
Von Florian Helfert > Die Würfel sind gefallen: Nach Jahren der Diskussion, Gutachten und Studien ist im Stadtrat am Dienstagnachmittag beschlossen worden, die Tiefgarage Ludwigsplatz zu verfüllen.
Eine bittere, notwendige Entscheidung – zugleich allerdings auch eine Chance für einen wieder attraktiveren Ludwigsplatz, beschied Bürgermeisterin Stephanie Lohr. „Machen wir uns nichts vor, egal welche Entscheidung jetzt getroffen wird“, so die Bürgermeisterin zum Auftakt der Debatte, „sie wird teuer und jede hat ihre guten und schlechte Seiten. Auch das Verfüllen der Tiefgarage ist die Vernichtung von Werten, die einmal geschaffen wurden“.
Richard Grünewald, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erkannte die Chance, den Weg in eine neue Mobilität zu öffnen: Nämlich, nicht länger in die Stadt, sondern an die Stadt zu fahren, „weil wir in der Stadt leben wollen. Wir können keine lebenswerte Innenstadt haben und mit dem Auto rein und durchfahren“.
Plädoyers für Nachnutzung
Für die Liberalen griff Alfred Koch den Wertverlust des Objektes bei einem Verfüllen der Tiefgarage auf. „Wir sind aufgerufen, dass wir uns Gedanken machen, welche alternativen Optionen es für dieses Objekt gibt. Verfüllen ist ein Ding der Unmöglichkeit“, appellierte Koch für eine vernünftige Nachnutzung der geschlossenen Tiefgarage und sprach sich abschließend für mehr als einen „Schutthaufen unter der Erde“ aus.
Ähnlich äußerten sich auch Ludger Sauerborn und Tony Ras für die AfD. Auch sie plädierten für eine anderweitige Nachnutzung, eventuell etwa in Form eines Wärmespeichers.
Matthias Englert, Fraktionsvorsitzender der FWG, bedauerte ebenfalls den vollständigen Verlust eines Vermögenswertes. „Gibt es irgendeine Planung, irgendein Konzept wie die vorhandene Infrastruktur – wenn schon nicht als Tiefgarage – vielleicht für eine spätere Nutzung in Teilen noch verwendet werden kann?“, erkundigte sich Englert rhetorisch. Statt „wabernde Absichtserklärungen“ zur Zukunft des Platzes wünschte er sich mehr und zeigte sich enttäuscht über einen nur verwaltenden anstelle eines gestaltenden Oberbürgermeisters. So werde Worms nicht WOW, zog er ein Fazit rund um den Vorgang.
Ende mit Schrecken
„Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“, brachte SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Beyer die Debatte um die Tiefgarage Ludwisgplatz auf den Punkt beziehungsweise auch auf einen gemeinsamen Nenner. Jetzt gelte es, den Ludwigsplatz schnellstmöglich wieder für Veranstaltungen nutzbar zu machen und die Fläche attraktiver und grüner zu gestalten.
An die enormen Kosten einer Sanierung oder eines Neubaus mit mehr als 50.000 Euro pro Stellplatz erinnerte Dr. Klaus Karlin, Fraktionsvorsitzender der CDU. Dies sei weder darstellbar noch am Markt umsetzbar. „Bis die Planung und die Finanzmittel für das Verfüllen bereit stehen, können Ideen für eine anderweitige Nutzung eingebracht werden“, warb Dr. Klaus Karlin für gute Ideen.
Quadratur des Kreises
„Der Rat möchte“, fasste Bürgermeisterin Stephanie Lohr zusammen, „was alle wollen“. Es solle kostengünstig und ökologisch wertvoll sein sowie Raum für einen großen Wochenmarkt bieten, aber am liebsten zugleich vollständig begrünt sein. Eine Quadratur des Kreises, welche Bürgermeisterin Stephanie Lohr mit Hilfe des Lenkungskreises Innenstadt sowie über beantragte Bundesfördermitteln für eine Konzeptstudie angehen möchte.
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