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So., 13. Dezember 2015, 21:02 Uhr
Die Mannheimer Kufencracks verlieren am Sonntag mit 4: 5 nach Penalty-Schießen gegen Wolfsburg und müssen damit die vierte Pleite in Folge einstecken
Talfahrt der Adler geht weiter
Nur im zweiten Drittel vermochten die Adler, wie hier Glen Metropolit (blaues Trikot), gegen Wolfsburg zu überzeugen. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler haben am Sonntagabend gegen die Wolfsburg Grizzlys mit 4:5 (0:0/4:1/0:3/0:0/0:1) Toren nach Penalty-Schießen verloren. Dies ist die vierte Niederlage in Folge. In der Tabelle bleiben die Adler auf Rang 1, da auch die ärgsten Verfolger aus Berlin und Iserlohn am Sonntag „Federn lassen“ mussten.
Es läuft zurzeit einfach nicht rund bei den Adlern. Die Partie am Sonntag gegen Wolfsburg war symptomatisch für die derzeitige Verfassung des Teams und bot Eishockey zum Abgewöhnen. Von Beginn an waren die Mannheimer hypernervös. Es lief nichts zusammen. Genauso übrigens wie bei den Grizzlys. Somit war der erste Abschnitt wohl der schwächste, den die Zuschauer in dieser Saison in der SAP-Arena zu sehen bekamen. Im zweiten Drittel war Mannheim zunächst auch nicht überzeugend, doch die Cracks im blau-weiß-roten Dress wühlten sich in die Partie und konnten schließlich sogar eine komfortable 4:1 Führung herausschießen, auch wenn sie dabei nicht zu glänzen vermochten. Doch Glanz und Schönheit verlangte auch keiner, alle wollten nach drei Niederlagen nur endlich einen Sieg, egal wie. Und mit der 4:1 Führung im Rücken schien die Partie zugunsten der Adler „gelaufen“. Doch es kam anders. Im letzten Abschnitt verschenkten die Adler den Sieg durch Unkonzentriertheiten und eine laxe Spielweise. Schließlich stand es nach 60 Minuten 4:4 unentschieden und nach torloser Verlängerung musste das Penalty-Schießen über Sieg und Niederlage entscheiden. Hier hatte Wolfsburg das besser Ende für sich.
Somit endete eine auf insgesamt sehr niedrigem Niveau stehende Partie mit einer erneuten Adler-Pleite. Beide Teams agierten sehr schwach und man wähnte sich eher in einem Kellerduell als in einem Spitzenspiel. Die Frage ist nun, wie kann eine Adler-Mannschaft die zuvor achtmal in Folge siegte nun so abstürzen? Den Pucksport verlernt haben können die Cracks auf dem Eis nicht haben. Es liegt wohl an der Psyche. Die Adler wollten und mussten heute unbedingt gewinnen. Dadurch verkrampften sie restlos. Auch fehlt das Selbstvertrauen und der Glaube an sich selbst und das Team.
Aber es ist auch so, dass man von den sogenannten Leistungsträgern zu wenig sieht. In der Abwehr ist es nur Sinan Akdag, der Akzente setzt, auch wenn schon mal glanzvoller agierte. Im Sturm ist von einem Jochen Hecht oder Kai Hospelt nicht viel zu sehen und auch ein Glen Metropolit scheint nur im Überzahl wirklich präsent. Selbst Adler-Kapitän Marcus Kink oder Dauerläufer Ronny Arendt sind von ihrer Top-Form weit entfernt. Einfach einen Hebel umlegen und es flutsch wieder, geht wohl nicht. Ab jetzt heißt es: Kämpfen, kämpfen und das Spiel einfach halten, keine Schnörkel und Kabinettstückchen mehr.
Bereits am Dienstagabend haben die Adler die nächste Partie, dann empfangen sie in der SAP-Arena um 19.30 Uhr das Team von Red Bull München, das am Sonntag mit 2:1 (2:0/0:0/0:1) Toren gegen die Eisbären Berlin siegen konnte.
Zur Chronologie
1. Drittel
Ein sehr zerfahrenes Drittel ohne wirkliche Höhepunkte. Zwingende Torgelegenheiten waren auf beiden Seiten Mangelware. Selbst in Überzahl brachten die zwei Mannschaften nur wenig zustande. Man sah den Cracks aus der Quadratestadt die Unsicherheit und Nervosität nach drei Niederlagen in Folge an. Fazit: Insgesamt, ein langweiliges und fades Drittel ohne Klasse und Höhepunkte. Torschüsse : Mannheim 10 - Wolfsburg 7
2. Drittel
Im zweiten Drittel gaben die Adler endlich Gas. In der 24. Minute der verdiente Lohn, Christoph Ullmann markiert die 1:0 Führung. Der Schock dann allerdings nur anderthalb Minuten später als Tyler Haskins zum 1:1 Ausgleich einschoss. Die Adler blieben aber das dominierende Team. Die Folge war das 2:1 in der 28. Minute erneut durch Christoph Ullmann, diesmal in Überzahl. Von nun an diktierten die Mannheimer eindeutig das Geschehen auf dem Eis. Wolfsburg jetzt extrem schwach. Die logische Konsequenz war das 3:1 für die Blau-Weiß-Roten durch Glen Metropolit in der 33. Minute. Der Treffer fiel erneut im Powerplay. In der 38. Minute konnte Adler-Verteidiger Steve Wagner zum 4:1 nachlegen. Dies war auch der Stand beim Gang in die Kabinen. Von den Grizzlys war über weite Strecken des Abschnitts nichts zu sehen. Fazit: Mannheim hatte das Match mit vier Treffern in die Hand genommen, Wolfsburg enttäuschte komplett. Torschüsse: Mannheim 16 - Wolfsburg 4
3. Drittel
Der dritte Abschnitt plätscherte zunächst emotionslos dahin. Es fehlte die ganz große Leidenschaft auf beiden Seiten und die wirklich packenden Torszenen. Mannheim schaltete einen Gang zurück und war sich des Sieges zu gewiss. Dadurch erlaubten es die Cracks aus der Quadratstadt, dass sich Wolfsburg stabilisierte und wieder konzentrierter zu Werke ging. Schließlich passierte, was passieren musste, Gerrit Fauser markierte in der 49. Minute den 2:4 Anschlusstreffer für die Grizzlys. Damit aber nicht genug, in der 53. Minute verkürzte der Wolfsburger Daniel Widing gar auf 3:4 Tore. Nun war wieder Feuer im Spiel. Und schließlich schoss Grizzly-Stürmer Daniel Widing in der 57. Minute gar zum 4:4 Ausgleich ein. Dies war auch der Stand nach 60 Minuten, sodass es in die Verlängerung ging. Fazit: Mannheim hat das Match leichtfertig aus der Hand gegeben, die Grizzlys nutzten ihr Chance zum Comeback. Torschüsse: Mannheim 2 - Wolfsburg 10
Verlängerung / Penalty-Schießen
Mannheim das aktiver und offensivere Team. Aber half nichts,d er Puck wollte nicht ins Tor gehen, selbst Ryan MacMurchy scheiterte mit einer Top-Gelegenheit. Torschüsse: Mannheim 6 - Wolfsburg 2.
Somit ging es ins Penalty-Schießen. Hier scheiterten die Mannheimer Buchwieser und Hospelt, während für Wolfsburg Furchner und Mulock verwandelten.
Statistik
Mannheim : Wolfsburg 4:5 (0:0/4:1/0:3/0:0/0:1) n. P.