Mo., 17. März 2014, 16:49 Uhr
SPD Worms fordert maximale Sicherheitsstandards für Zwischenlager Biblis
Ungeliebte Castoren
Obwohl deutschlandweit bislang kein einziges Endlager für hochradioaktiven Atommüll existiert, produzierten auch die deutschen Atomkraftwerke über Jahrzehnte hinweg strahlenden Abfall. Bis Ende 2011 sind in Deutschland nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) rund 14.460 Tonnen ausgediente Brennelemente angefallen: Auf der Suche nach einem Endlager muss die strahlende Last zwischengelagert werden – in Biblis entstehen weitere Zwischenlager für fünf Castorenbehälter für in Biblis entstandenen Atommüll.
„Dass jetzt mangels einer geeigneten Endlagerstätte weitere Zwischenlager für Castoren gesucht werden, ist das Ergebnis einer von Anfang an verfehlten Energiepolitik", steht Oberbürgermeister Michael Kissel weiteren Castoren in Biblis mit gemischten Gefühlen gegenüber. „Wir wissen, dass der Atommüll leider vorerst zwischengelagert werden muss“, erläutert Timo Horst als Fraktionsvorsitzender der Wormser Sozialdemokratie.
„Da allerdings Ibersheim und Rheindürkheim auf der linken Rheinseite direkt gegenüber dem Atomkraftwerk Biblis als Zwischenlager liegen“, so Horst weiter, „sind die Risiken des Zwischenlagers für Worms kritisch zu begleiten“. Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens „Zwischenlager Biblis“ sei auf maximale Sicherheitsstandards hinzuwirken. Außerdem solle darauf geachtet werden, dass kein atomarer Müll aus anderen Atomkraftwerken in Biblis eingelagert werde.
Konzept für Energiestandort Biblis gefordert
Stellvertretend für die SPD Worms fordert Jens Guth als Parteivorsitzender den Betreiber abermals dazu auf, Konzepte zum Erhalt des Energiestandorts vorzulegen. Auch erinnert der Wormser Sozialdemokrat daran, dass der Wormser Stadtrat in der Vergangenheit immer wieder gegen den Betrieb des Atommeilers protestiert und zuletzt eine sofortige Stilllegung gefordert hatte. Auch ein Zwischenlager von „Castoren“ wurde stets kritisch beurteilt, erinnern Horst und dessen Stellvertreterin Heidi Lammeyer an frühere Debatten um Biblis.
Gemeindevorstand in Biblis gegen Castoren
Die kritische Sicht zu einem ausgebauten Zwischenlager teilen sie gemeinsam mit der Bibliser Bürgermeisterin Dr. Cornelius-Gaus. In ihrer Stellungnahme zum Zwischenlager fürchtet die hessische Bürgermeisterin einen Imageschaden für Biblis. Darüber hinaus sorgt sie sich über die Folgen der äußerst anspruchsvollen Suche nach einem Endlager: „Selbst wenn heute bereits ein neuer Standort gefunden wäre, wäre der Bau eines Endlagers in tiefen geologischen Schichten samt der dazu gehörigen Technik bis 2046 nicht zu schaffen“. Im Jahr 2046 läuft die Genehmigung für das Zwischenlager in Biblis aus.
„Selbst der einst atomfreundliche Gemeindevorstand vor Ort in Biblis hat sich gegen die Aufnahme der Castoren ausgesprochen“, mahnt SPD-Fraktionsvorsitzender Timo Horst abschließend gegenüber der gefährlichen Last strahlender Brennelemente wachsam zu sein.