OFFSTEIN: Klassenexkursion der Offsteiner Grundschule am Engelsberg
Unterwegs mit einem Revierpächter
Gemeinsam entdeckten und erkundeten Offsteiner Grundschüler der zweiten Klassenstufe mit Jagdpächter Karl-Christian Prinz dessen Revier.
31 Schülerinnen und Schüler der zweiten Klassen von Kerstin Pauly und Melanie Brühl starteten Mitte Juli mit dem Offsteiner Jagdpächter Karl-Christian Prinz und seinen Helfern eine Exkursion durch die Gemarkung. „An diesem Schultag konnten wir an zahlreichen Lern- und Spiel-Stationen allerlei über unsere heimischen Wildarten erfahren“, schwärmten die beiden Lehrerinnen. Spielerisch erkannten die Grundschüler dabei, wie wichtig es ist, Lebensräume zu schützen und für den Erhalt einer reichen Tier- und Pflanzenwelt zu sorgen.
Nachdem die Klassen in zwei Gruppen aufgeteilt worden waren und die Kinder das erste Spiel auf dem Schulhof absolviert hatten, ging es ins Jagdrevier zu den Fuchs-, Hase- und Kaninchenstationen. Schon wenige Meter hinter den Offsteiner Häusern und noch vor der eigentlichen Hasenstation konnten die Schüler einen Feldhasen beobachten.
Die jungen Entdecker wussten, dass man zum Schutz der Jung- und Elterntiere auf den Wegen bleiben muss. Laut Landesjagdgesetz ist es verboten, die Zuflucht-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören. „Wildtiere haben es in unserer heutigen Landschaft schon schwer genug, ihren Nachwuchs aufzuziehen“, erklärte Karl-Christian Prinz. Alles, was Tiere bei der Aufzucht ihrer Jungtiere störe, solle besser unterbleiben.
Verständnis um Wildkrankheiten gefördert
Neben der Lebensweise der Wildtiere klärte Jagdpächter Prinz auch über Wildkrankheiten auf, die für den Menschen gefährlich sein können. Tollwut war bei den jungen Entdeckern bereits bekannt, aber dass auch vor dem Fuchsbandwurm Vorsicht geboten ist, war für sie neu. Jagdpächter Prinz machte deutlich, wie wichtig es zur Früherkennung von Wildtierseuchen sei, dass man als Naturnutzer auffällige Beobachtungen – wie kranke oder tote Wildtiere – sofort dem Jagdpächter oder der Polizei melde. Auch das sei im Landesjagdgesetz für jedermann vorgeschrieben.
Trittsiegel als Andenken angefertigt
An der Rehstation konnten die Kinder sich erstmal mit ihrem mitgebrachten Frühstück stärken. Dann durften sie Trittsiegel, die Fußabdrücke der Tiere, in Tonscheiben verewigen. Diese konnten sie als Andenken an diesen Tag mit nach Hause nehmen.
Im weiteren Verlauf erreichten die Kinder weitere Stationen, an denen sie allerlei über Marder, Fasane, Enten und Wildschweine erfahren konnten. Auf der Erlebnistour lernten die Kinder auch Begriffe aus der Jägersprache und konnten ihr Wissen während der Entdeckungsreise immer wieder unter Beweis stellen. Spielerisch entdeckten die Kinder zudem, wie schwierig es für Vogeleltern ist, Nahrung für ihre Jungen zu finden und zum Nest zurückzubringen.
Jagdhund Antonia apportierte
Auch Antonia war wieder mit von der Partie. Der als Jagdhund ausgebildete und geprüfte Bayerische Gebirgsschweißhund (BGS) zeigte den Kindern auf der Tour, welche Aufgaben sie übernehmen muss. Sie hat zum Beispiel den verlorenen Fasanendummy wiedergefunden und ihrem Hundeführer apportiert.
Wie im Flug verging die Zeit verging und auf dem Rückweg zur Schule konnten die findigen Kinder Fragen beantworten und Ratefüchse als Belohnung sammeln. Das Kind, dass die meisten Ratefüchse verdient hatte, wurde als Ratefuchs des Tages geehrt.
Die Erlebnisschule Wald und Wild der Kreisgruppe Alzey-Worms des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz stand wieder zur Verfügung. „So konnten die Kinder zum Abschluss auch die Präparate unserer Greifvögel und Eulen aus nächster Nähe betrachten und anfassen“, freute sich Jagdpächter Karl-Christian Prinz.
Ein großes Dankeschön geht an die freiwilligen Helfer, Marco Strub, sowie Roman und Kerstin Prinz, ohne deren Tatkraft die mehrtätigen Vorbereitungen nicht zu leisten gewesen wären.