Fußball-Oberliga: Pfeddersheim verliert zuhause mit 0:4 gegen Mechtersheim / Am 1. Mai um 15 Uhr gegen Engers
TSG hat sich aufgegeben
Das war eine harte Bauchlandung, nicht nur für Sebastian Kaster, sondern für das gesamte Team der TSG gegen Mechtersheim. Foto: Felix Diehl
Von Marcus Diehl › Der Glaube an den Klassenerhalt ist der TSG Pfeddersheim verloren gegangen… Anders ist diese Leistung nicht zu erklären. Sie zeigte ein ganz anderes Gesicht als in den letzten Heimspielen: Völlig blutleer war der Auftritt der TSG Pfeddersheim am Samstagnachmittag. Nichts war zu sehen von Kampf, Ehrgeiz, Wille oder Mentalität.
Aber mit der 0:4 (0:3)-Niederlage gegen den TuS Mechtersheim war die Truppe eigentlich noch gut bedient, eine noch höhere Niederlage lag in der Luft. Die Mannschaft machte nicht den Eindruck, beim Kampf gegen den Abstieg noch Hoffnung zu haben. Sie ergaben sich von der ersten Sekunde an ihr Schicksal.
Die Gäste, die noch dringend Punkte benötigen, hatten leichtes Spiel. Ohne große Anstrengung kamen sie zu ihren Toren. Denn was die Defensive der TSG – vor allem in der ersten Hälfte – an den Tag legte, hatte mit Fußball nichts zu tun. Völlig konfus wirkten sie in ihren Aktionen, überhaupt nicht „Oberliga-like“, oder wie der zweite Vorsitzende Rolf Emrisch anmerkte: „Ein Abwehrverhalten wie in der Kreisliga“.
Alle Feldspieler mit „Note sechs“
Diese Aussage konnte jeder Zuschauer sicherlich bestätigen. So oder ähnlich müssen die Spiele der Saison in der Fremde ausgesehen haben. Wer noch bei keinem Auswärtsspiel dabei war, weiß es jetzt, wie das Team dort auftritt. Jeder Feldspieler hatte nicht weniger als die „Note sechs“ verdient. Nur Torhüter Sören Pätzold ist von aller Schuld freizusprechen. Die Offensive war ein laues Lüftchen ohne große Durchsetzungskraft, das Mittelfeld wschien ohne Struktur, immer einen Schritt zu langsam und die Defensive… ohne Worte!
Der erste Treffer war in der 16. Spielminute gefallen. Zwei Spieler gingen auf den ballführenden Mann und vergaßen dabei den nahestehenden Gegenspieler. Der konnte seelenruhig flanken und am Fünfmeterraum stand Marc Knäblein ganz alleine und schoss ins Tor. Sören Pätzold kam zwar mit der Hand noch an den Ball, aber leider klar hinter der Linie.
3:0 locker eingeschoben
Fünf Minuten später fast das gleiche Bild: Mechtersheim kombinierte sich ohne eine Gegenwehr in den Strafraum und wiederum war Marc Knäblein zur Stelle. Der Ex-Wormatia-Spieler ist nicht gerade als Torjäger bekannt, aber bei so viel Platz scheint dies kein Problem für ihn zu sein. Der dritte Treffer war nach einem Freistoß gefallen. Der Torschütze Josip Saravanja konnte den Ball im Sechzehner aus der Luft annehmen und locker einschieben. Eine Minute nach dem Tor folgte eine Szene, die Einiges widerspiegelt: Freistoß für die TSG von der linken Seite, bei den Gästen segelte der Ball gefährlich in den Strafraum und bei der TSG ins Niemandsland. Wo der Ball hinkommen sollte oder wen er erreichen sollte, blieb das Geheimnis von Luca Graciotti.
Die zweite Hälfte wurde nicht besser. Nur in der 55. Minute passierte etwas Überraschendes bei der TSG. Ryoji Matsumura glückte der erste Torschuss in der Partie, was aber kein Problem für den Gästetorhüter darstellte. Damit waren auch schon alle Offensiv-Aktionen der Gastgeber aufgezählt. Beim vierten Treffer durfte Abdulkerim Cakar agieren wie er wollte, kein Pfeddersheimer fühlte sich zuständig.
Ergebnis nüchtern aufgenommen
Nach dem Schlusspfiff wurde das Ergebnis beim Team wie bei den Zuschauern nüchtern aufgenommen, der Abstieg wird nicht mehr zu verhindern sein – das muss Jedem klar sein. Jetzt geht es am Mittwoch, dem 1. Mai, um 15 Uhr, nach Engers, spätestens dann könnte der Abstieg feststehen. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Zahl der Absteiger. Im ungünstigsten Fall kann es acht Absteiger geben – Dann wäre die TSG jetzt schon abgestiegen. Gibt es am Ende nur sechs Absteiger, beträgt der Rückstand zwölf Punkte bei noch fünf ausstehende Spiele. Die TSG klopft stark an die Tür der Verbandsliga.