TIERGARTEN WORMS: Wellness für Tiere – faszinierende Einblicke des Tierphysiotherapeuten Christian Marquard
Tieren maßgeschneidert Gutes tun können
Tierphysiotherapeut Christian Marquardt startete zunächst mit einer theoretischen Einführung, bevor er gemeinsam mit den Tierpflegern in den Gehegen praktisch Hand anlegte. Foto: Tiergarten Worms/Nina Au
Ist „Wellness“ für Tiere möglich? Und welche Rolle spielen dabei die Faszien im Hinblick auf das tierische Wohlbefinden? Um das Wohl der tierischen Bewohner zu fördern, ermöglichte die Tiergartenleitung den Tierpflegern einen Einblick in die Welt der Faszien und lud Tierphysiotherapeut Christian Marquardt in die Tiergartenschule ein, um seine Tricks und Kniffe mit den Mitarbeitern zu teilen.
Durch die bedachte Umsetzung verschiedener Maßnahmen wird das Wohlbefinden der Tiere in Zoos und Tiergärten maßgeblich gesteigert. Die gezielte Anreicherung der Tiergehege zur Förderung geistiger und physischer Stimulation, eine ausgewogene Ernährung sowie die gezielte Unterstützung des natürlichen Verhaltens, aber eben auch die Integration von Tierphysiotherapie stellen dabei entscheidende Faktoren dar.
In einer theoretischen Einheit wurden die essenziellen Funktionen der Faszien durch Marquardt erläutert: „Die Faszien sind weit mehr als ‚nur‘ Bindegewebe. Sie halten nicht nur die einzelnen Teile des Bewegungsapparates zusammen und grenzen Organe voneinander ab, sondern verbinden auch den Bewegungsapparat mit den Organsystemen. Störungen in einem Bereich wirken sich daher auf andere Bereiche aus. Ganzheitliche Behandlungsformen wie die Tierphysiotherapie können systemisch Schmerzen auf vielfältige Weisen beeinflussen.“
Individuelles Wellnessprogramm für Katta, Kaninchen und Co.
Mit geschickten Händen wurden die Tiere vom Tierphysiotherapeuten behandelt. Eine einfühlsame Kontaktaufnahme und präzises Erspüren der muskulären Strukturen bildeten die Grundlage, bevor die Faszien gezielt bearbeitet wurden. Die unmittelbaren Auswirkungen der Manipulation an verspannten oder verklebten Faszien wurden evident, wobei dies nicht nur zu lokaler Entspannung, sondern auch zu einer Beeinflussung der gesamten Körperhaltung führte.
Nina Au, Revierleiterin Eurasien, fasste die gewonnenen Eindrücke zusammen: „Die Tiere waren derart entspannt, dass ihnen sogar die Augen zufielen. Es war sehr interessant und bereichernd, weitere Wege zu entdecken, wie wir unseren Tieren Gutes tun können.“ Über einen Zeitraum von zwei Tagen hinweg haben Kattas, Kaninchen und Co. ihr maßgeschneidertes Wellnessprogramm voll ausgekostet.