Fußball Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar – Abstiegsrunde: Personell arg angeschlagene TSG Pfeddersheim unterliegt FSV Salmrohr im heimischen Uwe-Becker-Stadion mit 0:1 (0:0)
TSG-Tank läuft auf Reserve
Patrick Huth (rotes Trikot) mobilisierte im Heimspiel gegen den FSV Salmrohr die letzten Körner. Gegen Ende der Partie einer langen und kraftraubenden Saison 2021/2022 ging der offensive Pfeddersheimer Mittelfeldspieler aber wie nahezu alle Kicker seiner Mannschaft auf dem Zahnfleisch. Foto: Felix Diehl
Von Jürgen Jaap | Tanken ist dieser Tage ob der Energie-Krise wegen des Krieges in der Ukraine verdammt kostspielig. Folglich schränkt der Autofahrer die Besuche an Tankstellen möglichst ein.
Auch die Fußballer der TSG Pfeddersheim sind am Ende der Saison 2021/2022 in der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar irgendwie von einer Energie-Krise betroffen. Bei der Mannschaft des jungen Pfeddersheimer Trainers Daniel Wilde hat dies aber andere Gründe als den Krieg mitten in Europa.
Da wären an erster Stelle die zahlreichen Ausfälle und Spielverlegungen durch die Corona-Pandemie und zweitens eine schier endlose Pechsträhne mit etlichen Verletzungen zu nennen. Die Auswirkungen für das drittletzte Saisonspiel im heimischen Uwe-Becker-Stadion gegen den vom Abstieg bedrohten FSV Salmrohr konnte man an der Besetzung der TSG-Ersatzbank ablesen.
Dort hatten neben Torwart Alexander Loch mit Finn Mörschel und Melchisedec Yeboah einzig zwei weitere Oberliga-Stammkräfte Platz genommen.
TSG erspielt sich deutliches Übergewicht
In die Partie gegen die Elf aus der Südeifel, die im Kampf um den Klassenerhalt jeden Zähler dringend benötigt, ging der Tabellenführer der Abstiegsrunde nach einem Wachmacher dennoch beschwingt. Den ersten Schuss feuerte nämlich FSV’ler Maurice Neukirch ab (2.), danach nahm der Gastgeber aber das Heft in die Hand.
Patrick Huth setzte zunächst eine schöne Flanke von Waaris Bhatti mit seiner linken Klebe knapp am Pfosten vorbei (4.). Nach einem Doppelpass mit Aymen Chahloul zwang Patrick Huth FSV-Torwart Sebastian Grub zur Glanzparade, lenkte der in der Folge beste Gästespieler doch das Leder gerade noch an die Latte (13.).
Ein Schuss von Florian Lutz auf Zuspiel von Huth (29.) und ein Bhatti-Kopfball nach einem Huth-Freistoß (34.) manifestierten das deutliche Übergewicht, dass sich Pfeddersheim in der ersten Halbzeit erspielte.
Duell TSG versus FSV-Torwart Sebastian Grub
Bitter für Pfeddersheim: Bereits nach zehn Minuten reihte sich mit Rouven Amos ein weiterer TSG’ler in die lange Liste von Verletzten ein. Dennoch blieb Pfeddersheim am Drücker. „Wir hätten mindestens mit zwei Toren zur Pause führen müssen“, reflektierte Daniel Wilde die TSG-Druckphase.
Erst scheiterte wieder Huth nach klasse Zuspiel von Chahloul im Duell mit Grub (40.). Und auch die Direktabnahme Chahloul’s einer Huth-Flanke konnte der beste Mann auf dem Platz entschärfen (43.). In dieser Phase des Spiels merkte man der TSG die mangelnde Effektivität im Torabschluss ob des Fehlens der verletzten Top-Stürmer Sebastian Kaster und Vllaznim Dautaj (Wilde: „Die beiden sind eben schwer zu ersetzen“) besonders deutlich an.
Kapitaler Fehler beschert Salmrohr die Führung
Das Dauerduell zwischen Pfeddersheim und Sebastian Grub ging nach dem Wechsel in die nächsten Runden. Tobias Bräuner schießt aus der Distanz, Grub rettet zur Ecke (50.). Die Ecke landet bei Huth, der sofort abzieht. Grub bringt die Hände mit einer Blitzreaktion ans Leder und lenkt den Ball über die Latte (52.). Sebastian Grub hatte den nun immer müder werdenden Gastgebern den Zahn gezogen.
Und wie es im Fußball oft kommt … Wer seine Chancen nicht nutzt, der wird bestraft. Oder beschenkt wie der FSV Salmrohr, denn aus dem Absolutnichts heraus lag der Gast plötzlich 1:0 vorne. Patrick Stofleth übersah beim Spielaufbau Maurice Neukirch, der den Fehlpass des Pfeddersheimer Torwarts eiskalt aus zwanzig Metern ins verwaiste TSG-Tor einnetzt (62.).
TSG fehlt nach Rückstand die Kraft
Ein Rückstand, der den körperlich augenfällig enorm nachlassenden Gastgebern die letzte Kraft raubte. Salmrohr beschränkte sich darauf, den Vorsprung zu verteidigen. „Wir liefen auf Reserve, hatten nichts mehr zuzusetzen“, machte Daniel Wilde seiner Mannschaft keine Vorwürfe, denn: „Wir wollten, konnten aber nicht mehr.“
Einzig ein Weitschuss des nach vorne gezogenen TSG-Abwehrchefs Mathias Tillschneider sprang noch heraus (81.). Als der neben dem Tor landet, war die 0:1-Niederlage besiegelt. Salmrohr durfte drei wichtige Zähler im Abstiegskampf bejubeln. Pfeddersheim benötigt noch einen Sieg aus den beiden restlichen Saisonspielen, um die Abstiegsrunde als Erster zu beenden.