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  • Sa., 08. Juni 2024, 09:27 Uhr
    WORMS: Caritas-Suchtberatung feiert 50-jähriges Bestehen mit Klienten, Politik und Musik

    Tausende Gespräche in 50 Jahren

    Im Caritas-Gemeinschaftsgarten in Pfiffligheim waren Alpakas als „Ehrengäste“ der Jubiläumsfeier dabei, die der Verband in der tiergestützten Betreuung etwa von Demenzkranken einsetzt. Foto: Caritasverband Worms e.V.


    50 Jahre Suchtberatung im Caritasverband Worms e.V. – das war am Donnerstagnachmittag ein guter Grund zu feiern. Im Caritas-Gemeinschaftsgarten in Worms-Pfiffligheim kamen geladene Gäste aus Politik und Sozialwesen sowie Klienten und Team des Caritas-Dienstes zusammen, um das Jubiläum zu begehen. Auch Landtagsabgeordneter Jens Guth (SPD) und Bürgermeisterin Stephanie Lohr (CDU) nahmen an der Feier teil.

    Historische Übersicht

    Anja Jäger übernahm die Begrüßung, seit Anfang vergangenem Jahres Fachbereichsleiterin des Psychosozialen Zentrums (PSZ) in Worms und damit auch für die Suchtberatung verantwortlich. Sie ging in ihrer Ansprache auf die Geschichte der Beratungsstelle ein: von der Gründung 1974 in der Rathenaustraße, als hauptsächlich Menschen mit Alkoholproblemen betreut wurden, über die Einrichtung einer eigenen Fachstelle zur Suchtprävention 1991 und einer weiteren Fachstelle für frauenspezifische Suchtarbeit (1994) bis hin zum Umzug ins PSZ, damals noch in der Gießenstraße, und damit in ein Haus mit den Angeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

    Nachdem 2007 auch noch die Fachstelle für Glücksspielsucht mit angegliederter Schuldnerberatung eingerichtet werden konnte und die Beratungen mit den Fallzahlen immer weiter zunahmen, zog die Suchtberatung 2014 mit dem PSZ in die Renzstraße um, wo sie sich auch heute noch im ersten Stock über dem integrativen Café „Gleis 7“ befindet.

    Seit 2020 ganze 1.800 Menschen beraten

    „In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben wir vielen Menschen geholfen, ihre Suchterkrankungen zu überwinden und ihre Lebensqualität zu verbessern“, sagte Anja Jäger. Allein in den vier Vorjahren waren es 1.800 Menschen, die in 6.800 Beratungsgesprächen begleitet wurden.

    Finanzierung bereitet Sorge

    Sie mahnte aber auch die unsichere Finanzierungslage der Beratungsstelle an: „Um diese wertvolle Arbeit fortführen zu können, braucht es eine verlässliche Finanzierung. Leider ist diese alles andere als gegeben“, so Jäger. Denn durch wegfallende Kirchensteuermittel und die Tatsache, dass die Zuschüsse der Stadt immer noch eine freiwillige Leistung und keine Pflichtaufgabe darstellen, sei die Situation schwierig.

    Bürgermeisterin Stephanie Lohr griff die Thematik auf und betonte das Anliegen der Stadt, den Caritasverband in der Suchtberatung weiter zu unterstützen. Propst Tobias Schäfer erklärte, dass die Caritas alles daran setzen werde, weiterhin in der Suchtberatung präsent zu sein.

    Ausklang mit Austausch

    Gleichsam persönliche Einblicke gaben sodann Silvia Furchtmann (Leiterin der Selbsthilfegruppe Freundeskreis) und Gabriele Hub (Vorsitzende des Kreuzbund-Diözesanverbands Mainz) in einem unterhaltsamen Podiumsgespräch mit Caritas-Suchtberater Uwe Nichulski.

    Nach dem offiziellen Programm klang das Beisammensein unter andererm mit vielfältiger Bewirtung durch das „Gleis 7“-Team in einem gemütlichen wie entspannten Rahmen aus.

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