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  • Di., 20. Juni 2017, 11:30 Uhr
    Rotary Club Worms-Nibelungen stiftet Worms anlässlich des Reformationsjubiläums ein Tastmodell

    Tastmodell des Reformationsdenkmals nimmt Form an

    Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum steht auch das Reformationsdenkmal in Worms im Zentrum des überregionalen Interesses. Das von Ernst Rietschel als größtes Reformationsdenkmal der Welt erschaffene Kunstwerk wird pünktlich zum Jubiläumstermin von einer maßstabsgetreuen Kopie als Tastmodell flankiert werden. Vom „Werden“ des Kunstwerks konnte sich Kai Hornuf, amtierender Präsident des Clubs, bei einem Besuch im Künstleratelier überzeugen.


    In einer malerischen denkmalgeschützten Wasserburg in Welver in Nordrhein-Westfalen lebt und arbeitet der Künstler Egbert Broerken – aktuell am Wormser Modell.


    Zahlreiche Fotografien und Zeichnungen benötigt er, um am Ende das Modell zu erschaffen, das auf einer Grundfläche von ca. 80 mal 80 cm zu ertasten und zu erleben sein wird. Es folgen viele einzelne Schritte auf dem Weg zum fertigen Modell:


    Zunächst wird das Modell in Styrodur nachgebildet. Das Material, relativ fest, aber dennoch modellierbar mit Messer oder Hobel, ist ideal für diese mühevolle Arbeit. Es folgt das Bemalen in Bronzeoptik, um ein realistisches Abbild des Endprodukts entstehen zu lassen, an dem aber trotzdem noch Veränderungen vorgenommen werden können. Danach folgt das Ausschäumen mit einer Silikonform, verstärkt durch eine Gipsplatte. So entsteht eine Negativform. Diese wird im nächsten Schritt mit Wachs ausgepinselt, damit eine positive Form entstehen kann. In diesem Stadium wird dann die Beschriftung in Blinden- und Normalschrift angebracht. Schließlich wird Schamotte über die Wachsform gebracht und langsam gebacken – bei stetig ansteigender Temperatur. Im Laufe von ca. zehn Tagen steigt so die Temperatur auf 640° C, so dass das Becken hart und widerstandsfähig wird. Erst dann kann der finale Schritt folgen: der Bronzeguss in Schamotte. Erst mit diesem Arbeitsschritt entsteht das Modell in sogenannter „Goldbronze“. Ganz zum Schluss erhält das Kunstwerk schließlich noch einen Hartwachsüberzug, um es gegen Witterungseinflüsse zu schützen.


     


    Kai Hornuf hat bereits einen ersten Eindruck des Modells gewonnen. „Derzeit noch in pink und ohne Figuren, erhält man dennoch bereits jetzt ein Gefühl für Größe und Form“, so der Präsident voller Erwartung.


    Einweihungstermin für das Tastmodell in Worms ist Dienstag, der 24.Oktober, um 12.30 Uhr direkt neben dem „großen“ Reformationsdenkmal. Dort steht auch bereits jetzt der Granitsockel für das Modell.


    „Die Bronzeskulpturen des Künstlers sind immer ein touristischer Anziehungspunkt in den Städten. Es sind Orte der Begegnung und des Austauschs zwischen Blinden und Sehenden“ weiß Kai Hornuf.


    Egbert Broerken hat erst jüngst ein Modell der Altstadt von Baku nach Aserbaidschan ausgeliefert - aber auch in vielen deutschen Städten findet man die Tastmodelle aus Welver. Broerken hat bis heute ca. 150 dieser Modelle erschaffen.

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