Domgemeinde und Bistum stoppen vorerst Baubeginn für „Haus am Dom” und wollen das Ergebnis des Bürgerentscheides abwarten / Gegner bleiben skeptisch
Überraschende Wendung beim „Haus am Dom”
Die Animation zeigt das „Haus am”, wie es von der Domgemeinde verwirklicht werden soll.
Von Gernot Kirch Die Gemeinden St. Martin und St. Peter haben am Mittwochabend nach Beratungen mit dem Bistum Mainz bezüglich der Verwirklichung des „Hauses am Dom” erklärt, dass sie entschieden haben, den beabsichtigten Baubeginn in diesem Frühjahr nicht zu realisieren, sondern diesen zu verschieben. Damit soll unter anderem ein mögliches Bürgerbegehren abgewartet werden, erklärt Domprobst Engelbert Prieß. Damit nehmen die beiden Wormser Gemeinden sowie das Bistum in Mainz erst einmal „Dampf aus dem Kessel”. Und dies wohl auch, um zu einer Beruhigung und Versachlichung der zuletzt doch hitzig geführte Debatte beitragen. Der Dompropst sagte dazu: „Unser Anliegen war es immer, die Diskussion um das Haus am Dom mit Sachargumenten zu führen. Wir hoffen, dass wir mit der Verschiebung des Baubeginns einen Beitrag dazu leisten. Gerade in den letzten Wochen haben wir in der Pfarrei erleben dürfen, wie groß die Unterstützung für das neue Gemeindehaus ist. Auf dieser Grundlage wollen wir die kommenden Wochen dazu nutzen, die Menschen in Worms davon zu überzeugen, dass das Haus am Dom wirklich ein Gewinn für Worms wird. Denn davon sind wir überzeugt und dafür werden wir uns auch weiterhin stark machen.“
Gespräch mit OB Kissel Vor der Bekanntgabe der Entscheidung hat sich die Domgemeinde auch mit dem Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel abgestimmt. Engelbert Prieß merkte außerdem an, dass die Domgemeinde aktuell den Antrag zur Fällung der Bäume vor dem Dom nur gestellt hat, um die Bauantragsunterlagen zu vervollständigen“, erläutert Prieß. Die Verschiebung des Baubeginns führe dazu, so der Dompropst, dass die Bäume frühestens im Oktober gefällt werden könnten. Allerdings sei es zum jetzigen Zeitpunkt durchaus denkbar, dass die archäologischen Untersuchungen für das Haus am Dom - an den Stellen, wo dafür kein Baum gefällt werden muss - bereits im August beginnen könnten.
Die Domgemeinde lege trotz der Verschiebung des geplanten Baubeginns aber Wert darauf, dass die Bearbeitung und Entscheidung ihres Bauantrages weiter durchgeführt werde.
Wie schon an den vergangenen drei Sonntagen lädt die Gemeinde nach den beiden Sonntagsgottesdiensten im Wormser Dom (10.00 und 11.30 Uhr) wieder zu einem Informationsaustausch am geplanten Standort des Hauses am Dom ein.
Gegner bleiben abwartend Der Verein „Freier Blick auf den Dom zu Worms”, der sich jetzt in „Bürgerverein Dom-Umfeld” umbenannt hat, bleibt jedoch trotz der Ankündigung der Kirche vorsichtig und abwartend. In einer Presseerklärung vom Donnerstagmittag schreibt der Verein, dass trotz der Bereitschaft der Kirche, nicht vor dem Herbst mit dem Baubeginn zu beginnen, noch keine Entwarnung angesagt sei. Die Bedrohung, dass der Panoramablick auf der Südseite des Doms zerstört wird, bleibe solange erhalten, solange nicht der Bauantrag für den Bau vor dem Dom entsprechend dem zweiten Entwurf von Prof. Springer, von der Stadtverwaltung gestoppt wird. Deswegen werde der Verein leider seinen Moratoriumsantrag beim Landesgericht in Mainz nicht zurückziehen, denn sobald der Bauantrag genehmigt ist, könnte die Domgemeinde im Oktober dieses Jahres ihr Gebäude zu errichten beginnen.