
Von Marcus Diehl › „Die Macht von der Gaustroß“ ist zurück und „Landesliga wir kommen“. Die Meisterschaft in der Bezirksliga Rheinhessen war – ein Spieltag vor dem Ende der Saison – perfekt. Überall auf dem Gelände von FT/Alemannia war zu lesen und zu hören, was der TuS Neuhausen am Sonntag erreicht hat. Nach 17 Jahren oder, besser gesagt nach 6217 Tagen, wurde die Rückkehr in die Landesliga unter Dach und Fach gebracht. Eine lange Leidenszeit für den TuS ist endlich zu Ende. „Ein Meilenstein für den Verein“, freute sich der sportliche Leiter Dennis Dell und sprach gleichzeitig die Parole für den restlichen Tag aus, „Jetzt wird erst einmal gefeiert, was das Zeug hält.“
Mit einem 6:0 (3:0)-Erfolg bei Ataspor Worms wurden die benötigten Punkte locker erzielt, obwohl die Gastgeber in der Anfangsphase durchaus in Führung hätten gehen müssen. Nach dem Führungstreffer von Jonas Fey in der 21. Minute war dann Schaulaufen angesagt und die Fans durften früh die Feierlichkeiten einleiten. Ataspor werte sich tapfer, hatte aber in der sehr fairen Partie Nichts entgegenzusetzen. Torschützenkönig Philip Bach schraubte mit zwei Treffern sein Konto auf 28 Tore. In der zweiten Hälfte traf zuerst Marcel Seibel. Der fünfte Treffer wurde von Fans und Mitspielern besonders gefeiert. Denn Yann Tatchim, traf zum ersten Mal in dieser Saison. Er ist ein Paradebeispiel, was Wille und Einsatz ausmachen können. Zum Endstand traf Michael Schäfer.
Es war eine Saison der Superlative für den TuS. Seit dem 18. Spieltag stand er an der Tabellenspitze, immer gejagt vom Rivalen SV Horchheim. In vierzehn Partien in der Rückrunde sprangen dreizehn Siege und ein Unentschieden heraus. Neuhausen gab der Konkurrenz keinen Anlass zur Hoffnung. Die Bilanz bei den Heimspielen ist entsprechend. Nur einmal durfte man keinen Sieg feiern und musste sich mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Zum Abschluss der Saison kommt am Sonntag der SV Horchheim. Die Spannung ist zwar raus aus der Partie, dennoch sollte es – trotz aller Rivalität – einen Fußball-Leckerbissen geben.
Das der TuS momentan eine große Familie darstellt, zeigte die Feierlichkeiten nach dem Schlusspfiff. Es wurden nicht nur die Mannschaft mit den Meister-Shirts ausgestattet. Die Fans, die Partnerinnen, die Kinder, einfach alle hüllten das Gelände in die Farbe Rot.
Beeindruckend und emotional waren die Worte von Trainer Franz Graber, die er in einem Kreis an alle richtete. Nicht nur an seine Spieler, sondern an alle Anwesenden, dachte er trotz des großen Trubels. „Jeder soll jetzt erst einmal alles genießen und in sich einsaugen. Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Ihr alle habt einen Anteil daran, was wir in dieser Saison erreicht haben.“
Dabei haben Franz und sein Co-Trainer Marco Stark den größten Anteil an dieser Meisterschaft. Auf einem Aufstiegsplatz hat er den TuS übernommen und innerhalb zweier Jahre in die Landesliga geführt. Sukzessive wurde das Team verändert und vor allem ein Miteinander aufgebaut, das letztendlich der Schlüssel zum Erfolg war.
Der SV Gimbsheim und die Wormatia II werden sich über das hinzu gewonnene Derby freuen.