Auch in Worms sind verschiedene Aktionen zum heutigen Weltfrauentag geplant / Ursprung lag im Wunsch nach selbstbestimmtem Leben
Über 100 Jahre alt und noch immer aktuell
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Der Internationale Weltfrauentag, der jährlich am 8. März begangen wird, entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen.
Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin griff im Jahre 1910 eine Idee aus den USA auf. Die Sozialistische Partei Amerikas hatte bereits 1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet, welches einen speziellen „Kampftag“ für das Wahlrecht für Frauen ins Leben zu rufen gedachte. In Europa folgte am 19. März 1911 zunächst in Dänemark, Österreich-Ungarn, der Schweiz und auch Deutschland ein erster Frauentag. Kernforderung war auch hier die Einführung eines Wahlrechts für Frauen.
Durch die Verwerfungen des Ersten Weltkrieges geriet der Frauentag hierzulandewieder aus dem Fokus. Hingegen gewann der Tag in sozialistischen Kreisen weiter an Bedeutung.
Durch einen Streik am 8. März 1917 hatten Arbeiter- und Soldatenfrauen sowie Bäuerinnen in Sankt Petersburg die russische Februarrevolution ausgelöst.
Basierend auf diesen Ereignissen wurde der 8. März bei der zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau als festes Datum für den Frauentag bestimmt. Es dauerte allerdings bis zum Jahre 1926, bis der Frauentag am 8. März auch in Deutschland wieder gefeiert wurde.
Während der nationalsozialistischen Herrschaft war der Frauentag dann von 1933 bis 1945 verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im geteilten Deutschland sehr unterschiedlich mit dem Tag umgegangen. 1946 führte die sowjetische Besatzungszone den Frauentag zum 8. März wieder ein. Auch im Westen veranstalteten Sozialdemokratinnen zwar seit 1948 wieder Frauentage, doch ging die ursprüngliche Bedeutung dieses Tages allmählich verloren. Hier war es vor allem das Thema Frieden und der Kampf gegen die Wiederbewaffnung, die auf den Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag aufgegriffen wurden. Erst mit dem Engagement der neuen Frauenbewegung Ende der 1960er Jahre rückte der 8. März in der Bundesrepublik und anderen Ländern wieder stärker ins Bewusstsein.
Geschichte der Aktionen änderte sich
Durch die Vereinigung beider deutscher Staaten 1990 veränderte sich die Geschichte und die Aktionen zum Internationalen Frauentag noch einmal sehr. Vor allem 1994 zum sogenannten FrauenStreikTag erlebte der Internationale Frauentag ein politisches Comeback. Noch heute soll der Frauentag den Fokus auf spezielle Probleme und Themen lenken, die global von Bedeutung sind, im Mittelpunkt steht dabei die Rolle der Frau in der Gesellschaft.
Traditionell beteiligt sich in Worms die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) an diesem Tag mit einer Aktion. Heute beschenken die Genossinnen in der Zeit von 15 bis 17 Uhr Passantinnen am Römischen Kaiser mit den Zeichen dieses Tages: „Brot und Rosen“. „Alle Jahre wieder singen die Frauen in all ihren Sprachen das Lied ,Brot und Rosen‘, erläutert hierzu die AsF Vorsitzende Ricarda Martin-Dreher das Motto. Dieses Lied stammt aus dem Jahre 1912 und ist bei einem Streik von 14.000 Textilarbeiterinnen in den USA entstanden.
Der Streik richtete sich damals gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit. „Zwar gibt es keine Kinderarbeit mehr in Deutschland, aber schon beim Thema Hungerlöhne und Equal-Pay scheiden sich die Geister“, so Martin-Dreher.
Hier sei klar noch Handlungsbedarf, erläutert sie zwei der Intentionen, warum die AsF sich aktiv um gleiche Rechte für Frauen bemühe.
Zuvor startet am Weckerlingplatz eine Führung anlässlich des Internationalen Frauentags. Heike Schreiber-Wolsiffer geht dabei unter anderem der Frage „Die Reformation als Wegbereiter der Gleichberechtigung?“ nach. Im „Weinladen Valckenberg“ wird der Weltfrauentag, auch noch am Freitag, dem 10. März, um 17 Uhr, gefeiert. Mehr zur zweiten BenefizAfterWorkParty des Soroptimist-Club Worms lesen Sie auf Seite 4.