
Von Marcus Diehl > Das war nicht das richtige Wochenende für die Wormser Teams. Nur der SV Gimbsheim konnte seiner Favoritenrolle gerecht werden und kletterte mit einem Heimsieg an die Tabellenspitze. Pfeddersheim kassierte auswärts eine unnötige Niederlage. Für den TuS Neuhausen war eine gute Halbzeit zu wenig. Der VfR Wormatia II kassierte die zweite Niederlage in Folge.
Am Freitagabend hatte der TuS Neuhausen seine große Chance, den ersten Sieg in dieser Saison einzufahren, leichtfertig vertan. Eigentlich waren die Gäste im Vorhinein verunsichert, da sie bisher die meisten Gegentore in dieser Saison kassiert hatten. Da war es nicht verwunderlich, dass Ingelheim zuerst einmal aus einer sicheren Defensive heraus agieren wollte. Der Wunsch nach einem ersten Erfolg in der neuen Liga war spürbar, der TuS agierte auf dem Feld die erste halbe Stunde sehr dominant und investierte einen enormen Aufwand. In den Zweikämpfen war die Mannschaft sehr aggressiv und präsent. Er wurde mit dem Führungstor nach der 18. Spielminute belohnt. Nach einem Freistoß in Höhe der Mittellinie köpfte Mikheili Kopaliani den Ball aus 12 Metern Entfernung und platzierte ihn in der Ecke. Eine halbe Stunde lang beherrschte der TuS seinen Gegner. Der Knackpunkt war der Ausgleich in der 29. Minute. Einen völlig misslungenen Rückpass zum eigenen Torhüter konnte der Ingelheimer Jonas Becker erlaufen und ohne Mühe, am Torhüter vorbei, ins Tor setzen. Nach diesem Nackenschlag kam zum Glück die Pause. Die zweite Hälfte war die schwächere vom TuS. Die besseren Torgelegenheiten hatten die Gäste. Eins ums andere Mal agierte die TuS-Defensive etwas zu naiv. Bei beiden Gegentoren wurden sie ausgekontert und der Ball konnte jeweils leicht durch die Schnittstelle gespielt werden. Francesco Teodonno war immer der Nutznießer. Den wichtigen Anschluss verpasste Yann Tatchim mit der besten Torchance in der zweiten Hälfte. Doch er scheiterte am langen Bein des Gästetorhüters. Erst Sekunden vor dem Ende konnte Marcel Seibel verkürzen, mehr war nicht mehr drin. Eine verpasste Chance für den TuS. Hätten sie an die ersten dreißig Minuten in der zweiten Hälfte anknüpfen können, wären drei Punkte möglich gewesen. Jedoch ist die eigene Fehlerquote zu hoch. In der letzten Saison wurden diese Dinge noch ausgebügelt, das lässt die Landesliga aber nicht mehr zu, wo einfach eine bessere Qualität herrscht. Co-Trainer Marco Stark sagte: „Eine gute Halbzeit reicht in dieser Liga nicht. Es sind erst vier Partien absolviert. Aber so langsam sollten unsere Jungs wissen, wie der Hase in dieser Liga läuft.“
Eine weitere unnötige Niederlage für die TSG Pfeddersheim. Ein klares Chancenplus für die TSG sorgte aber für keinen Erfolg. Beste Gelegenheiten wurden schon in der ersten Hälfte liegen gelassen. Sie waren spielbestimmend und teilweise das bessere Team. In der Offensive waren sie nicht konsequent genug und in der Defensive hatten sie einmal nicht aufgepasst: In der 75. Minute wurde Marco Sorg mit einem simplen Zuspiel auf die Reise geschickt und vollendete zum Goldenen Treffer an diesem Tag. Würden nur die klaren Chancen zu Rate gezogen werden, hätte die TSG drei Punkte mitnehmen müssen.
Der neue Tabellenführer ist der SV Gimbsheim. Die Pfälzer wurden mit einem klaren Heimerfolg nach Hause geschickt. Die Gäste waren von Beginn an auf ein torloses Unentschieden aus. Selbst etwas zum Spiel beizutragen, lag nicht in ihrem Sinn. In ihrer Hälfte bauten sie eine Abwehrmauer auf. Wenn dann aus dem Spiel heraus wenig möglich erschien, weil es keine Lücken gab, mussten die Standards herhalten. Dabei wurden zwei unterschiedlich ausgeführte Freistöße direkt verwandelt. Reda Chkifa machte es mit Gefühl über die Mauer. Mit Gewalt, direkt durch die Mauer, traf Kevin Siebert. Das dritte Tor in der letzten Minute durch Adriano Fragomeli fiel durch einen guten Spielzug. Unrühmlicher Schlusspunkt waren in der Nachspielzeit jeweils eine rote Karte für beide Teams. Für die Gäste durch ein übles Foul und bei Gimbsheim für den Trainer Steven Jones, dem eine solche Entgleisung nicht passieren sollte.
Enttäuschung für den VfR. Schon zur Pause stand das Endergebnis fest. Die frühe Führung für die Wormatia durch Amir Malik Moore brachte dem Team keine Sicherheit, sondern das Gegenteil. Sie wollten zu viel und brachten die Gastgeber ins Spiel. Diese konnten sich sogar noch einen vergebenen Elfmeter leisten.
Am Freitag um 19 Uhr kommt es in Pfeddersheim zum nächsten Derby, gegen den TuS Neuhausen. Der TuS sollte aus seinen Fehlern beim Pokaldebakel gelernt haben. Er hat in dieser Partie nichts zu verlieren. Gimbsheim muss am Sonntag um 15 Uhr nach Mutterstadt. Die Wormatia spielt wegen des Backfischfestumzuges erst um 17.30 Uhr gegen den VfR Grünstadt.