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  • Mo., 18. August 2014, 15:03 Uhr
    Worms: Jazz & Joy zog besonders am Sonntag nochmals Menschenmengen an / Großartige künstlerische Leistungen

    Unvergessliches Festival-Erlebnis - trotz oder gerade wegen des Wetters!

    Sorgte für einen gelungenen Abschluss von Jazz & Joy: Dieter Ilg. Foto: Karolina Krüger


    Von Regina Urbach Mit 16.000 Besuchern, einer trotz häufigen Regens tollen Stimmung und großartigen künstlerischen Leistungen zeigten sich die Veranstalter sehr zufrieden mit dem diesjährigen „Worms: Jazz& Joy“, das am trockenen Sonntag nochmal große Menschenmengen anlockte.

    Highlights, Überraschungen und deutsche Songwriter begeisterten

    Große Namen wie Tim Bendzko mit einer großteils Wormser Band (!), Hits und sieben Zugaben, Gregor Meyle mit heiter-philosophischen Songs, die bewegende Jaqee oder der unwiderstehliche Depri-Barde Maxim brachten das Publikum auf dem Marktplatz zum Mitfiebern. Unvergesslich wird Maceo Parker unterm riesigen Regenzelt auf dem dicht bestandenen Weckerlingsplatz bleiben, der spätnachts erst wegen des Regens aufhörte, Jupiter & Okwess International oder Rolf Bachmann mit seinen B.B. and the Billyboys vor tanzenden Fans. Auch wer kein Ticket löste, hatte Dauerparty auf dem kleinen Platz vor der RENOLIT-Bühne mit der punktgenauen Performance von LAING, Elektro-Hits von Luis Laserpower, dem Wormser Ska-Offbeat-Service oder den Deutschsong-Heroes der „Felsen“ oder „Joris“. Selbst die Jüngsten schnippten mit. Wie in ein großes Kaffeehaus lud der Weckerlingsplatz bei Sonnenschein, etwa mit Tango Transit, zu Fusionen aus Tango und Jazz ein. Highlights wie DePhazz, Wolfgang Schlüter, Mathias Eick, MIA oder das Louis Sclavis Atlas Trio sorgten abends trotz ständiger Regengefahr für Festivalatmosphäre.

    Sang sich in die Herzen der Zuschauer: MIA. Foto: Karolina Krüger


    Partnerkonzert mit Parma – nächstes Jahr Tiberias?

    Mal im T-Shirt, mal im Cape strömten die Besucher, zahlreich vor allem am Sonntag, zwischen den Plätzen. Kinder nahmen das Spielprogramm des Halli-Galli-Spielmobils wahr, während die Eltern dem kulinarischen Angebot um den Dom, sogar mit Sitzplätzen (Kiwanis, erstmals auch Paella von Ute Ellers Fischgeschäft), Frozen Joghurt, Eis oder coolen Drinks  zusprachen. Leben herrschte auch bei der EWR-Gewinnverlosung am Samstag oder um die Kurzdemo der Initiative „Kein Haus am Dom“ am Sonntag. Die Oldtimerfahrten zum Rhein, aber auch die hochkarätigen Jazzgottesdienste erfreuten sich regen Zuspruchs. Bei dem kaum ausschöpfbaren Konzertangebot genehmigten sich Er-schöpfte (einige aus Bayern und der Schweiz, viele aus der Region) Ruhepausen im Dom oder in der Magnuskirche. Dort war die Schwarz-Weiß-Fotoausstellung von Peter Meurer und Johannes Schembs zu magischen Jazz&Joy-Momenten bis nachts geöffnet. Eröffnet wurde sie am Samstag mit einem Konzert von Nachwuchskünstlern aus Worms und Parma, die zuvor einen Workshop bei Gary Fuhrmann und Roberto Bonati (Parma) besucht hatten. Diese Zusammenarbeit wolle man künftig beim Jazz& Joy auch mit anderen Partnerstädten fortführen, versprach OB Kissel beim Resümee.

    Nachwuchskünstlern aus Worms und Parma bereicherten das Jazz-Festival mit einer besonderen Form der Städtepartnerschaft. Foto: Daniel Oller


    Plus beim Catering, Minus wegen Security-Vorschriften

    Dieses fiel durchweg positiv aus. Von voraussichtlich 464.000 Euro Finanzbedarf halte die Stadt einen Zuschuss von 180.000 Euro bereit, so Kissel. Vom erweiterten Catering seien Mehrerlöse zu erwarten, die Hotels waren ausgebucht. Mehrkosten verursachte die Sicherheit am Marktplatz. Neben Starkregen waren der Wegfall des Andreasstifts und die Absage von Titelikone Till Brönner Herausforderungen. Sie wurden gemeistert – auch mit Hilfe eines Festivalpublikums, das unter den Schirmen zusammenrückte und der Künstler, die Worms und das Wetter großzügig in ihre Auftritte einbanden.  „Am Freitag hatte ich Zweifel“, erzählte David Maier von der Mammutaufgabe, in 20 Stunden Ersatz für Till Brönner zu finden. Doch „Rädchen in Rädchen“ gelang es ihm mit der KVG und Musikerkontakten, schon freitagabends Christof Lauer und Patrice Héral anzukündigen. Am KVG-Stand vergriffene Regencapes wurden flugs nachbeordert.

    Der Regen tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Foto: Karolina Krüger


    Die ICE-bedingte Verspätung des Trio Anewal nahm das Publikum locker. Charme hatten die ausgerufenen Pizzanummern zu den leiseren Musikpassagen auf dem Schlosshof. Dafür war die Pizza hervorragend. Ärgerliche „Vorkommnisse“ gab es keine. Für Ärger sorgte lediglich die Security auf dem Marktplatz. Hier setzte sich die KVG über die Agenturvorschriften fürs Bendzko-Konzert hinweg, die bei Starkregen Regenschirme verboten – und rettete die Stimmung. Irritationen rief auch hervor, dass selbst Plastikflaschen aus Eigenbesitz verboten waren. Positiv war, dass keine Platzsperrungen wegen Überfüllung nötig wurden. Gelungen war auch die Jazz-Pur-Bühne an der Stadtmauer mit Turm, die bei Abendbeleuchtung wie ein Schlösschen wirkte. Stammgäste trauerten trotzdem dem Kreuzgang nach. Für die kommenden Jahre mit diesem Bühnenkonzept könnte man noch an der lagebedingten Unruhe im hinteren Bereich des Platzes der Partnerschaft arbeiten. Am abgetrennten Gastronomiebereich lag es nicht, der band eher die beiläufig Interessierten ein. „Das schönste Wormser Festival“ (Kissel) wird nächstes Jahr 25 und möchte dann wieder, wie 2013, 22.000 Besucher anziehen.
    Weitere Fotos von den zahlreichen Konzerten und der Stimmung rund um Worms: Jazz& Joy finden Sie in unseren Online-Galerien.

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