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  • So., 27. Januar 2019, 12:13 Uhr
    Betreuung, Eigentumssicherung, Verpflegung: Vollbrand im Wormser Mehrfamilienhaus und Brand im Nibelungencenter / Rückblick: Mit 76 Einsatzmeldungen 2018 im Mittelfeld

    THW-Worms nicht nur bei Katastrophen und nach Unwettern im Einsatz

    Aufräumarbeiten nach einem Unwetter.


    Als die Feuerwehr am Freitag im Friedrichsweg eintraf, war bereits dichter Rauch aus dem Obergeschoss aufgestiegen. Zwei Personen wurden vermisst gemeldet. Während die eine vermisste Person sich während des Brandes nicht in seiner Wohnung aufgehalten hatte und telefonisch außerhalb des Gebäudes erreicht werden konnte, konnte die zweite Person, bei der es sich vermutlich um den 65-jährigen Mieter der Brandwohnung handelt trotz aller Bemühungen nicht mehr gerettet werden. Er wurde nach der Beendigung der Löscharbeiten tot in der Wohnung aufgefunden. Auch seine beiden Hunde haben das Feuer nicht überlebt. Die Feuerwehr war mit einem Aufgebot von ca. 50 Feuerwehrleuten vor Ort und hat das Feuer von allen Seiten bekämpft. Dabei kamen auch zwei Drehleitern zum Einsatz. Im Laufe der Löscharbeiten wurde neben dem Rettungsdienst und der Polizei auch das THW nachalarmiert.

    Der Alarm ging um 11.16 Uhr beim THW ein. Alarmiert wurde die THW-Führung sowie die Fachgruppe-Logistik-Verpflegung. Der übermittelte Einsatzauftrag lautete Heißgetränke für die jetzt ca. 80 Helfer bereitzustellen und am Einsatzort auszugeben. Fast zeitgleich wurde von der Abschnittsleitung Gesundheit, welche zum ersten Mal mit dem Modul SEG-Führung vom ASB im Einsatz war der AB-Betreuung (Absetz-Container-Betreuung) der vom THW vorgehalten wird zu Einsatzort beordert. Die AB-Betreuung dienten den Einsatzkräften aber auch den Hausbewohner als Aufwärmraum. Da der Einsatz einschließlich der Personenbergung, der Nachlöscharbeiten und der Aufräumarbeiten sich doch bis spät in die Nachmittagsstunden hinzog, wurden zusätzlich zu den Getränken auch eine heiße Gulaschsuppe und Schnitzelbrötchen gereicht. Im Einsatzverlauf wurde dann noch der TZ (Technische Zug) zur Eigentumssicherung nachalarmiert. Der TZ hat mit eingesetzten sieben Helfern für die Brandermittlung sechs Fenster und zwei Türen notdürftig mittels Spanplatten verschlossen und somit einen Fremdzutritt zum Brandgebäude verhindert. Auch am Folgetag wurde die Eigentumssicherung von der Polizei nochmals zum Brandhaus beordert.

    Vom THW waren im Einsatz: Helfer: 17 Helfer mit insgesamt ca. 70 Einsatzstunden, Fahrzeuge: MTW-Zug (Mannschaftstransportwagen), MTW-Log-Verpflegung, PKW-Log-Führung, WLF (Wechselladerfahrzeug) mit AB-Betreuung, GKW-Eigentumssicherung und GKW (Gerätekraftwagen).

    THW auch beim Brand im Nibelungencenter vor Ort


    Beim Brand im Nibelungencenter war die Logistik Gruppe „Verpflegung“, die die Schnelle Einsatzgruppe-Verpflegung für die Stadt Worms zur Verfügung stellt, in den Einsatz gerufen worden. Deren Einsatzauftrag lautete zunächst nur Heißgetränke am Einsatzort für die, bis dahin ca. 50 Einsatzkräfte, bereit zu stellen. Da sich das Feuer aber immer weiter ausbreitete und dann auch noch durchzündete, musste der Einsatz personell stark hochgefahren werden. Über die ganze Nacht hinweg wurden die ca. 150 Einsatzkräfte dann vom THW mit Heißgetränken, Schnitzelbrötchen und einer deftigen Gemüsesuppe mit Siedewurst versorgt. Am Morgen wurde dann noch ein Frühstück in der Hauptfeuerwache den Einsatzkräften gereicht. An Heißgetränken wurden ca. 40 Liter Tee und 90 l Kaffee ausgeschenkt. Weiter wurden ca. 500 Brötchen, 70 Schnitzel, 60 l Gemüsesuppe, 200 Siedewürstchen und Hausmacher-Wurst gereicht. Außerdem wurde den Einsatzkräften mit dem Einsatzcontainer „Betreuung“ kurzweilig ein warmer Raum geboten, um sich aufzuwärmen. Eine wichtige Aufgabe, damit die Einsatzkräfte in der doch klirrend kalten Nacht bei Kräfte blieben.

