WORMS: Berufsinformationsmesse informiert heute und morgen über Berufsleben
Über 140 Berufe werden vorgestellt
Die größte BIM aller Zeiten präsentiert Chancen und Perspektiven einer Ausbildung in den unterschiedlichsten Branchen und Firmen. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig › Derzeit gibt es rund 320 anerkannte Ausbildungsberufe in der Industrie und im Handwerk, im öffentlichen Dienst, in der Hauswirtschaft, der Landwirtschaft, der Seeschifffahrt und in „Freien Berufen“. Die Tendenz ist rückläufig, was allerdings darin begründet liegt, dass viele ehemalige Handwerksberufe durch Studiengänge abgelöst werden. Die duale Berufsausbildung gilt als eine der großen Errungenschaften der deutschen Wirtschaft. Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beginnt etwas mehr als die Hälfte eines Altersjahrgangs eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf.
Über 140 Berufe und schulische Ausbildungsgänge stellen heute und morgen 93 Ausbildungsbetriebe auf der Berufsausbildungsmesse (BIM) unter dem Motto „Entdecke deinen Traumberuf“ im Bildungszentrum Worms vor. Die 33. Messe wurde in Anwesenheit zahlreicher Honoratioren aus Politik, Gesellschaft, den Firmen, aber auch von Verbänden, u. a. von Vertretern der Handwerkskammer Rheinhessen, der Jugendberufsagentur Worms und der Kreishandwerkerschaft Worms-Alzey, von Michael Kundel, dem IHK-Vizepräsident (auch CEO von Renolit SE) und in Vertretung des Oberbürgermeisters Adolf Kessel, der im Urlaub weilt, von Bürgermeisterin Stephanie Lohr am heutigen Freitagmorgen eröffnet. Bis 15 Uhr ist sie noch am heutigen Freitag und am morgigen Samstag von 10 bis 15 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Darüber hinaus informieren die Hochschulen über ihre Hochschulstudiengänge und es gibt zahlreiche Mitmach-Aktionen an den Ständen der Aussteller.
„Heute versammeln wir uns abermals, um jungen Menschen die Welt voller beruflicher Möglichkeiten zu eröffnen. Noch nie war die Messe größer als heute, noch nie waren so viele Aussteller präsent wie heute. Wir sind rappelvoll“, stellte Michael Kundel zu Beginn seiner Ansprache fest.
Fachkräfte händeringend gesucht
„In einer Zeit, in der der Fachkräftemangel unsere Wirtschaft vor enorme Herausforderungen stellt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir in die Zukunft investieren. Unsere jungen Menschen sind nicht nur die Arbeitnehmer von morgen, sondern auch die Gestalter unserer Gesellschaft von übermorgen. Ihre Berufswahl beeinflusst nicht nur ihr eigenes Leben, sondern das Wachstum, den Wohlstand sowie die Teilhabe und Innovation hier in unserer Region. Dass viele Unternehmen nicht ihre offenen Stellen besetzen können, betrifft mittlerweile nicht nur kleinere oder mittlere Unternehmen, sondern auch große Betriebe. Sie sehen sich zunehmend mit Schwierigkeiten konfrontiert, passendes Personal zu finden“, konstatierte der IHK-Vize. „Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass die Politik umgehend weitere Maßnahmen ergreift, um die Bedingungen für die Erschließung zusätzlicher Fachkräftepotentiale zu verbessern“, so Kundels Forderung.
Willkommenskultur gefordert
„Außerdem ist es unerlässlich, dass wir eine Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte fördern, um dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entgegenzuwirken.“ Sollte dies nicht gelingen, hätte dies zwangsläufig auch einen Wohlstandsverlust zur Folge. Aber neben der Politik sind auch die Unternehmen dazu aufgerufen, aktiv gegen den Fachkräftemangel vorzugehen. Die hohe Anzahl an Ausstellern dieser Messe zeigt nicht nur den Bedarf an Nachwuchskräften, sondern auch das verstärkte Engagement der Unternehmen in der Aus- und Weiterbildung und Förderung junger Talente.
Prosperierender Standort
Stephanie Lohr lobte das Engagement der Firmen, hier zusammenzubringen, was zusammengehört: junge Menschen und Unternehmen. Es sei aber auch ein starkes Zeichen des Wirtschaftsstandortes Worms, dass sich so viele Firmen hier präsentieren. „Worms ist ein prosperierender Standort in Rheinhessen.“
Jungen Menschen gehe es nicht nur darum, den Traumberuf zu finden, sondern auch darum, das Traumleben zu leben und dazu gehöre auch eine attraktive Stadt. „Es ist also auch unsere Aufgabe hier in der Stadt, die notwendigen Bedingungen zu schaffen, damit sich auch das Leben hier gut anfühlt“, nahm sich Lohr als Politikerin selbst in die Pflicht.