„Net for viel“ Pfeddersheimer Festspiele machen Furore mit Westernstück in zwei Akten
Tanz, Schauspiel und kleine Festspiele ganz groß!
Aktiver Widerstand gegen Tyrannei und Unterdrückung in Hellertown formiert sich im Basislager „Zur Rose“. Foto: Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGER Nach dem Debüt im Jahre 2010 konnten die Pfeddersheimer Festspiele „Net for viel“ mit dem musikalischen Schauspiel in zwei Akten am vergangenen Wochenende nach langer künstlerischer Pause nachlegen. Locker aus der Hüfte schoss sich die Kulturinitiative Pfeddersheim e.V. mit dem neuen Stück „Showdown in Hellertown“ in die Herzen des zum Teil westernmäßig verkleideten Publikums. An der Mittelbergshohl konnten sich die Besucher im Western-Foyer nach langem Ritt durch das Stück oder am sonntäglichen Familientag bei standesgemäßem Bühnen- und Rahmenprogramm, mit Bogenschießen, Gold schürfen, Ponyreiten und anderen Attraktionen unterhalten, erfrischen und verköstigen.
Mit viel Aufwand, Herzblut und großer Besetzung präsentierten die Festspiele neben Musik, Gesang, Tanz und Schauspiel auch Videoeinspieler, die das Bühnengeschehen ergänzten, aber in den frühen Abendstunden leider nicht optimal zu sehen waren. Die Geschichte des Helden Siggi Heller, Nachfahre der im 18. Jahrhundert nach Pennsylvania ausgewanderten Pfeddersheimer Familie Heller, der in seine Heimatstadt Hellertown nach Vertreibung und Jahren im Exil zurückkehrt, beschreibt den Kampf gegen Ungerechtigkeit und Tyrannei, die Geschichte mutigen Widerstandes und einer Jugendliebe. Manch eine Pointe erschloss sich nur den Ureinwohnern Pfeddersheims, aber die eingängigen und neu betexteten Lieder halfen schnell darüber hinweg. Und der ein oder andere Besucher wird sicher nicht nur in der Pause auf die Melodie der „Champs-Elysèes“ das „Ooh in de Allee“ geträllert haben.
Lokalkolorit, Kalauer, Gassenhauer der „Heller‘s Country Bunker“, Danceshow und gesellschaftspolitische Kritik, wie in der Gestalt des korrupten Pater Noster, ein Werkzeug des Bösen, ergaben eine kurzweilige und unterhaltsame Gesamtproduktion für die Besucherin Uschi Knieling aus Hepprum a.d.W. folgende Worte fand: „Net for viel, Pedderschem …, ich ziehe meinen Cowboyhut! Da können sich die Nibelungenfestspiele ein Scheibchen abschneiden.“