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  • Do., 21. Januar 2021, 20:26 Uhr
    BAUAUSSCHUSS: Dringender Handlungsbedarf bei Straßenunterhaltung / Sanierungsstau von über 150 Millionen Euro / Dank Rosy® landesweit auf Platz 1

    Trübe Aussichten trotz guten Managements



    Trotz wenig erfreulicher Aussichten und mit Blick auf steigende Kosten, hatte die Abteilungsleiterin auch positive Nachrichten parat. Im Jahr 2005 wurden erstmalig alle Wormser Straßen sowohl in ihrer Länge und Breite, in ihrem Ausbauquerschnitt und in ihrem Zustand erfasst. Dies erfolgte zum damaligen Zeitpunkt durch Begehungen und Inaugenscheinnahme. Auf Grundlage dieser Erfassung wurde ein digitales Straßenkataster erstellt, welches jährlich, nun durch professionelle Befahrungen eines Ingenieurbüros, gepflegt wird. Die genutzte Software der Firma GSA, Rosy®, bietet neben der Straßendatenbank auch das Modul zum Straßenerhaltungsmanagement an. Ziel des Programmes ist es, mittels Schadensanalyse eine objektive Grundlage zu schaffen, aus der ersichtlich wird, in welcher Dringlichkeit Straßenabschnitte saniert werden sollten. In Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel werden durch das Rechenmodell Maßnahmen zum Erhalt der Straßenbausubstanz ermittelt, um mit möglichst geringen Kosten den größtmöglichen Effekt zu erzielen.

    Ein Gutachten des Landesrechnungshofes zur systematischen Erhaltungsplanung von Gemeindestraßennetzen in 192 rheinland-pfälzischen Kommunen habe gezeigt, dass die Stadt Worms mit der oben dargestellten Verfahrensweise den Spitzenplatz in Rheinland-Pfalz einnehme und somit als einzige Kommune eine gute bis sehr gute Strategie zur systematischen Erhaltung des kommunalen Straßennetzes fahre. „Wir liegen richtig mit unserer Unterhaltungsstrategie“, freut sich Annett Böttner über das positive Feedback aus Fachkreisen. Allerdings gibt es einen weiteren Wermutstropfen: Das Gutachten stellt weiterhin fest, dass sich durchschnittlich für dringend erforderliche investive und konsumtive Erhaltungsmaßnahmen an Fahrbahnen ein Nachholbedarf von 170.000 Euro pro Netzkilometer ergibt (Durchschnitt der Angaben von 38 Gemeinden in Rheinland-Pfalz). „Die Hochrechnung der Abt. 6.6 ergebe aber ein Vielfaches des Durchschnittes“, fügt Böttner an. Für die Erhaltung der Wormser Straßen seien ca. 320.000 Euro pro Netzkilometer erforderlich. Diese hohe Summe resultiere aus der bereits dargestellten Problematik, dass sich viele Straßen aufgrund massiver Vernachlässigung wegen fehlender Haushaltsmittel und anderer Entscheidungen in den letzten 30 Jahren in einem maroden Zustand präsentieren.

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