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Mo., 25. April 2022, 10:10 Uhr
Fussball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar – Abstiegsrunde: Waaris Bhatti rettet TSG Pfeddersheim durch späten 1:1-Ausgleich beim TSV Emmelshausen die Serie
Tabellenführer wankt, fällt aber nicht
Henrik Nagel (vorne links) feierte im Spiel beim TSV Emmelshausen sein Comeback im Oberliga-Team der TSG Pfeddersheim nach über fünfmonatiger Verletzungspause wegen einer Kreuzband-Dehnung im Knie. Foto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Es bleibt auch im neunten Spiel des Jahres 2022 weiter dabei: In vier Nachholspielen und den fünf Matches der Abstiegsrunde der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ist die TSG Pfeddersheim noch ungeschlagen. Im Spiel beim stark vom Abstieg bedrohten Tabellenelften TSV Emmelshausen brauchte es für den Klassenprimus aus dem Wormser Stadtteil aber eine Energieleistung und ein spätes Ausgleichstor zum 1:1-Endstand, um trotz drückender Überlegenheit speziell im zweiten Durchgang der Begegnung wenigstens einen Zähler aus der kleinen Verbandsgemeinde im Hunsrück-Mittelrhein mitzunehmen.
TSV-Fünferkette macht TSG zu schaffen
Weil Routinier Benjamin Himmel fehlte, rückte der Kapitän Tobias Bräuner in die Pfeddersheimer Innenverteidigung, wo er, wie TSG-Trainer Daniel Wilde befand, „seine Sache gut machte“. Probleme hatte der Tabellenführer an anderer Stelle. „Wir fanden gegen die Fünfer- und Dreierkette des TSV zunächst keine Mittel“, so Daniel Wilde. Und eine zuletzt altbekannte Schwäche bei Standards kam hinzu. Nach einer Ecke stand Iljaz Gubetini im TSG-Strafraum frei und köpfte zur 1:0-Führung ein (13.) – der dritte Gegentreffer der Pfeddersheimer nach einem Standard in Folge. Zugleich aber auch laut Wilde ein Weckruf für die Gäste: „Wir haben das Heft in die Hand genommen.“ Dennoch reichte es nur zu einer Großchance durch Melchisedec Yeboah kurz vor der Pause, aber TSV-Torwart Jonas Börsch parierte glänzend (42.).
Wie die Geschichte vom Hasen und dem Igel
Apropos Jonas Börsch. Der 24-jährige Keeper, seit 2015 beim TSV Emmelshausen zwischen den Pfosten, avancierte zum „Man of the Match“. TSG versus Börsch oder die Geschichte vom Hasen und vom Igel lebte in Hälfte zwei allenthalben auf. Überall wo erst Sebastian Kaster (54.), Patrick Huth mit einem Schlenzer (60.), Waaris Bhatti und Huth mit einer unfassbaren Dreifach-Chance (68.) einzunetzen versuchten, hieß es: „Ich bin schon da!“ Jonas Börsch hielt und hielt und hielt. „Eine klasse Vorstellung vom besten Mann auf dem Platz“, lobte selbst Daniel Wilde den gegnerischen Schlussmann für seine spektakulären Paraden über den grünen Klee.
1:1-Ausgleich als Kopie des Gegentores
Pfeddersheim drängte unverdrossen weiter. Wilde: „Wir haben sie komplett eingeschnürt, haben richtig guten Fußball gespielt.“ Nur das Tor wollte nicht glücken. Auch nicht, als der eingewechselte Vllaznim Dautaj zu genau an den Pfosten köpfte (77.). Was machen, wenn alle spielerischen Mittel nichts nützen? Vielleicht hilft es ja, selbst erlebtes zu reproduzieren. Gedacht, getan. Ecke Huth und in der Mitte köpft Waaris Bhatti das Leder – diesmal unhaltbar für Jonas Börsch – in die Maschen (87.). Ein später Ausgleich, ein höchst verdienter Ausgleich. Gleichwohl kann Daniel Wilde ein Gefühl nicht unterdrücken: „Das kommt doch wie eine gefühlte Niederlage an.“ Egal. Die Serie der TSG steht und der Klassenerhalt rückt näher.