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  • Do., 18. Oktober 2018, 18:04 Uhr
    Geistliche Hospizbegleitung: Pfarrer Joachim Putz referierte zum Umgang mit Sterbenden, Toten und ihren Angehörigen

    Tabuthema Tod und Sterben

    Der KKV-Probitas Worms startete mit dem sensiblen Tabu-Thema „Tod und Sterben – geistliche Hospizbegleitung – der Umgang mit Sterbenden, Toten und ihren Angehörigen“ in die Vortragsreihe seines Winterprogramms. Bildungsbeauftragter Peter Behringer konnte zu diesem Thema den Referenten des Abends, Trauer- und Hospiz-Seelsorger Pfarrer Joachim Putz im gut besuchten Martinushaus herzlich begrüßen.


    Pfarrer Putz ist in Herrnsheim aufgewachsen, seit 1995 Priester im Bistum Mainz, seit sieben Jahren in der Hospizarbeit tätig, seit Oktober 2017 Leiter der Projektstelle für Hospiz – und Trauerpastoral im Dekanat Worms. Zunächst referierte Pfarrer Putz über die drei Säulen der Hospizarbeit, deren Symbole er gleich mitgebracht hatte: Nämlich die palliative Begleitung (Pallium der Mantel) als schützender wärmender Mantel – Beschwerdefreiheit und Wohlbefinden in schweren Zeiten einer Erkrankung. Mit einem Glas und einer Flasche Wein symbolisierte er die ambulante Begleitung, aber auch die Gewährleistung der Lebensqualität zu Hause, die letzten Wünsche zu erfüllen und die Ängste zu nehmen. Neben der palliativen und ambulanten Begleitung steht ergänzend die stationäre Einrichtung, das Hospiz, durch ein kleines Modellhaus symbolisiert. Hospiz stammt aus dem lateinischen „Hospitium“ und heißt Herberge, früher Pilgerraststätten, heute Einrichtungen, in denen Schwerkranke und ihre Angehörigen von fachkundigem Personal und ehrenamtlichen Mitarbeitern begleitet werden und während der letzten Lebensphase miteinander leben.


    Bewegende Momente


    Nun schilderte der Hospizseelsorger bewegte Begebenheiten und Ereignisse aus seiner Begleitung von Menschen am Ende ihres Lebens, Geschichten, die die Zuhörer in ihren Bann zogen. Zum Beispiel die Geschichte von dem Schwerkranken im Hospiz, dem er an Weihnachten ein Weihnachtslied vorsang und dieser dabei für immer sanft eingeschlafen sei. Es kam ihm so vor, als ob er ein Schlaflied für ihn gesungen hätte, so wie am Anfang des Lebens, Kinder in den Schlaf zu singen, so hier am Ende des Lebens, in die ewige Ruhe.


    Bei der spirituellen Begleitung eines Menschen in dieser Lebensphase gibt es aber auch sehr ernste Gespräche über den Tod, die Ängste, das nicht-Loslassen-können, der Wunsch nach Versöhnung, den Wunsch Bilanz zu ziehen. Die Frage: Wie habe ich gelebt? Was kommt danach? Was erwartet mich? Hier kommt der persönliche Glaube mit ins Spiel, ins Gespräch. Wenn jemand nicht mehr sprechen kann, dann sind die Augenblicke wichtig, das Handhalten, die Verbundenheit. Es ist der Wunsch nach Ruhe, nach Geborgenheit, auch nach Versöhnung. Oft wird es auch ein schwerer innerlicher Kampf. Begleitung hat sehr viel mit Vertrauen zu tun, auch der Respekt und die Achtung vor dem Leben des Menschen, der begleitet wird. Nie wird das Leben intensiver empfunden als in der Nähe des Todes.


    „Wie würde ich gerne sterben?“


    Der Referent stellte sich die Frage: Wie würde ich gerne sterben? Folgende Antworten: In Würde, geborgen, in Ruhe, umgeben von meinen Lieben, ohne Schmerzen, ohne Angst. Seine Vision wäre, dass Menschen zugewandt, liebevoll, voller Aufmerksamkeit, an der Hand eines anderen Menschen sterben können. Dabei gilt grundsätzlich: Ambulant vor stationär. Aber es gibt immer mehr Situationen, in denen eine Begleitung zu Hause nicht möglich ist.


    Deshalb hat es sich der Verein Stationäres Hospiz Rheinhessen zum Ziel gesetzt, in absehbarer Zeit ein Hospiz in der Region zu errichten. Der Verein hat schon über 200 Mitglieder und ist dabei ein geeignetes Grundstück zu suchen, das die erforderlichen Kriterien wie zum Beispiel eine gute Erreichbarkeit auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, erfüllt. Die Vereins-Stiftung ist vernetzt mit den ambulanten Hospizdiensten und pflegt gute Kontakte zur Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung SAPV.


    Benefizkonzert am 25. November


    Zum Schluss seines bewegenden Vortrages gab Pfarrer Putz noch Hinweisinformationen zur Ausbildung von ehrenamtlichen Hospizbegleitern, einem Letzte Hilfe Kurs für Sicherheit im Umgang mit sterbenden Angehörigen und einem Benefizkonzert am Freitag, dem 25. November, um 16 Uhr in der Wormser Dreifaltigkeitskirche.

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