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  • Di., 12. März 2024, 13:02 Uhr
    MUSEUM ANDREASTIFT UND MUSEUM HEYLSHOF: Neue Sonderausstellung präsentiert Kunstwerke zum Thema Tanz

    „Tanz ins Zwanzigste“

    Kolorierte Lithographie Krinolinentanz von Leo Rauth aus dem Jahr 1910. Foto: LETTER Stiftung, Köln


    Mit der aktuellen Sonderausstellung „Tanz ins Zwanzigste. Kunst der Seitenbühne aus dem Fundus LETTER Stiftung Köln“ widmen sich das Museum der Stadt Worms im Andreasstift und das Museum Heylshof vom 9. März bis zum 16. Juni der Darstellung des modernen Tanzes in der Bildenden Kunst. Die Schau dokumentiert die Entwicklung vom Ende des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden Skulpturen und Druckgrafiken aus der Sammlung der Kölner LETTER Stiftung, ergänzt durch eine Auswahl kunstgewerblicher Objekte aus der Sammlung des Mannheimer Kulturhistorikers und Kurators Wolfgang Knapp.

    Lebensfreude der „Goldenen Zwanzigern“

    Sie verbannten Ballettschuhe und Tutu in den Schrank und traten barfuß auf. Wegbereiter des modernen Tanzes wie Isadora Duncan, Rudolf von Laban oder Mary Wigman brachen mit bürgerlichen Konventionen und auch in den Nachtclubs und Tanzlokalen der Großstädte war eine gewisse Rebellion zu spüren, wenn die Frauen in kniefreien Kleidern übers Parkett wirbelten: Hundert Jahre ist es her, dass in den „Goldenen Zwanzigern“ Kreativität und Lebensfreude einen neuen Ausdruck im Tanz fanden.

    Anlässlich dieses Jubiläums beleuchtet die neue Ausstellung die Entwicklung des Tanzes in dieser Zeit. „Tanz ins Zwanzigste“ zeigt mit zahlreichen Exponaten, wie der Tanz gesellschaftliche Entwicklungen reflektierte und Kunstschaffende inspirierte, tänzerische Ausdrucksformen in Skulpturen und Grafiken zu übertragen.

    Exponate aus Köln und Mannheim

    Die Bestände der gemeinnützigen LETTER Stiftung zu diesem Thema werden in mehreren deutschen Städten gezeigt, unter anderem ab dem 9. März in Worms. Ergänzt werden die Kölner Exponate durch eine Auswahl kunstgewerblicher Objekte und Arbeiten der angewandten Kunst aus der Sammlung des Mannheimer Kulturhistorikers Wolfgang Knapp, die im Weißen Saal des Andreasstifts zu sehen sein werden.

    Befreit vom Kanon klassischen Ballets

    Die Sonderausstellung „Tanz ins Zwanzigste“ zeigt, wie das gewandelte gesellschaftliche Selbstverständnis angesichts zunehmender Industrialisierung und rasanter Urbanisierung nicht zuletzt auch in eine neue Tanzkultur mündete. Berühmte Bühnen- und Schleiertänzerinnen entwickelten aus dem strengen Kanon des klassischen Balletts freiere, natürlichere Bewegungsformen, die schließlich im Ausdruckstanz ihren Höhepunkt fanden.

    Tanz in der freien Natur

    Die neuen gesellschaftlichen Strömungen beeinflussten auf vielfältige Weise den tänzerischen Ausdruck. Auch die Kenntnisse anderer Kulturen, vermittelt durch Weltausstellungen und Reisen, wirkten prägend. Außerdem äußerten sich in den Bewegungsformen ein wachsender Zweifel am Fortschritt und eine neue Zivilisationskritik, wie sie zum Beispiel die Lebensreformbewegung übte. Ihre Vertreter propagierten um 1900 den Tanz in freier Natur.

    Ausdruckstanz und Tango

    Olaf Mückain, Wissenschaftlicher Leiter des Museums der Stadt Worms im Andreasstift und Kurator des Museums Heylshof: „Das beginnende 20. Jahrhundert sah eine Gesellschaft, deren Lebensumstände sich gravierend änderten und deren Moralvorstellungen sich öffneten. Diese Zeit brachte eine große Veränderung im Tanz – vom Ballett zum Ausdruckstanz, vom Walzer zum Tango. Die Entwicklungen, die damals ihren Anfang nahmen, legten die Grundlage für den modernen Tanz von heute. Die bildende und die angewandte Kunst, die gleichzeitig selbst einen großen Wandel durchliefen, nahmen diese Impulse bereitwillig auf und bildeten den Tanz auf vielfältige Weise ab, wie man in unserer Ausstellung eindrücklich sehen kann.“

    Alle Informationen zu den Eintrittspreisen (auch zu Kombitickets) und Öffnungszeiten finden sich unter www.museum-andreasstift.de und www.heylshof.de

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