NIBELUNGENLAND: Ponyreitbahn ist für „Menschen helfen Tieren Worms“ das große Sorgenkind / Stadt und Veterinäramt informiert
„Tiere fristen jämmerliches Dasein“
Nach zahlreichen Beschwerden von Bürgern über die Haltung der Tiere beim Ponyreiten auf dem Festplatz, kritisiert auch der Verein „Menschen helfen Tieren Worms“, dass die Ponys vor allem bei starker Hitze ein „jämmerliches Dasein fristen“.
Sehr viele Nachrichten von empörten Bürgern erreichten das Team von „Menschen helfen Tieren Worms“ (mhtw) wegen der Ponyreitbahn beim Nibelungenland auf dem Festplatz am Rhein. Bei einem Besuch am 21. August wollte sich der Verein vor Ort überzeugen.
Im Jahr 2016 war die letzte Ponyreitbahn des gleichen Betreibers bei ebenfalls 36 Grad vertreten, erklärt das mhtw. Auch jetzt herrschte wieder eine brütende Hitze auf dem Platz, bei der die Tiere ihre Runden drehen mussten. Da es sich bei der Kisselwiese um einen städtisches Areal handelt, gingen wir davon aus, das es sich auch um ein städtischee Veranstaltung handelt, so der Verein. Denn die Stadt sei keineswegs verpflichtet, jeden Bewerber zu berücksichtigen und es bestehe kein Rechtsanspruch des Bewerbers, wie in einer Bekanntmachung der Stadt aus dem Jahr 2016 nachzulesen ist.
Einiges war nicht in Ordnung
Zwischenzeitlich erhielten Bürger, die sich bei der Stadt beschwert hatten die Auskunft, die Stadt habe den Festplatz vermietet und der Veranstalter sei für die Vergabe verantwortlich. „Wir waren eineinhalb Stunden bei der Ponyreitbahn. Wir sahen einiges, was uns missfiel und das auch nicht in Ordnung war, weshalb die Stadt und das Veterinäramt informiert wurden“, fügen „Menschen helfen Tieren Worms“ an.
Argumente überzeugen nicht
Argumente wie Berufsfreiheit, Tradition oder es war schon immer so, seien nicht zu akzeptieren, wenn Tiere dafür leiden müssen. „Alte Zöpfe, müssen dem Wissen von Tierärzten und dem ethischen Tierschutz endlich weichen“, betont mhtw. Vielen Eltern sei immer noch nicht klar, dass sie Tierleid unterstützen, wenn sie ihr Kind auf ein „Karussellpony“ setzen. „Kinder lieben Pferde und man kann ihnen gut vermitteln, dass es nicht in Ordnung ist, Ponys immer monoton im Kreis laufen zu lassen“, teilen die Tierschützer mit „und in diesem Fall auch noch bei brütender Hitze“. Die Tiere würden ein jämmerliches Dasein fristen. Tierliebe, wie die Betreiber immer vorgeben, sehe anders aus, unterstreichen mhtw und hoffen, dass solche Spektakel bald der Vergangenheit angehören.
Nachtrag: Wie im Mittwoch mitgeteilt wurde, fanden seitens des Veterinäramtes Kontrollen statt. Es gab dabei keinerlei Beanstandungen. Auch ist der Betreiber im Besitz der Erlaubnis nach Paragraph 11 des Tierschutzgesetz. Ein Verbot kann demnach nur durch eine Änderung im Tierschutzgesetz ausgesprochen werden, wie OB Kessel und Dieter Herrmann seitens der Stadtverwaltung mitteilten. Und wie Bürgermeister Kosubek betonte, habe die Stadt für Verbot keine Handhabe. Im Rahmen von Veranstaltungen der Stadt würde man eine Ponyreitbahn oder ähnliche Angebote nicht erlauben.