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Do., 31. Juli 2014, 12:40 Uhr
Saisonüblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit in Worms fällt geringer aus als in den Vorjahren / Quote blieb konstant bei 8,3 Prozent
Überdurchschnittliche Zunahme bei Arbeitslosen unter 25 Jahre
Foto: Robert Lehr
Mit Beginn der Sommerferien hat die Arbeitslosigkeit in Worms saisonbedingt zugenommen. Wie im Juli üblich waren das Schuljahres- und Ausbildungsende sowie die Kündigungen zum Monats-, Quartals- und Halbjahresende die Ursache für den Anstieg. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrug dabei aber nur etwa ein Viertel des in den Vorjahren üblichen Anstiegs. Insgesamt meldeten sich 924 Personen arbeitslos, das waren 79 weniger als im vergangenen Jahr.
Die Arbeitslosmeldungen nach schulischen und betrieblichen Ausbildungen sowie nach sonstigen Ausbildungen und Fördermaßnahmen beliefen sich dabei auf 268 Personen. Das waren 37 oder gut 12 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit lag die Arbeitslosigkeit insgesamt erstmals seit Beginn des Jahres wieder unter dem Vorjahresniveau.
Nach wie vor starker Fachkräfte- und Nachwuchsmangel „Aufgrund der späten Sommerferien erwarten wir im kommenden Monat nochmal eine Reihe von Arbeitslosemeldungen nach abgeschlossener Ausbildung“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Dennoch deuten die Zahlen für Juli darauf hin, dass die Betriebe ihre Anstrengungen verstärken, die ausgebildeten Kräfte zu halten. Aus einigen Bereichen, in denen Fachkräfte schon jetzt Mangelware sind, gab es bisher so gut wie gar keine Arbeitslosmeldungen von Jugendlichen, nach Beendigung ihrer Ausbildung.“ Wie sehr der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel auch in unserer Region angekommen sei, zeige sich an den aktuellen Zahlen zum Ausbildungsmarkt, so die Agenturleiterin. So seien kurz vor Ausbildungsbeginn immer noch zahlreiche Lehrstellen unbesetzt. Allein das Gastgewerbe und der Bereich Verkehr und Lagerei hätten wenige Wochen vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch jeweils noch knapp 200 offene Lehrstellen im Angebot.
Trotz nachlassendem Schwung der Konjunktur und der üblichen Sommerflaute, die sich in den kommenden Monaten auf die Schaffung neuer Stellen auswirken dürfte, macht die Arbeitsmarktexpertin jungen Leuten, die sich in diesen Tagen arbeitslos melden mussten, grundsätzlich Mut: „Die Lage am Arbeitsmarkt ist so entspannt wie seit langem nicht mehr. Gut ausgebildete Fachkräfte werden fast überall gebraucht. Selbst wer nicht in seinem Ausbildungsbetrieb bleiben kann, hat heute hervorragende Chancen, seinen beruflichen Weg ohne Verzögerung weiter zu gehen. “Wichtig sei es aber, so bald wie möglich die Initiative zu ergreifen und nach neuen Möglichkeiten Ausschau halten, anstatt erst mal abzuwarten.
Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote
Im Juli waren in Worms insgesamt 3.647 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 27 mehr als im Juni, aber 53 oder 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 8,3 Prozent. Im Vorjahr war sie im gleichen Zeitraum von 8,2 auf 8,5 Prozent gestiegen. Von den 3.647 Arbeitslosen wurden 986 von der Arbeitsagentur und 2.661 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf ausschließlich Teil die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosengeld-I Empfänger. Im Bereich der Grundsicherung kam es dagegen zu einem leichten Rückgang.
Durch die aktuellen Veränderungen am Arbeitsmarkt nahm die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre überdurchschnittlich zu. Ihre Arbeitslosenquote erhöhte sich im Laufe eines Monats um 1,6 Prozent auf insgesamt 9,1 Prozent.
Der Stellenzugang zeigte sich etwas lebhafter als im Vormonat, aber schwächer als im Vorjahr. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber 240 offene Stellen. Das waren 10 oder 4,3 Prozent mehr als im Juni, aber 40 Stellen oder 14,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Rheinhessen zeigte sich auf allen regionalen Arbeitsmärkten. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,4 auf5,5 Prozent, Stadt Mainz von 6,2 auf 6,4 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,4 auf 4,5 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 4,0 auf 4,1 Prozent.