Mo., 25. September 2023, 12:33 Uhr
WORMS: Krankenstand der Lutherstadt liegt über Landes- und Bundesdurchschnitt
Überdurchschnittlich viele Beschäftigte krank
Die Beschäftigten in Worms waren im Jahr 2022 öfter krankgeschrieben als im Landesdurchschnitt. Das geht aus repräsentativen Daten der Barmer Ersatzkasse hervor. Für ihre Analysen hat die gesetzliche Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der bei ihr versicherten Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz anonymisiert ausgewertet. Der Krankenstand in der Stadt lag bei 6,7 Prozent (Land: 6,3 Prozent, Bund: 6,2 Prozent). „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten 67 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erläutert Volker Reithermann, Regionalgeschäftsführer der Körperschaft des öffentlichen Rechts in Worms.
Viel Husten und Schnupfen
Auf Beschäftigte mit Wohnsitz in Worms entfielen rechnerisch 24,6 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage (Land: 22,9 Tage, Bund: 22,7 Tage). Jede Erwerbsperson in der Stadt meldete sich im Durchschnitt 2,0 Mal arbeitsunfähig (Land und Bund: 1,9). Reithermann sagt: „Hauptursache für die Krankschreibungen in Worms waren Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel Husten und Schnupfen. In keinem der 36 rheinland-pfälzischen Landkreise und kreisfreien Städte wurden mehr Arbeitsunfähigkeitstage wegen Verletzungen wie Bänderrissen oder Verstauchungen gezählt.“
Atemwegserkrankungen verursachten bei jedem Beschäftigten aus Worms 5,7 Tage von Arbeitsunfähigkeit. Es folgen Muskel-Skelett-Erkrankungen wie zum Beispiel Rückenschmerzen (4,6 Tage), psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen (3,6 Tage) und Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen (2,8 Tage). Probleme mit dem Muskel-Skelett-System, psychische Leiden, Atemwegserkrankungen und Verletzungen waren die vier häufigsten Ursachen für Krankmeldungen in Worms.
Betriebliches Gesundheitsmanagement wichtig
„Im Frühjahr des Jahres 2021 ist die typische Grippe- und Erkältungswelle ausgeblieben. Dann haben sich nach der Corona-Pandemie die Kontakte zwischen den Menschen normalisiert, was Atemwegsinfekte begünstigt hat“, erklärt Reithermann. Die in der Pandemie sinnvolle Entlastung der Arztpraxen durch die telefonische Krankschreibung habe dagegen nur geringen Einfluss auf die Fehlzeiten gehabt, denn sie sei auch schon im Jahr 2021 möglich gewesen. „Durch die demographische Entwicklung der Erwerbsbevölkerung und den Fachkräftemangel ist in den Unternehmen ein aktiver Umgang mit seelischen Erkrankungen unumgänglich. So führt zum Beispiel mangelnde Zusammengehörigkeit im Team nachweislich zu einer deutlichen Zunahme depressiver Verstimmungen“, sagt Reithermann. Vor diesem Hintergrund fiele dem betrieblichen Gesundheitsmanagement eine wichtige Funktion bei der Vorbeugung psychischer Erkrankungen zu.