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Fr., 05. Februar 2016, 23:39 Uhr
Die Mannheimer Kufencracks unterliegen mit 0: 2 Toren bei den Wolfsburg Grizzlys
Talfahrt der Adler geht weiter
Adler-Verteidiger Mathieu Carle hatten den Anschlusstreffer auf dem Schläger, doch scheiterte er knapp. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler unterlagen am Freitagabend bei den Wolfsburg Grizzlys mit 0:2 (0:1/0:1/0:0) Toren. Eine besonders bittere Niederlage, denn beide Mannschaften sind und waren direkte Tabellennachbarn. Nach der Partie bleibt Wolfsburg auf Rang sechs und Mannheim auf Position sieben. Allerdings liegen jetzt fünf Punkte zwischen beiden Clubs. Nach heutigen Stand wären die Blau-Weiß-Roten nicht für die Play-Offs qualifiziert, da dies nur die besten sechs Teams der Liga sind. Mannheim müsste in die Pre-Play-Offs, eine Art Vorrunde der Mannschaften von Platz sieben bis zehn, bei der noch zwei Teilnehmer für die Play-Offs ermittelt werden, um das Achter-Feld komplett zu machen. Noch aber sind neun Partien in der DEL zu spielen, bevor die Punktrunde vorbei ist. Am Sonntag empfangen die Mannheimer um 14.30 Uhr die Augsburger Panther in der SAP-Arena.
Doch zurück zum Spiel in Wolfsburg. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge wollten die Adler für den Umschwung sorgen. Dies misslang gründlich. Vieles im Mannheimer Spiel blieb Stückwerk und es haperte an Effizienz, Durchschlagskraft und Leidenschaft. Nachdem die Grizzlys im ersten Abschnitt stärker waren, drückte Mannheim der Partie im zweiten Abschnitt zwar den Stempel auf, doch es gelangen keine Tore. Und so kann man auch nicht gewinnen. Vieles muss sich im Mannheimer Spiel ändern, will man noch zu den Top-Teams der Liga aufschließen. Im letzten Drittel machten es dann die Schiedsrichter mit merkwürdigen Entscheidungen unmöglich, dass Mannheim noch einmal herankam. So wurde ein übles Foul an Adler Torjäger Ryan MacMurchy nicht dem Regelwerk entsprechend geahnten, dafür wanderten häufig Mannheimer auf das Sünderbänkchen. Die Niederlage der Adler nur auf die Schiedsrichter schieben zu wollen, wäre falsch. Die Blau-Weiß-Roten zeigten keine überzeugende Leistung und werden in dieser Form mit der Vergabe der Deutschen Meisterschaft nichts zu tun haben. Doch gegen Wolfsburg zu gewinnen zu wollen, wenn die Referees unausgewogen pfeifen, war für Mannheim am Freitagabend einfach nicht machbar. Dass die Schiedsrichter eine der Schwachstelle der DEL sind, ist schon lange kein Geheimnis mehr, doch hat man den Eindruck, die Qualität nimmt stetig ab. Es ist einfach schade, wenn ein Match nicht alleine von den Cracks auf dem Eis entschieden wird, sondern die Männer im gestreiften Dress hier ein gehöriges Wort mitsprechen. Dies tut dem Sport nicht gut.
Auf Mannheimer Seite agierten die beiden Neuzugänge Matt Lashoff (Verteidiger) und Ray Emery (Torwart) noch nicht mit. Ob beide am Sonntag zum Einsatz kommen, ist noch nicht bekannt, zumindest bei Matt Lashoff aber wahrscheinlich.
Im Spitzenspiel der DEL gewann am Freitag übrigens Red Bull München bei den Eisbären Berlin mit 5:2 Toren. Damit sind jetzt die Roten Bullen aus der bayerischen Landeshauptstadt Tabellenführer.
