Superstar der 70er Jahre war am Freitag auf Promotour in Worms
Terence Hill leibhaftig auf „seiner“ Brücke
Angehörige der Familie Kübel trafen den Weltstar Terence Hill auf der „gemeinsamen“ Brücke. Fotos: Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGERAls die Nachricht Anfang des Jahres durchsickerte, konnte man es kaum glauben, aber am Freitag stand er leibhaftig neben seinem Pappdouble auf „seiner“ Brücke – Terence Hill. Ein strammes Programm hatte der Weltstar mit Brückenbesuch, Eintragung ins goldene Buch der Stadt und der Präsentation seinen neusten Filmes in der EWR-Arena zu absolvieren.
Deutsche Wurzeln gründen tief
Terence Hill, mit bürgerlichem Namen Mario Girotti, entstammt einer deutsch-italienischen Familie. Als Wertschätzung seiner früh verstorbenen Mutter Hildegard Thieme übernahm er ihre Initialen für seinen Künstlernamen.
Der 1939 in Venedig geborene Mime kam 1943 nach Deutschland in die Nähe von Dresden und bezeichnet Deutsch auch heute noch als seine Muttersprache. Terence Hill hat eine gute und lebendige Erinnerung an seine Kindheit in Deutschland, obwohl die Familie bereits 1947 zu Fuß nach Italien floh. Heute lebt er mit seiner deutschstämmigen Frau Lori, die er 1967 heiratete, in den USA.
Medienrummel und treue Fans
Schon auf der „Terence-Hill“-Brücke gab es ein großes Medieninteresse und zu Terence’ Leidwesen kamen die Fans, die ihn hautnah erleben wollten, zu kurz. Man merkte, wie wichtig ihm der Kontakt zu seinen Fans ist und so nahm er sich die Zeit ihre Autogramm- und Selfiewünsche zu erfüllen und dennoch gingen viele leer aus.
Bescheiden, freundlich, mit den markanten strahlenden blauen Augen, schlenderte er über „seine“ Brücke und zog jeden, der ihm begegnen durfte, in seinen Bann. Kaum zu glauben, dass diese drahtige und Jugendlichkeit ausstrahlende Filmikone der 70er und 80er Jahre schon bald seinen 80. Geburtstag feiert.
Bei der Begehung zusammen mit Oberbürgermeister Michael Kissel, der den Besuch initiiert hatte und Peter Englert, der in seinem Backfischfest-Blog vor zwei Jahren die Idee der Terence-Hill-Brücke präsentierte und damit einen wahren Hype auslöste, traf der Star in einer herzlichen Begegnung auch die Familie Karl Kübels, dessen Namen besagte Brücke eigentlich trägt.
Die Eintragung ins goldene Buch der Stadt war eine Erneuerung der Verbundenheit zu Worms, das er auch im Rahmen der Filmpräsentation der „Nibelungen“ bereits 1966 besucht hatte.
EWR-Film-Arena lockt 5.000 Gäste ins Stadion
Die EWR-Arena war zur Vorführung des neuen Terence-Hill-Films zum Outdoor-Kino umgebaut worden, in dem 5.000 Fans geduldig auf Picknickdecken auf ihren Star warteten. An einem großen Kran hing die LED-Wand auf der der neue Streifen „Mein Name ist Somebody“ in Zusammenarbeit mit der Wormser Kino Welt gezeigt wurde.
Viele Sponsoren hatten es ermöglicht, dieses Event zu familienfreundlichen Preisen anzubieten und Hills Fangemeinde war drei oder sogar vier Generationen übergreifend erwartungsvoll ins Stadion gekommen.
Groß war die Enttäuschung, dass, als der Star endlich auf die Bühne kam, er für die vielen Fans leider nicht zu sehen war. Zu niedrig das kleine Podest, um ihn über die ganz nah bei ihm stehenden Menschen hervorzuheben. Trotz aufgebauten Stativs fehlte auch die Kamera, um seine in deutsch gehaltene Ansprache auf die „Leinwand“ zu projizieren.
Neue Töne bei „Somebody“
Wer bei seinem neuen Movie auf eine von Kampfszenen strotzendes und Lachmuskeln strapazierende Komödie hoffte, wurde erneut enttäuscht. Es ist vielmehr ein nachdenklicher Film, der zwar auch mit Humor daher kommt, aber es ist ein leiser, lächelnder Humor in einer von Tragik durchzogener Geschichte.
Eine typische Kampfszene in einer Gaststätte als Hommage an die Fans kommt zwar vor, aber hier wird besonders das Fehlen des verstorbenen Filmpartners Bud Spencer deutlich, weil das „Sich zu spielen der Gegner“, das „Agieren als Team“ ohne ihn nicht funktioniert. Wer sich darauf einlassen mag, erlebt ein durchaus sehenswertes Spätwerk eines legendären Schauspielers.