    Zeitgleich zur Logistik-Gruppe wurde der Baufachberater vom THW-Worms alarmiert. Er hatte die Aufgabe die Gebäudesicherheit zu prüfen und somit sicherzustellen, dass keine Gefahr durch einstürzende Gebäudeteile für die Feuerwehrleute ausgeht. Um hier ganz sicher zu gehen, wurde nicht nur der Baufachberater vom THW Worms eingesetzt, sondern auch der Baufachberater des THW-Frankenthal und zusätzlich das THW-Landau, das mit dem Spezialgerät ESS, Einsatzstellen-Sicherungssystem (Electronic-Safety-System), anrückte. Somit war mit größtmöglicher Sorgfalt für die Sicherheit der Feuerwehrleute gesorgt. Zwischendurch sind die beiden Bergungsgruppen an der Einsatzstelle in Bereitschaft einberufen worden. Sie sollten im Bedarfsfalle die Feuerwehr im Bereich schwerer Atemschutz unterstützen. Was allerdings durch den fortschreitenden Feuerausbruch nicht mehr nötig wurde. Das THW hat die ganze Nacht über die Feuerwehrgerätschaften mit Treibmittel für die Pumpen, Stromaggregaten und Fahrzeugen versorgt. In der Spitze des Einsatzes waren 39 THW Helfer aus Worms, Frankenthal und Landau im Einsatz. Nach nur wenigen Stunden Schlaf am Sonntagmorgen wurden die Helfer der Eigentumssicherung um 10.20 Uhr erneut zur Einsatzstelle gerufen. Es musste sichergestellt werden, dass ein Fremdzutritt zum Gebäude nicht mehr stattfinden kann. Dabei wurden vier Stahltüren notverschlossen. Am Tag darauf wurden im Auftrag der Polizei weitere zwei Türen und eine Feuerleiter gegen Fremdzutritt gesichert. Im Einsatz waren 28 Helfer mit insgesamt ca. 240 Einsatzstunden. Fahrzeuge: MTW-Zug, MTW-OV, MTW-Log-V, MTW-Log-Führung., LKW-Log.-V, GKW, MZKW, Unimog mit Tankstelle, WLF Wechselladerfahrzeug, AB: Betreuung.

    Versorgung und Betreuung nach Brand im Nibelungencenter.


    THW-Worms blickt zurück auf das Jahr 2018 und schaut ins Jahr 2019

    Der erste Dienstabend im Jahr wird traditionsgemäß beim THW zum Jahresrückblick und zur Vorschau auf das neue Jahr genutzt. Der Ortsbeauftragte Klaus Peter Fuhrmann hat seine Helfer im, bis auf den letzten Platz besetzten Unterrichtsraum, begrüßt, sich bei den Helfern für das abgelaufene Jahr bedankt und den Helfern „Glück auf“ für das neue Jahr zugerufen. Der Zugführer Daniel Fuhrmann hat anschließend das Jahr 2018 in Zahlen vorgestellt. Er stellte fest, dass der Ortsverband mit 76 Einsatzmeldungen sich im durchschnittlichen Mittelfeld der letzten Jahre bewegt hat. Dies sei zwar ein leichter Rückgang zum Jahr 2017 mit 84 Einsätzen, allerdings seien die fehlenden Einsätze hauptsächlich in der örtlichen Gefahrenabwehr und hier insbesondere im „Einsatzbereich“ Eigentumssicherung zu verzeichnen. Hier ging die Einsatzanforderung von 2017 mit 56 auf 2018 mit 51Einsätzen am stärksten zurück.

