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  • Fr., 28. Juni 2013, 15:59 Uhr
    VG-Eich, Ortsbürgermeister, Feuerwehr und Siedlergemeinschaft Eicher See erarbeiten Lösungswege

    Um für das nächste Hochwasser besser gewappnet zu sein

    Der 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Hans-Walter Reinhard hatte am vergangenen Freitag zu einer Nachbesprechung zum diesjährigen Hochwasser ins Verwaltungsgebäude in Eich eingeladen. Gemeinsam mit den Wehrleitern der Feuerwehren aus Gimbsheim, Eich und Hamm am Rhein, sowie VG-Wehrleiter Horst Widder, den Ortsbürgermeistern der betroffenen Gemeinden und Stefan Straus, Leiter der VG-Werke mit Hartmut Reich sowie Stefan Rapp von der Ordnungsabteilung und den Vertretern der Siedlergemeinschaft Eicher wurde Bilanz gezogen und überlegt, wie man sich einen den nächsten Hochwasserfall besser wappnen kann.

    Im Großen und Ganzen befanden alle Anwesenden, dass alles komplikationslos abgelaufen ist, auch aufgrund des bereits bestehenden Hochwasseralarmplanes der Verbandsgemeinde Eich. Die Feuerwehr musste dank der relativ neuen Dämme kaum Sandsäcke einsetzen und auch der zum Teil offene Deich in der Gemarkung Gimbsheim konnte schnell verschlossen werden.
    VG-Wehrleiter Horst Widder bat allerdings darum, die Dämme in Zukunft regelmäßiger zu mähen, da undichte Stellen so besser erkannt werden können.
    Siegfried Nickel, Wehrführer der Feuerwehreinheit Hamm am Rhein machte den Vorschlag beim nächsten Hochwasser die Straßen komplett zu sperren, da in diesem Jahr viele Schaulustige direkt bis zur Hochwasserlinie gefahren seien. Wehrführer Gerald Orth, Gimbsheim unterstützte diesen Vorschlag. Rainer Haas, Wehrführer der Eicher Feuerwehr sieht ein großes Gefahrenpotenzial in den Wohnobjekten am Eicher See. „Dort lagern zum Teil große Mengen an diversen Ölen, Kraftstoffen, Spritz- und Pflanzenschutzmittel, Farben, Lacke und andere Chemikalien, die bei einem Hochwasser gefährlich werden. Das müssen wir abstellen.“
    Die Verwaltung der Verbandsgemeinde Eich sieht bei einem Hochwasser ganz klar auch die Anwohner in der Eigenverantwortung. „Wer sich für ein Haus am Eicher See entscheidet, der weiß um das erhöhte Hochwasserrisiko.“
    Der Siedlergemeinschaft wurde angeraten einen internen Hochwasseralarmplan zu erstellen, auf diese Weise wissen sich die Anwohner im Ernstfall zu helfen. Die Namen und Daten der Ansprechpartner sollten an die Verbandsgemeinde weitergegeben werden, damit die Feuerwehr weiß, an wen sie sich im Ernstfall wenden kann.
    Stefan Straus, Leiter der VG-Werke erklärte den anwesenden Vertretern der Siedlergemeinschaft während des Treffens die Vorgehensweise beim Ab- und Anschalten des Abwassersystems am Eicher See. Bei der Abschaltung muss sich die VG Eich nach den Vorgaben des Ministeriums richten. Das drei-stufige System orientiert sich am Rheinpegel in Worms. Wenn das Hochwasser zurückgegangen ist, müssen erst die beiden Vakuumstationen auf der Ost- und Westseite des Eicher Sees inspiziert und falls notwendig repariert bzw. instand gesetzt werden. Die Station auf der Hammer Seite war ebenfalls vom Hochwasser überflutet, weshalb die Inbetriebnahme länger gedauert hat. Nach dieser Inspektion gehen die einzelnen Stränge des Leitungssystems schrittweise wieder in Betrieb. Dafür werden überflutete Abwasserübergabeschächte einzeln geöffnet, kontrolliert und notfalls repariert. In diesem Jahr waren alle 634 Abwasserschächte vom Hochwasser überflutet. Teilweise mussten bei der Hälfte der Schächte die Kompaktsteuerung und die Ventileinheit ausgetauscht werden. Trotz bis zu acht Mann großen Teams dauerte die Inbetriebnahme daher 10 bis 12 Arbeitstage.
    „Zusätzlich erschwerte die Tatsache, dass die Schächte teilweise überbaut oder zugestellt sind, die Inbetriebnahme,“ wandte sich Stefan Straus an die Vertreter der Siedlergemeinschaft. „Bitte weisen sie die Anwohner am Eicher See darauf hin, die Schächte freizuräumen.“
    Um auf das nächste Hochwasser noch besser vorbereitet zu sein, vereinbarten alle Teilnehmer der Gesprächsrunde den Alarmplan dahingehend zu erweitern und die Hochwasserschächte und eine Evakuierungsplan mit aufzunehmen, für die Müll- und Sperrmüllentsorgung nach einem Hochwasser eine zufrieden stellende Lösung zu finden sowie die Abwasserentsorgung zu regeln. Im Spätsommer wird sich die Gruppe erneut treffen.

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