Zur Chronologie
1. Drittel
Ein mäßiger Beginn der beiden Teams aus Wolfsburg und Mannheim. Zunächst die Adler etwas aktiver, ohne jedoch zum Torerfolg zu kommen. Mit ihrer ersten großen Chance gelang dann den Grizzlys in der 9. Minute die 1:0 Führung durch Mark Voakes. Auch in der Folge die VW-Städter das dominierende Team. Die Adler fanden einfach nicht zu ihrem Spiel zurück und Wolfsburg überzeugte mit einem starken Auftritt. So blieb es bis zum Pausenpfiff beim knappen 1:0 für die Grizzlys. Fazit: Ein mäßiger Start der zwei Mannschaften, dann aber setzte Wolfsburg eindeutig die Akzente. Torschüsse: Mannheim 6 - Wolfsburg 10
2. Drittel
Die Adler jetzt deutlich stärker und das dominierende Team. Die Partie insgesamt flotter und auf höherem Niveau. Obwohl Arendt, Tardif und Yip gute Chancen hatten, gelang den Mannheimern kein Treffern. Dann waren noch zehn Minuten zu spielen und Adler-Stürmer Martin Buchwieser musste auf die Strafbank. Doch die VW-Städter konnten die numerische Überlegenheit nicht nutzen. Bei fünf gegen fünf Feldspielern erkämpften sich die Blau-Weiß-Roten wieder ein Übergewicht. Was fehlte, war der Torerfolg. In den letzten fünf Minuten war es ein verbissener Fight beider Teams mit vielen Torszenen. Die Grizzlys jetzt auch wieder mit Chancen. Und dann war es zehn Sekunden vor Drittelende der Wolfsburger Fabio Pfohl, der zum 2:0 für die Niedersachsen traf. Dies war auch der Stand beim Gang in die Kabinen. Fazit: Starke Adler, die allerdings das Tore schießen vergaßen. Die Grizzlys hier cleverer, daher das 2:0 nicht unverdient. Torschüsse: Mannheim 11 - Wolfsburg 8
3. Drittel
Es waren knapp zwei Minute gespielt, da kam Adler-Stürmer Ryan MacMurchy frei vor dem Wolfsburger Torsteher Sebastian Vogl die riesige Chance, aber der Mannheimer Top-Torjäger brachte die kleine Hartgummischeibe nicht im Tor unter. Dann die Adler in Überzahl. Die große Gelegenheit hier für Kai Hospelt, aber der Mannheimer zog knapp am Tor vorbei. Schließlich waren wieder beide Teams komplett. Dann ein übles Foul von Björn Krupp an Ryan MacMurchy. Krupp checkte den Mannheimer von der Seite, bei dem Ryan MacMurchy den Angreifer nicht sehen konnte. Eine im Eishockey verbotene Aktion. Im Anschluss gab es Faustkämpfe auf dem Eis, um den umsportlich agierenden Krupp zu stellen. Als sich alles ein wenig beruhigt hatte und die Strafen verhängt wurden, gab es nur Kopfschütteln, denn Übeltäter Björn Krupp erhielt nicht die erwartete Fünf-Minute-Strafe, sondern quasi das selbe Strafmaß wie Ryan MacMurchy. Kaum wurde wieder Eishockey gespielt, wanderte Adler-Stürmer Jochen Hecht auf die Strafbank, sodass Wolfsburg in Überzahl war. Nachdem beide Teams wieder komplett waren, machte Mannheim wieder Druck. In der 53. Minute hatte Adler-Verteidiger Mathieu Carle eine große Gelegenheit, doch verpasste er knapp. Und so langsam rannte den Blau-Weiß-Roten die Zeit davon. In der 58. Minute bekam schließlich der Mannheimer Ronny Arendt eine Fünf-Minuten-Strafe, damit war die Partie entschieden. Es blieb beim 2:0 Sieg der Wolfsburger. Fazit: Mannheim schaffte es nicht mehr die Begegnung zu drehen, die Grizzlys retteten auch aufgrund der Schiedsrichterentscheidungen die drei Punkte. Torschüsse: Mannheim 17 - Wolfsburg 18
Statistik
Wolfsburg : Mannheim 2:0 (1:0/1:0/0:0)
Tore: 1:0 (08:10) Voakes (Aubin/Mullock) - EQ; 2:0 (39:50) Pfohl (Höhenleitner/Mulock) - EQ; Schiedsrichter: Brüggemann / Iwert Strafen: Mannheim 18 Min + 25 Min Arendt + 10 Min MacMurchy + 10 Min Buchwieser - Wolfsburg 10 Min + 10 Min Krupp