Di., 03. März 2020, 13:15 Uhr
BÜNDNIS HOHER STEIN: Gremienbeschlüsse zu Ausweisungen von Gewerbegebieten notwendig / Infoveranstaltung am 6. März in Worms-Heppenheim
„Taten statt Worte"
„Zunächst ist es eine gute Nachricht, wenn die Wormser GroKo zu der Meinung kommt, großflächige Ausweisungen von Gewerbegebieten nicht länger unterstützen zu wollen. Dennoch sind es noch immer Wort und keine Taten, denn in der kommunalen Demokratie werden verbindliche Entscheidungen im Stadtrat und seinen Ausschüssen getroffen und nicht in irgendwelchen Gesprächszirkeln", heißt es in der Presseerklärung des Bündnis Hoher Stein. Laut dem Bündnis gelte es, den Worten nun Taten folgen zu lassen, also Beschlüsse herbeizuführen, die klar aussagen, dass die Stadt Worms keine Großgewerbegebiete will, dafür keine Vorarbeiten machen lässt und keine Aufträge an die Verwaltung erteilt oder aufrecht erhält.
„Noch lässt der vertagte Beschluss des Bauausschusses vom 19. November 2019 diese Frage offen. Die Stadtplanung hatte den Ausschuss gefragt, ob sie weiter mit dem Ziel tätig werden soll, 50 Hektar Gewerbeflächen auszuweisen, obwohl dem die planerischen Schutzziele 'Regionaler Grünzug' und Vorranggebiet Landwirtschaft' entgegen stehen", so Elke Goldschmidt und Richard Grünewald vom Bündnis Hoher Stein.
Beschluss ablehnen
Nehme man die Äußerungen der GroKo ernst, so muss der im November vertagte Beschluss nun auf die Tagesordnung und glasklar abgelehnt werden. Nur so trifft Worms eine verbindliche Entscheidung, nicht länger nach sehr großen Flächen zu suchen, die primär für Logistik oder allenfalls großflächigen Handel interessant wären und als neue Stadteile ohne jeden Zusammenhang mit bestehenden Siedlungsstrukturen in die Landschaft geklotzt würden, so das Bündnis.
„Niemand sollte den Eindruck erwecken, man könne mal eben vom Hohen Stein und seiner Nachbarschaft auf andere Flächen ausweichen. Es gilt einzusehen, dass damit sowohl komplizierte Prüfungen als auch ein klarer Strategiewechsel verbunden sind und sein müssen. Die Erkenntnis lautet dann: Es gibt in Worms keine sehr großen Flächen (50 ha) mehr, wie sie von Logistik oder großflächigem Handel nachgefragt werden. Daher macht es auch keinen Sinn, alle sechs Jahre erneut danach suchen zu wollen. Das knappe Gut Boden darf nur hochwertig genutzt werden.
Vorrang müssen Branchen haben, die auf wenig Platz viel Wertschöpfung und hochwertige Jobs realisieren." Außerdem sei der Klimaschutz ernst zu nehmen. „Die Fachleute wissen, dass alle diskutierten Flächen Einschränkungen unterliegen, da sie unterschiedliche Bedeutungen für das Stadtklima haben. Das schließt Nutzungen nicht gänzlich aus, schränkt sie aber ein."
Infoveranstaltung in Heppenheim
Noch steht ein gültiger Beschluss aus und die drei vorgenannten Konsequenzen sind noch nicht überall verstanden. Daher hält das Bündnis Hoher Stein Information von und Diskussion mit den Bürgern weiterhin für sehr wichtig und lädt deshalb für Freitag, dem 6. März, gemeinsam mit Ortsvorsteher Alexandros Stefikos zu einer Infomationsveranstaltuing nach Heppenheim ein. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr in der TSG Sporthalle, Frankenthaler Weg 15, statt. Referenten erläutern Aspekte wie Bodennutzung, Klima oder Verkehr, im Anschluss ist Gelegenheit zur Diskussion.