Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Anstieg von 6,8 auf 7,1 Prozent weiter von der sonnigen Seite
„Unternehmen sind auf der Suche nach Personal”
Die Arbeitslosenquote stieg in Worms zwar von 6,8 auf 7,1 Prozent an, liegt aber deutlich unter den Zahlen des Vorjahres (8,2 Prozent). Archivbild: Robert Lehr
Auch wenn sich die Rekordwerte des Vormonats nun im Juli – bedingt durch Urlaubs-und Ferienzeit – nicht mehr gleichermaßen abbilden lassen, so zeigt sich die Geschäftsstellenleiterin Susanne Decker doch sehr zufrieden mit der Arbeitsmarktentwicklung in Worms zum Auftakt der zweiten Jahreshälfte. „Die gute Stimmung und die positiven Konjunkturprognosen bilden sich unmittelbar am Arbeitsmarkt ab“, so Decker, „Unternehmen quer durch alle Branchen sind auf der Suche nach Personal und der Zugang an neuen Stellen bleibt stabil. Die Beschäftigtenzahlen bleiben auf Rekordwerten.“ Und auch die Arbeitslosigkeit bewegt sich deutlich unter dem Niveau der letzten fünf Jahre. Zwar haben sich, wie jedes Jahr um diese Zeit, wieder vorwiegend junge Menschen nach Ausbildung aber auch nach Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet und damit die Zahl der Arbeitslosen in Worms wieder auf 3189 steigen lassen; im Vergleich zum Vorjahresmonat sind jedoch nahezu 472 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Erfreulich auch, dass dabei die Zahl der Menschen, die in den Jobcentern betreut werden, gegenüber dem Vorjahreswerten um rund 540 gesunken ist.
Aufnahmefähiger Arbeitsmarkt für gut ausgebildete Kräfte
Und was passiert nun mit den jungen Menschen, die aktuell auf den Arbeitsmarkt drängen? „Nicht wenige Ausgebildete haben bereits in naher Zukunft ein Angebot oder schlagen den Weg eines ergänzenden Studiums ein. Um alle anderen kümmern wir uns sehr dezidiert“, beschreibt Decker. Gut ausgebildete Kräfte treffen auf einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt. Intensive Vermittlungsarbeit wird hier sicher vielen kurzfristige Chancen eröffnen. Wo aber Qualifizierung noch nicht oder noch nicht ausreichend vorhanden ist, setzt intensive Beratung an. Ergebnis hieraus ist in vielen Fällen die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen. Dies ist möglich aus der Arbeitslosigkeit heraus, kann aber auch bei bereits Beschäftigten zum Tragen kommen. „Unsere Maßnahmen der Fachkräftesicherung setzen auch bei Geringqualifizierten in Betrieben an; dort wo es notwendig ist, fördern wir auch hier die Teilnahme an Weiterbildung und können in Einzelfällen sogar den Arbeitsausfall finanziell abfedern“, erklärt Decker.
Appell an Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz
Einen Appell richtet die Geschäftsstellenleiterin abschließend noch an alle Schulabgänger, die noch immer keinen Ausbildungsplatz gefunden haben: „es gibt in vielen Bereichen weiterhin unbesetzte Ausbildungsstellen. Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern schnellstmöglich zur Beratung in die Arbeitsagentur kommen“ so die Empfehlung der Expertin. Die Berufsberaterinnen und Berater können hier wertvolle Hilfestellung geben und in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberservice auch konkrete Angebote machen.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Juli waren in Worms bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter insgesamt 4753 Personen als unterbeschäftigt registriert, das waren 57 mehr als im Juni und 11 mehr als vor einem Jahr. 3189 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 113 mehr als im Juni aber 472 oder 12,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,8 auf 7,1 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote bei 8,2 Prozent gelegen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt lag im Juli mit 298 neu gemeldeten Stellen 45 über dem Niveau des Vormonats und sieben über dem des Vorjahres. Von den 3189 Arbeitslosen im Juli wurden 1062 von der Arbeitsagentur und 2127 vom Jobcenter betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli entfiel fast gleichermaßen auf die Agentur (+62), die Zahl der betreuten Arbeitslosengeld-II-Empfänger stieg um 51. Die Zahl der Arbeitsuchenden im Kontext von Fluchtmigration stieg im Juli auf 713. Der Anteil an allen Arbeitsuchenden betrug damit 11,3 Prozent. 1033 Menschen haben im Juli an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik teilgenommen. Das sind 210 oder 25,5% mehr als noch in 2016. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli zeigte sich auch fast auf allen regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 4,9 auf 5,1 Prozent, Stadt Mainz von 6,0 auf 6,3 Prozent, Stadt Worms von 6,8 auf 7,1 Prozent und im Landkreis Alzey-Worms von 4,0 auf 4,1 Prozent. Im Landkreis Mainz-Bingen blieb die Quote stabil bei 3,6 Prozent.