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  • Mo., 01. Dezember 2014, 12:57 Uhr
    Gespräche über Möglichkeiten interkommunaler Kooperation im Wormser Rathaus

    Tourismus im Fokus

    Oberbürgermeister Michael Kissel hatte zu einem Gespräch ins Wormser Rathaus eingeladen, um Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Worms und den Wonnegau-Gemeinden zu eruieren und weiterzuentwickeln.


    Zu einem Gespräch über Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Wirtschaft und Tourismus hatte Oberbürgermeister Michael Kissel seine Bürgermeisterkollegen aus den benachbarten Gebietskörperschaften VG Wonnegau – Walter Wagner, VG Monsheim –  Ralph Bothe, VG Eich – Gerhard Kiefer sowie  Bobenheim-Roxheim –  Michael Müller – ins Wormser Rathaus eingeladen. Am Gespräch nahmen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gebietskörperschaften teil, in deren Aufgabenbereich die genannten Themenfelder fallen.

    „Die interkommunale Zusammenarbeit zwischen der Stadt Worms und den Wonnegau-Gemeinden in der Organisation des ÖPNV, in der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung, in der Koordination touristischer Aktivitäten sowie in regionalplanerischen Fragen funktioniert seit Jahrzehnten hervorragend“, lobte OB Kissel einleitend. Es sei im gemeinsamen Interesse, auch über Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung vertiefend miteinander ins Gespräch zu kommen. „Wir brauchen zukunftsfähige Arbeits- und Ausbildungsplätze, um die bestehenden Standortqualitäten zu sichern und weiter zu entwickeln“, so Kissel.

    Im  Zusammenhang mit der Diskussion über die gescheiterte Absicht einer gewerblichen Entwicklung am „Hohen Stein“ wurde im Rat der Stadt Worms der Gedanke geäußert, die mit dem Verzicht auf das Projekt geschwundene Zukunftschancen im Rahmen solcher Kooperationen im regionalen Umfeld auffangen zu können. Die Stadt Worms wolle deshalb im Dialog mit den Umlandgemeinden eruieren, welche Optionen für großflächige Unternehmensansiedlungen bestehen.

    Für Fachleute nicht überraschend ergab das Gespräch zu dieser Frage sehr schnell, dass diese Überlegungen lediglich „fromme Wünsche“ sind. Keine der benachbarten Gebietskörperschaften verfügt aktuell planungsrechtlich über Flächen von ausreichender Größenordnung, um überregionale Attraktivität zu entfalten, ganz zu schweigen von Flächen in kommunalem Eigentum, die in besonderem Maße geeignet wären, größere und attraktive Unternehmen in die Region zu holen. Teilweise stehen wenige Hektar, teilweise gar keine Flächen mehr für diesen Zweck bereit. Selbst geplante Neuausweisungen erreichen in der Summe nicht den für den gewerblichen Schwerpunktort Worms früher angestrebten Flächenumfang. So steht überall fast nur Gelände für den jeweiligen Eigenbedarf zur Sicherung bereits ansässiger Firmen zur Verfügung.

    Umso mehr müsse einem anderen Wirtschaftszweig, dem Tourismus, Bedeutung für die unternehmerische Wertschöpfung in den am Gespräch beteiligten Gebietskörperschaften zukommen. Einigkeit bestand darüber, dass Potenziale dafür identifiziert und in der Folge verstärkt entwickelt werden müssen. Auch dieser naheliegende Gedanke ist allerdings kein Selbstläufer, so die Spitzenbeamten der Gebietskörperschaften. Tourismusförderung bedeutet auch Investitionen, die in Zeiten knapper Kassen im Rahmen der so genannten freiwilligen Leistungen durch die Aufsichtsbehörde höchst kritisch geprüft werden. Dass es in diesem Wirtschaftssektor zu ähnlichen Konflikten wie bei Gewerbegebieten kommen kann, zeigte Oberbürgermeister Kissel am Beispiel der bislang erfolglosen Suche nach einem geeigneten Campingplatzstandort in Worms auf. Verbandsbürgermeister Gerhard Kiefer erneuerte sein Angebot zur Kooperation bei diesem Ziel. Keine Überraschung ist dabei, dass gemeinsamen weintouristischen Aktivitäten in den Wonnegaugemeinden Chancen eingeräumt werden. Ein Erfolg versprechendes Projekt nannte Verbandsbürgermeister Walter Wagner den „Rheinterrassenweg“, der aber einer Betreuung „aus einem Guss“ bedürfe, auch wenn dafür kommunale Mittel erforderlich wären.

    Positiv schätzten alle Bürgermeister die Gesprächsatmosphäre ein und betonten, dass neben der Kooperation auf Arbeitsebene künftig eine Zusammenkunft der Verwaltungsspitzen jährlich stattfinden sollte.

     

     

     

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