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Di., 08. Oktober 2013, 17:03 Uhr
TV Leiselheim schafft mit 9: 7-Heimsieg über Tabellenführer NSU Neckarsulm Sensation / 5:9-Niederlage gegen Heilbronn war zu verschmerzen
Tischkante total kaputt, Kampfgeist völlig intakt
Stand mit seinem enormen Kampfgeist in der Partie gegen NSU Neckarsulm stellvertretend für sein ganzes Team: Abwehrass Bernhard Ilchev drehte dank einer fantastischen Energieleistung das Match. Am Ende sprang nach 4:7-Rückstand ein 9:7-Heimsieg für den TV 1863 Leiselheim heraus.
Die zur Faust geballte linke Hand von Bernhard Ilchev schießt nach oben. „Jaaaaa!“, brüllt der Abwehrspieler die Anspannung heraus. Und noch einmal wird es laut in der Box des 48-Jährigen, als er mit einem weiteren „Jaaaaa!“ dem euphorisch feiernden Publikum am Leiselheimer Trappenberg für die großartige Unterstützung dankt. Der TV 1863 Leiselheim ist erstmals in der Partie gegen den haushohen Favoriten NSU Neckarsulm vorne – 8:7, die Sensation liegt in der Luft. Bernhard Ilchev hat mit dem hart erkämpften Fünfsatzsieg über den Neckarsulmer Maximilian Stellwag eine geradezu fantastische Aufholjagd nach einem 4:7-Rückstand (fast) abgeschlossen.
Zuvor krönten Daniel Pätzold und Stephan Kaiser ihren bärenstarken Auftritt im mittleren Paarkreuz mit dem jeweils zweiten Einzelzähler. Teamchef Alexander Krießbach sorgte im Anschluss mit einem Viersatzsieg über Christoph Hagmüller für den umjubelten Ausgleich. Und nun können Raphael Graf und Stephan Kaiser mit einem Erfolg im Abschlussdoppel die Sensation gegen die als Tabellenführer der Tischtennis Regionalliga Südwest angereiste Neckarsulmer Sportunion perfekt machen. „Ich glaube, wir schaffen das“, schüttelt Alexander Krießbach beinahe ein wenig ungläubig dreinschauend den Kopf. Die Prognose des TVL-Kapitäns setzen Raphael Graf und „Vier-Punkte-Mann“ Stephan Kaiser wenig später nach drei klar gewonnenen Sätzen zum 9:7-Sieg souverän in die Realität um.
„Was für ein Teamspirit, was für eine tolle Leistung der ganzen Mannschaft“, spart der Spielführer des TV 1863 Leiselheim nicht mit Lob. Geschafft sitzt speziell Bernhard Ilchev nach seinen zwei erfolgreich absolvierten Einzeln nun in einer Ecke der Halle. Der 48-jährige Mann ist zwar körperlich nach wie vor fit wie ein Turnschuh. „Dennoch“, erklärt Bernhard Ilchev, „das hat Kraft gekostet, vor allem mental.“ Schon im Doppel zu Beginn. Da lagen er und sein kongenialer Partner Daniel Pätzold 8:5 im Entscheidungssatz in Front, ehe das Match den beiden doch noch mit 9:11 aus den Händen glitt. Drei Stunden später ist Durchschnaufen angesagt.
Die Psyche und vor allem der Kampfgeist der sechs Leiselheimer hielt der Anspannung Stand. Und das, obwohl die beiden Matches gegen die übermächtig erscheinenden Mannschaften aus dem nördlichen Baden-Württemberg nicht wirklich gut begannen. 1:4 gegen Neckarsulm und tags zuvor 0:3 gegen die TSG Heilbronn stand es da zunächst. „Am Anfang kamen wir mit dem Tempo der Gäste einfach nicht klar“, räumte Alexander Krießbach ein, „da wir uns erst wieder an dieses schnelle Tischtennis gewöhnen müssen.“
„Materialschlacht“ gegen TSG 1845 Heilbronn
Gewöhnen mussten sich die zahlreichen Zuschauer auf dem Trappenberg auch an die Härte der Schläge, an die Power der Männer aus Heilbronn. So krachte es plötzlich mit Urgewalt in der Halle an Tisch Nummer 1. Adrian Klosek hatte einen Vorhand-Topspin derart hart über die rechte Tischkante gezogen – und dabei den Tisch gestreift, dass der Spieltisch der Urgewalt des Heilbronners nachgab. „Am Schläger ist nichts zu sehen“, wunderte sich Klosek darüber, dass einzig die Spielfläche arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. In der „Materialschlacht“ blieb Leiselheims junger Topspieler Raphael Graf dann aber obenauf. Und weil am Nebentisch Materialspieler Sebastian Sauer ebenfalls gegen den Chinesen Gan Chao deutlich gewann, hieß es dank einer erneuten Glanzvorstellung von Stephan Kaiser gegen Michael Dudek plötzlich „nur“ noch 3:4 aus Sicht der Leiselheimer.
Zwei Niederlagen im hinteren Paarkreuz und zwei hauchdünne Fünfsatz-Verluste von Raphael Graf und Sebastian Sauer ließen die Gäste auf 3:8 enteilen. „Da hatten wir nur noch unsere bärenstarke Mitte entgegen zu setzen“, stellte Alexander Krießbach enttäuscht fest. Daniel Pätzold und Stephan Kaiser verkürzten, an der 5:9-Niederlage gegen die TSG Heilbronn änderte dies freilich nichts mehr. Dass Alexander Krießbach („Zwei Punkte gegen diese beiden starken Mannschaften sind mehr als wir erwarten durften“) am Ende eines nervenaufreibenden Wochenendes dennoch sehr zufrieden war, konnte man ob des klasse Spiels gegen NSU Neckarsulm durchaus nachvollziehen.
TV 1863 Leiselheim –
TSG Heilbronn5:9
Punkte TVL: Raphael Graf, Sebastian Sauer, Daniel Pätzold, Stephan Kaiser (2).
TV 1863 Leiselheim –
NSU Neckarsulm9:7
Punkte TVL: Daniel Pätzold (2), Stephan Kaiser (2), Alexander Krießbach, Bernhard Ilchev (2), Raphael Graf / Stephan Kaiser (2).