BERUFSINFORMATIONSMESSE: Über 70 Unternehmen bieten vielfältige Entdeckungsreise zu Ausbildung- und Studienangeboten / Samstag noch von 10 bis 15 Uhr im BIZ
Tüfteln, ausprobieren und umfassend informieren
Über das schöne Heimspiel bei der BIM freut sich Michael Siegl, Ausbildungsbetreuer für den technischen Bereich beim Röchling Automotive aus Worms. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN | „Entdecke Deinen Traumberuf!“ Unter diesem Motto bot die Berufsinformationsmesse (BIM) rund um die Sporthalle des Wormser Bildungszentrums wieder jede Menge Tipps zu den Themen Ausbildung und Studium. Über 70 Unternehmen stehen mit ihren kompetenten Ansprechpartnern an zwei Tagen gerne Rede und Antwort, um Interessierten bei der schweren Entscheidung für den passenden Berufseinstieg zu helfen. IHK-Geschäftsführer Tim Wiedemann zeigte sich hocherfreut, dass die diesjährige BIM wieder gewohnt vielfältige Orientierungsmöglichkeiten aufzeigt und sogar neue Aussteller dabei sind. Verständnis hat Wiedemann, dass es ob der zahlreichen neu entstandenen Berufsbilder schwierig sei, das gesamte Angebot zu überblicken. Dennoch würden seiner Meinung nach beide Seiten, sowohl Unternehmen als auch die Jugendlichen profitieren.
Für jeden ein passendes Angebot
Auf die hervorragende Zukunftsperspektive nahm auch Vizepräsident der IHK für Rheinhessen, Michael Kundel, Bezug. In seiner Ansprache betonte Kundel mit Blick auf die großen Herausforderungen dieser Zeit, die Notwendigkeit, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „Zwei von drei Arbeitsplätzen setzen ein Studium voraus“, so der IHK-Vize. Umso verständlicher sei es, dass viele Unternehmen zunehmend auf Eigengewächse setzen. „Aber Interessenten sind schwer zu finden“, fügte Michael Kundel an. Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage sei regional zudem unterschiedlich. Zudem müssen man auch gegen Vorurteile bei Eltern wie Schülern kämpfen. „Die Chancen im Beruf erfolgreich zu sein, sind immens. Ein Hochschulstudium ist dafür aber nicht zwingend erforderlich“, unterstrich Kundel. Das Drängen in Modeberufe, Einschränkungen in der Mobilität, aber auch das falsche Einschätzen eigener Stärken, seien Hemmnisse. Manchmal sei der Markt aufgrund der Vielfalt neuer Angebote schwer überschaubar. Daher ermunterte Michael Kundel die Schüler, die BIM als Gelegenheit zum Tüfteln, Ausprobieren und umfassenden Informieren zu nutzen. „Garantiert ist für jeden ein passendes Angebot dabei“, so Kundel abschließend.
Zupackende Hände und kluge Köpfe
Bürgermeisterin Stephanie Lohr begrüßte die anwesenden Schüler als „Hoffnungsträger und künftige Azubis wie auch Gestalter dieser Stadt“. Jeder könne über sich hinauswachsen, zitierte Lohr Nelson Mandela und verwies auf die BIM als Erfolgsgeschichte. Der massive Wandel auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt erfordere zupackende Hände und kluge Köpfe, damit die dringend notwendige ökonomische Transformation und Digitalisierung bewältigt werden kann. Gute Gespräche und erfolgreiche Abschlüsse wünschte die Bürgermeisterin Besuchern und Ausstellern. Auch das „Team Stadt“ nehme sich gerne Zeit, um Fragen ausführlich zu beantworten. Weitere Infos zur Ausbildungsmesse unter www.bim-worms.de
Aufgeschnappt
Yarim, Mustafa und Mahmut, die die 9. Klasse besuchen, waren interessierte Zuhörer. Ein Verdienst von 770 Euro bereits im ersten Ausbildungsjahr ist ein gutes Argument. „Wir würden gerne auch mehr Mädchen ausbilden“, wünscht sich Personalreferentin Jennifer Heller daher mehr „Frauenpower“ in der neuen Lehrwerkstatt, wo künftig 15 statt zehn Azubis ausgebildet werden sollen. Für Luka, Lenny, Denis, Gideon und Wen von der PfrimmtalRealschule plus wird das Thema Ausbildung 2024 konkret. Industrie-, Werkzeug- und Verfahrensmechaniker oder Maschinen- und Anlagenführer sind interessante Jobs mit Perspektiven. Und wie Michael Siegl erklärt: „Wir haben auch noch kurzfristig für dieses Jahr Ausbildungsplätze zu vergeben.“
Personalreferentin Jennifer Heller erläuterte die Vorzüge einer Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei Spie in Worms. Foto: Steffen Heumann
Zitate: Obwohl die deutsche Industrie jedes Jahr rund 23 Milliarden Euro investiert, reicht dieser Betrag nicht aus, um Nachwuchs zu finden und zu binden. (Michael Kundel/IHK-Vizepräsident zur aktuellen Situation und 63.000 unbesetzten Ausbildungsstellen bundesweit). „Es ist schön, endlich wieder mit den Menschen direkt in Kontakt treten zu können.“ Hauptkommissar Gunter Disandt, seit zehn Jahren Einstellungsberater bei der Bundespolizei