    24.178 Dienststunden abgeleistet

    Bei den größeren, helferstarken Einsätzen des Technischen-Zuges ist die Alarmierungszahl von 25 lediglich um einen Einsatz gesunken. Dabei hob der Zugführer die Einsätze Gebäudebrand in Mettenheim, Scheunenbrand in Gundersheim, Sicherung der Dacheindeckung an der Karmeliterschule, viermal Unterstützung vom Gefahrstoffzug und einen mehrtägigen Unwettereinsatz im Umfeld von Idar-Oberstein heraus. Auch besondere Erwähnung fand der Zugführer für die geleisteten Einsatzstunden im Rahmen des Rheinland-Pfalz-Tages. Insgesamt sind für Ausbildung, Materialerhaltung, Wirtschaftliche Leistungen, Einsätze und allgemeiner Dienst in 2018 von allen Helfern 24178 Dienststunden abgeleistet worden. Während man im Jahr 2017 1468 reine Einsatzstunden gezählt hatte hat sich diese Zahl in 2018 auf 2004 Einsatzstunden erhöht. Dies bedeutet, dass man zwar weniger Einsätze verzeichnet hat, aber deutlich mehr Einsatzstunden zu Buche geschlagen sind. Ein besonderes Ereignis, das der Zugführer noch in Erinnerung rief, war die Indienststellung des neu aufgebauten Küchenkraftwagens unserer Logistikgruppe, der nach einer langen Umbauzeit von ca. 3000 Arbeitsstunden im April in einer kleinen Feierstunde in Dienst gestellt werden konnte. Nur ein Projekt von mehreren.

    Überdurchschnittliches geleistet

    Bereits bei der Weihnachtsfeier im Dezember wurden den Helfern vom Leiter der Regionalstelle, Walter Leipold, und dem Ortsbeauftragten Klaus-Peter Fuhrmann gedankt. Alle, insbesondere alle, die Führungsaufgaben vom Truppführer über Gruppenführer und Zugführer aber auch Ausbilder und Jugendbetreuer übernommen haben, leisten Überdurchschnittliches. Insbesondere dankten die Herren aber den Helfern. Denn ohne das große ehrenamtliche Engagement und die Bereitschaft, zu jeder Tages-, und Nachtzeit für in notgeratene Mitmenschen in den Einsatz zu gehen, wäre der Erfolg des THW-Worms nicht zustande gekommen. Alle würden einen super Job machen. Der Regionalstellenleiter attestierte den Helfern, dass der Ortsverband Worms der stärkste Ortsverband in seiner Regionalstelle von insgesamt 10 Ortsverbänden wäre, und auch in Rheinland-Pfalz einen der ersten Plätze belegen würde. In diesem Zusammenhang wurden die Helfer Jost Benjamin und Tim Zietarski mit dem Helferzeichen in Gold und die Helfer Daniel Balz und Oliver Dinges mit dem Helferzeichen Gold mit Kranz vom Leiter der Regionalstelle ausgezeichnet.

    Neuausrichtung der Führungsmannschaft erforderlich


    Zum Ausklang des ersten Dienstabends wurde eine kleine Vorschau auf das neue Jahr gegeben. Obwohl die Vorschau auf Grund der fortgeschrittenen Zeit nur in Kurzform angekündigt werden konnte, war leicht erkennbar, dass auch der Terminkalender für 2019 jetzt schon reichlich gefüllt ist. Zudem konnte angekündigt werden, dass es in 2019 einige eingreifende Änderungen in der Struktur des THW-Worms geben wird. So wird es in der Führung der Logistik einige Änderungen geben und man wird diese Fachgruppe in einen eigenen Zug mit Zugführer umstellen. Des Weiteren soll im THW-Worms eine zusätzliche Fachgruppe „Räumen“ aufgestellt werden. Diese Änderungen werden auch eine Neuausrichtung der Führungsmannschaft zu Folge haben. Alle Vorbereitungen zu dieser neuen Ausrichtung und zusätzlichen Aufgaben seien nur möglich, weil der OV-Worms sehr helferstark ist und über die Örtliche Gefahrenabwehr bereits schon seit Jahren im Einsatzgebiet „Räumen“ mit einem eigenen, über den Helferverein angeschafften Teleskoplader, verfüge. Dass man dem OV-Worms die Fachgruppe jetzt fest als STAN- Gruppe (STAN = Stärke- und Ausrüstungsnachweisung) zuordnet und auch den Bereich Logistik weiter ausbaut, sei der Verdienst jedes einzelnen Helfers, der bei uns diesen ehrenamtlichen Dienst leistet, so der Zugführer.

    Im Einsatz beim Wohnhausbrand im Friedrichsweg.

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