Aufgrund des Baus der Südumgehung B 47 neu müssen zahlreiche Hobbygärtner an die Bürgerweide umziehen
Umsiedelung der Kleingärten erfolgt
Am Montag erfolgt die offizielle Übergabe der Kleingartenanlage an die Pächter. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der Neubau der B 47 neu Südumgehung ist eines der großen Infrastrukturprojekte in Worms. Das neue Teilstück dieser Bundesstraße ist Teil des Äußeren Rings und soll den Verkehr um die Nibelungenstadt herum leiten. Mit dem Bewilligungsbescheid, der in diesem Jahr aus Berlin kam, steht definitiv fest, dass das Projekt verwirklicht wird. Bis der erste Bagger anrollt, wird es wohl zwar noch über ein Jahr dauern, denn zunächst müssen die endgültigen Planungsarbeiten erfolgen, dennoch sind die ersten Vorboten des Projektes erkennbar. Eine dieser ersten Maßnahmen ist die Umsiedlung der Kleingärtner des Vereins "Ochsenplatz 1923" in ihr neues Domizil auf die Bürgerweise. Am Montagnachmittag wurde das neue Vereinsgelände offiziell von Oberbürgermeister Michael Kissel eingeweiht.
Neues Domizil auf der Bürgerweide
Die Umsiedlung wurde notwendig, da die B 47 neu eben genau durch den Bereich der Gärten des Vereins am Ochsenplatz gehen wird. Auf der Suche nach einem Ersatzgelände wurde die Stadt auf einem Teilbereich der Bürgerweide fündig. Die neue Anlage befindet sich in direkter Anlehnung an die bereits bestehenden Kleingärten des Vereins "Waldeslust" an der Friedrichstraße.
66 Parzellen
Auf insgesamt 2,4 Hektar werden 64 Parzellen entstehen. Dies sind eigentlich zu wenige, da der Verein am Ochsenplatz über 97 Parzellen verfügte. Dieses Defizit an Parzellen ist entstanden, da auf dem vorgesehenen Gelände mit einer Größe von 3,4 Hektar seltene Zauneidechsen gefunden wurden. Somit musste das Areal auf nur noch 2,4 Hektar schrumpfen und es fielen rund ein Drittel der Parzellen weg. Die Stadt ist aber nach Aussage von Oberbürgermeister Michael Kissel bemüht auch für die restlichen Kleingärtner noch geeignete Parzellen. Wobei die Frage ist, ob alle Gärtner vom Aschenplatz wirklich eine neue Parzelle suchen. Manch einer möchte vielleicht aus Altersgründen gar kein neue Anlage. Fakt ist aber, dass noch zahlreiche Kleingärnter eine neue grüne Oase zum Anbau von Blumen und Gemüse suchen.
Zauneidechsen
Wobei sich natürlich auch die Frage stellt, ob für Eidechsen wirklich "jedes" Bauprojekt in Worms verändert werden muss und eine Realisierung nur mehr schwer zu verwirklichen ist? Sicher gibt es die Interessen der Natur, aber es gibt eben auch jene der Menschen. Zur Erinnerung, aufgrund des Fundes einer Feldhamsterpopulation konnte das Projekt des Gewerbegebiets am "Hohen Stein" nicht realisiert werden.
Kleingärten sehr beliebt
Nach der offiziellen Übergabe des Geländes durch Oberbürgermeister Michael an den Verein "Ochsenplatz" strömten die neuen Pächter auf ihre 260 Quadratmeter großen Parzellen. Dabei machten sie schon einmal Pläne, was im nächsten Jahr wo angebaut und wie der Garten individuell gestaltet werden kann.
Unter den Pächtern befinden sich übrigens viele Migranten, ein Beleg dafür, wie gut die Integration doch gelingen kann und wie Zuwanderer Wormser Lebensgewohnheiten annehmen.
Ergänzend zu den 64 Einzelparzellen wird ein Gemeinschaftshaus und eine Toilettenanlage entstehen. Jeder Garten wird über Strom- und Wasserversorgung verfügen. Die Bodenplatten für die Garten- und Gerätehäuser sind bereits betoniert worden. Die Gesamtkosten für die Erschließung des Areals belaufen sich auf 650.000 Euro.