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  • So., 30. April 2017, 20:07 Uhr
    Chorgemeinschaft wanderte am Sonntag durch die Horchheimer Geschichte

    „Tatort Horchheim“

    Auf Spurensuche durch die Heimat begaben sich am Sonntag die Teilnehmer der Horchheimer „Tatortwanderung“.


    Zur nunmehr dritten Auflage der „Tatortwanderung“ hatte die Horchheimer Chorgemeinschaft eingeladen und bei strahlendem Wetter machten sich mehr als 70 Wanderfreunde auf, um die Gemarkung rund um den Hauptort des Eisbachtals zu erkunden. Als „Hans, der Müller“ führt Günter Hammerle die Gruppe zu Hoichemer (=Horchheimer) Gemarkungsteilen im Westen wie „In den Anthaupten“ , was so viel wie Pflugwendestelle bedeutet; „Die Sarg“ wiederum war eine Viehtränke. Auf der Platte fand man 1511 Reste eines Römerhofes, der altgedienten Soldaten der Römer als Ruhestandseinkommen dienen sollte. „Die Steingewann“ war für ihren steinigen Boden bekannt. Der Volksmund nannte das Gebiet auch „ Juddebuckel“. Was zunächst nicht sehr vorteilhaft klingt,  ergibt sich aus verschiedenen Quellen als Rastplatz für die handeltreibenden Juden auf ihrem Weg nach Kaiserslautern. Schließlich galten Hoichem und Heppenheim als typische judenfreundliche Gegenden mit ihren Synagogen. Unterwegs lernten die Teilnehmer auch etwas über die Herkunft verschiedener Sprichwörter.  Unter anderem sollten Hans, der Müller „nicht mit dem Klammerbeutel gepudert sein“ (in dem Ausgangsrohr einer Mühle, durch das die Kleie strömte war mit einer Klammer ein Beutel angebracht, bevor diese in den Sack floss. Hatte die Klammer hatte nicht die richtige Spannung, war man übervoll mit Mehlstaub, also gepudert.

    Viele neue Eindrücke gewonnen

    Über die Gewann „am Goldberg“  die 1624 erstmals mit dem Hinweis auf eine sehr gute Weinlage Lage mit exzellenten Böden erwähnt wurde, den Mondscheinweg (hier scheint der Mond besonders schön auf die Äcker) und den Galgenberg (dem verbrieften Standpunkt des Hoichemer Galgens) im Osten, ging es entlang der Eisbach zurück zum Chortreff der Chorgemeinschaft. Am Galgen hörte man dann die Bedeutung des Sprichwortes „ Auf den Hund gekommen”, der hier seinen Ursprung hat. Der Hund galt als sehr ehrlos wurde mit dem Täter gehängt um dessen Tat zu untermauern. Übrigens hatte man vom Galgenberg aus den besten Blick auf den Ort – der Verurteilte sollte sehen, was er alles zurück lassen muss. Nach der rund zweistündigen Wanderung und mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck wartete dann zum Abschluss noch Kaffee und Kuchen auf die Teilnehmer.

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