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Di., 22. Dezember 2015, 15:20 Uhr
Den Favoriten SG TSG/DJK Bretzenheim II deutlich mit 19: 13 abgebügelt
TGO-Handball-Damen grüßen als Rheinhessen-Pokalsieger
So freuten sich die Handball-Mädels der TG Osthofen über ihren überraschenden 19:13-Sieg im HVR-Pokalfinale gegen den Oberligisten SG TSG/DJK Bretzenheim.
VON KLAUS DIEHL | Freudentänze, glückliche Umarmungen, die TGO-Spielerinnen waren nach dem Schlusspfiff in der Ritter-Hundt-Halle in Saulheim nicht mehr zu bremsen. Hatten sie doch gerade den Oberligisten SG TSG/DJK Bretzenheim mit einem mehr als deutlichen 19:13-Sieg den HVR-Pokal aus den schon sicher geglaubten und empfangsbereiten Händen buchstäblich geklaut. Hierbei überrascht auch der deutliche 19:13-Erfolg in seiner Höhe und gibt Ausdruck über eine besonders gute und offensive 3:2:1-Deckungsvariante, mit der die Mannschaft von Spielertrainerin Kristina Graf und ihrem Pendant und TGO Frauen-Verantwortlichen Frank „Zippel“ Zimmermann. Sie gingen eigentlich gegen den höherklassigen Oberligisten aus Bretzenheim als mehr oder weniger krasser Außenseiter in die Partie, doch sie nutzen die naturgemäß wenigen Chancen als Underdog vorneweg mit einer bärenstarken Abwehrleistung. Auch 19 Tore wollen von einer so jungen, aber absolut ehrgeizigen Damen-Truppe gegen einen Oberliga-Vierten erst einmal erzielt werden. Hierbei verdient Mona Schmitt (9/2) besondere Erwähnung, bei einer insgesamt sehr geschlossenen Mannschaftsleistung.
Erfolg ist nicht zu schmälern
Wenn auch bei Bretzenheim zwei Leistungsträgerinnen nicht mitmachen durften, weil sie im DFB-Pokal in der Ersten eingesetzt waren, schmälert dies keineswegs den Erfolg der TGO-Mädels. Sie waren jedenfalls fest entschlossen, sich ihre geringen Siegchancen nicht so einfach abnehmen zu lassen und führten auch schnell mit 2:0. Als Bretzenheim danach eine 6:3-Führung vorlegte, schien das Spiel für den Favoriten seinen Lauf zu nehmen. Mit vier Toren in Folge konterte Osthofen zur 7:6-Führung und lag auch zur Pause mit 10:8 vorne. Nach Wiederanpfiff konnte man gar auf 14:10 erhöhen und man ließ sich diese gute Voraussetzung nicht mehr nehmen – und am Ende war die Überraschung mit einem 19:13-Sieg perfekt.
Top-Abwehr und starke Torfrauen
Gestützt war der Erfolg auf einer Top-Abwehr, wobei Constanze Schnabelt und die bärenstark haltende Torfrau Jennifer Penzes ein Sonderlob verdienten. Auch die ab der 50. Minute im Tor stehende Patricia Seelig, die eigentlich nur bei einem Siebenmeter eingewechselt und diesen prompt abwehren konnte, so dass sie den Pokal-Triumph bis zum Schlusspfiff zwischen den Pfosten weiter aktiv mit erleben durfte, wobei Marisa Gallei mit dem Tor zum 19:13 der finale Schlusspunkt gelang. Mit diesem Sieg hat sich die junge TGO-Frauen-Garde für die DHB-Pokalrunde qualifiziert und wird auch dort antreten, egal wer der Gegner ist und dieser kann durchaus ein Bundesligist sein. HVR-Präsident Klaus Kuhn wünschte hierzu bei der Pokalübergabe mit 500 Euro Siegprämie jetzt schon alles Gute.
Wer hätte diees Ergebnis erwartet?
Wer hätte nach dem freiwilligen Rücktritt von Trainer Christian Mentges erwartet, die Mannschaft hatte zu diesem Zeitpunkt und auch jetzt bis zum Jahresende noch kein Spiel verloren, dass seine ehemaligen Schützlinge als Pokalsiegerinnen einen echten „Knaller“ abliefern würden. Da hatte offensichtlich nicht mehr die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft gestimmt und wer das Team in den nachfolgenden Spielen beobachten konnte, der erkannte, dass zum einen Interimstrainerin und Spielerin Kristina Graf besonders gut ankommt und zusammen mit ihren Mitspielerinnen viel lockerer und mit mehr Spaß auf dem Parkett wirbeln. Sie versteht es auch, die gerade aus der Jugend gekommenen Nachwuchsspielerinnen mit Spielpraxis nicht nur bei Laune zu halten, sondern auch immer mehr und besser zu integrieren. Das war auch in Saulheim der Fall, wo alle Spielerinnen auch zum Einsatz kamen. So gesehen, dazu weitere Talente in der 2. Mannschaft, dürfte der Frauen-Handball bei der TG Osthofen für die weitere Zukunft gut gerüstet sein. Ein Aufstieg in die Oberliga sollte hierbei noch kein unbedingtes Muss sein. Es versteht sich von selbst, dass der Pokalerfolg im Kerzenlicht des 4. Adventssonntages stimmungsvoll und gebührend gefeiert wurde.
Für die TGO spielten: Jennifer Penzes, Patricia Seelig (Tor), Mona Schmitt (9/2), Marisa Gallei (1), Maren Blankenstein, Constanze Schnaubelt (3), Ann-Christin Knierim, Susanna Graf, Anna-Lena Kühn (1). Mura Ripp (1), Kristina Graf (4), Elena Weick, Jasmin Bott.