisch das Spiel positiver. Das hatten wir am Anfang der Saison nicht. Teilweise lag es am eigenen Unvermögen, wenn ich an das Spiel gegen Marienborn denke. Einfach zu schnell den Kopf hängen lassen nach negativen Aktionen. Wurde aber immer besser zum Ende. Das spiegelt sich an den Resultaten nieder.“ Der VFL muss wegen der vielen Gegentore einen extremen Aufwand betreiben, um ihre Spiele zu gewinnen. Umso mehr freut sich Trainer Kevin Boos für die Steigerung seiner Mannschaft im Laufe der Saison. Ein klarer Lernprozess für sein junges Team. „Vor der Saison haben wir drei Spieler aus der eigenen Jugend hochgezogen, die das wirklich sehr gut machen. Diesen Weg wird nach wie vor gegangen. Ich bin überzeugt, dass das auch so weitergeführt wird.“

    Abstiegskampf:

    Der TuS Neuhausen steht mit zwölf erreichten Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. In der Winterpause wurde nicht nur am Kader etwas verändert, sondern auch auf dem Trainerposten. Für Holger Heidenmann wurde Franz Graber verpflichtet. Mit Dominik Schwarz und Maximilian Schröher plante der Verein nicht mehr und so bekamen die beiden die Freigabe zum Wechsel. Bei Maximilian Fett war es der eigene Wunsch zu seinem Heimatverein zurückzukehren. Nach einigen Einheiten durfte sich Trainer Franz Graber mittlerweile sein erstes Bild machen. „Viele Individualisten im Team, aber nicht als Mannschaft präsentiert. Es war keine Hierarchie vorhanden. Nur Häuptlinge auf dem Platz und jeder meint etwas sagen zu müssen.“ Es gibt viele Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. Da kommt auf die Spieler einiges zu. „Die Fitness steht bei mir an der ersten Stelle, sie ist die Grundlage eines jedes Fußballers. Nach einer langen Winterpause ist der körperliche Zustand nicht optimal. Ich persönlich hätte die Vorbereitung länger geplant, als mein Vorgänger. Deshalb bleibt wenig Platz, um spielerische Elemente zu trainieren, wobei dies kein Problem darstellt, die Mannschaft ist erfahren genug.“

    Weiterhin wird Franz Graber am defensiven Verhalten einiges verändern. „Wenn man das Torverhältnis sieht, liegt es auf der Hand an der Abwehrarbeit arbeiten zu müssen, die bekanntlich im Sturm beginnt. Wir müssen im Verbund verteidigen, dadurch die Räume eng machen und dem Gegner keinen Platz lassen, um frei aufspielen zu können.“ Vor der Saison konnte dem TuS einiges zugetraut werden. Mit dem schlechten Abschneiden bisher hatten die Verantwortlichen sicher nicht gerechnet. Trainer Franz Graber: „Vom Verein her wurde eine gute Mannschaft zusammengestellt, die meines Erachtens absolut Bezirksliga tauglich ist. Ich habe einige Spiele gesehen und in keiner dieser Begegnungen war der TuS die schlechtere Mannschaft, einzig und allein die Ergebnisse stimmen nicht.“  Auf die Frage hin, was passieren muss, dass der TuS nicht absteigt, kommt von Trainer Franz Graber eine einfache Antwort. „Möglichst alle Spiele, die noch zu spielen sind, gewinnen!“
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